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Gesundheitswesen: Diese Entscheidung schadet vielen

Gesundheitswesen : Diese Entscheidung schadet vielen

Das Aus für die Geburtshilfestation in Daun zum Jahresende ist für alle Paare, die in nächster Zeit ein Kind erwarten oder eines bekommen wollen, eine schlechte Nachricht. Denn eine dann deutlich weitere Anreise in ein größeres und somit meist auch anonymeres Krankenhaus sorgt für Unruhe und Stress bei den Betroffenen – die bei aller Vorfreude ohnehin eine fordernde Zeit voller Ungewissheit, Nervosität und Angst durchmachen.

Neben diesen persönlichen Aspekten hat die Entscheidung noch viel weitreichendere Folgen.  Das Wegbrechen eines solch wichtigen Stücks Infrastruktur schadet der gesamten Region, die (nach dem Aus in Adenau, Gerolstein und Prüm) dann über keine Geburtshilfestation mehr verfügt. Es ist ein ähnlich wichtiger Standortfaktor wie eine gute Schullandschaft.

Um nur einige Beispiele zu nennen: Künftig werden es sich junge Familien angesichts dieser Lücke noch einmal mehr überlegen, ob sie in der Vulkaneifel bleiben – oder trotz eines Jobangebots hierherziehen. Für die hier ansässigen Firmen wird es also noch schwieriger als jetzt schon, Nachwuchs- und Fachkräfte zu rekrutieren. Und somit gibt es auch weniger Menschen, die eventuell ein leerstehendes Haus in einem Dorf kaufen und somit dem Ausbluten der Gemeinde entgegenwirken. Und, und, und.

Es ist bedauerlich, dass es so weit kommen konnte. Und sicher hätte von mehreren Seiten mehr getan werden können. Doch ein wirklich Schuldiger für das sich seit Jahren abzeichnende Dilemma ist nicht recht auszumachen: Denn wenn kein Facharzt in die Region kommen will, ist das zunächst einmal nicht zu ändern.

Auch wenn es jetzt erwartungsgemäß Resolutionen für den Erhalt der Abteilung hageln wird: Am Aus der Geburtshilfestation in Daun wird das nichts mehr ändern, das ist seit dieser Woche besiegelt. Daran hat der Träger des Krankenhauses Daun keinen Zweifel gelassen.

m.huebner@volksfreund.de