"Diese Strecke ist eine Katastrophe"

"Diese Strecke ist eine Katastrophe"

Zerreißprobe für die Nerven der Fahrer und die Stoßdämpfer der Autos und Motorräder: Auf der B 257 reiht sich kurz vor der Grenze zum Eifelkreis Schlagloch an Schlagloch. Nächste Woche wird mit der Sanierung begonnen.

Salm/Meisburg/Gerolstein. "Es ist eine einzige Katastrophe!": Arnold Möseler kann sich gar nicht genug aufregen, wenn er den Zustand der Bundesstraße (B) 257 zwischen Salm und Meisburg beschreibt. Und der Oberstadtfelder weiß, wovon er spricht, denn der Küchenleiter ist täglich auf dieser Strecke unterwegs zu seinem Arbeitsplatz in Zemmer (Landkreis Trier-Saarburg). "Mein Wagen wird durch diese Tortur täglich weniger wert", wettert er und fordert: "Da muss unbedingt und ganz schnell was passieren!"
Den gut sieben Kilometer langen Abschnitt muss auch Alfred Lorenz aus Daun-Pützborn täglich passieren, um an seinen Arbeitsplatz beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Eifel in Bitburg zu kommen. Er teilt die Einschätzung von Möseler: "Die Strecke ist so schlecht, da ist katastrophal die richtige Bezeichnung." Hohe Konzentration sei gefordert, "man muss sehr aufpassen. Ich versuche, an den schlimmsten Stellen irgendwie vorbeizukommen, aber das ist mittlerweile kaum möglich."

Die Einschätzung des LBM: Der miserable Zustand wird auch beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Gerolstein nicht bestritten. "Ganz klar: Die B 257 hat für uns oberste Priorität, wenn wir nun an die Beseitigung der Winterschäden gehen", sagt LBM-Leiter Harald Enders. Er kündigt an, dass kommende Woche mit den Arbeiten auf dem Stück zwischen Meisburg und Weidenbach begonnen wird. Der Auftrag ist bereits erteilt.
"Das ist der frühestmögliche Termin", sagt Enders. "Vergangene Woche hatten wir noch Frost, da hat es keinen Sinn gemacht, solche Arbeiten schon zu starten." Auf dem Stück würden nicht Löcher geflickt, sondern "es wird großflächig gearbeitet". Die Arbeiten kosten laut Enders 150 000 Euro.
Und was ist mit dem Stück bis Salm? "Dort wird voraussichtlich in vier Wochen mit der grundlegenden Sanierung begonnen", stellt der LBM-Leiter in Aussicht. Kostenpunkt: 480 000 Euro. Warum wird dieser Abschnitt nun gemacht und nicht der schlechtere bis Meisburg? "Wir hätten uns gefreut, wenn wir beides an einem Stück hätten machen können, aber für das Teilstück Weidenbach-Meisburg gibt es noch kein Baurecht", erklärt Enders. "Aber das, was ab Montag dort gemacht wird, ist kein Provisorium, sondern nach unserer Einschätzung eine echte Verbesserung."
Was zu beweisen ist: Der TV wird die beiden Pendler nach Abschluss der Arbeiten wieder befragen.
Liebe Leser: Der Zustand der B 257 ist nach dem langen Winter kein Einzelfall. Schreiben Sie uns Ihre Meinung und/oder nennen Sie uns Straßen, die besonders schlecht sind, an
eifel-echo@volksfreund.de
Extra

Auf "Testfahrt" mit dem Motorrad: "Du musst selber mal da lang fahren, um dir einen Eindruck von dem miserablen Zustand zu machen", wird dem Schreiber des Berichts bei der Recherche mehrfach empfohlen. Gerne, aber nicht mit dem Auto, ich entscheide mich fürs Motorrad. Zugegeben: Nach der langen Winterpause bin ich gar nicht böse drum, mich mit zwei statt vier Rädern auf den Weg zu machen. Also auf. Zwischen Oberstadtfeld und Salm hat der Winter auch seine Spuren hinterlassen, aber richtig schlecht soll es erst auf dem nächsten Stück sein. Stimmt, hier häufen sich die Straßenschäden. Kurz hinter Weidenbach ist ein voll beladener LKW vor mir, ich nutze die erste Chance auf der langen Geraden im Wald, um zu überholen. Das war ein Fehler! Denn auf der Gegenspur ist die Straße noch schlechter, es ist fast unmöglich, die Löcher zu umfahren, ich werde ordentlich durchgerüttelt. Ich drehe in Meisburg, kurz vor dem Wald vor Weidenbach steht ein Warnschild "Vorsicht Straßenschäden" mit Blinklicht. Vorsicht ist tatsächlich geboten, besonders wenn man auf zwei Rädern unterwegs ist, denn der folgende Abschnitt ist wirklich der mit Abstand schlechteste. Fazit: Die beiden Pendler haben mit ihrer Einschätzung definitiv nicht übertrieben. sts