"Diese Vision ist die einzige Chance für Meisburg"

"Diese Vision ist die einzige Chance für Meisburg"

Mit dem Projekt "Alt werden in Meisburg ist machbar!" hat die Hinterbüschgemeinde ein ehrgeiziges Vorhaben angestoßen. Jetzt wurden die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie im Bürgerhaus vor 50 Bürgern aus Meisburg und Umgebung vorgestellt.

Meisburg. "Wir können den demografischen Wandel nicht abwenden, aber etwas dagegen tun", sagt Meisburgs Ortsbürgermeister Johann Görgen. "Deshalb besteht für uns Handlungsbedarf. Wir müssen uns mit unserer Zukunft beschäftigen. Und ich bin davon überzeugt, dass diese Vision die einzige Chance für Meisburg ist."
Diese Vision, das ist das Modellvorhaben "Alt werden in Meisburg ist machbar!", mit dem sich die Gemeinde am Wettbewerb "235 gute Gründe zum Leben und Arbeiten: Mitten drin im Dorf" der Leader-Region Vulkaneifel beteiligt. Mit Fördermitteln unterstützt wird sie dabei von der Lokalen Aktionsgruppe (LAG).
Nun wurde eine in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie offiziell vorgestellt. "Die Vision, dass keiner aus dem Dorf wegziehen muss, wenn er älter ist, ist nicht einfach zu gewährleisten", sagt Caroline Seibert vom Institut für Regionalentwicklung (IFR). "Wir sagen aber, das Projekt ist eine Chance und kann gelingen, wenn es ein stärkeres Miteinander der Generationen gibt."
Auch Referent Winfried Kösters, freier Journalist und Publizist, der sich intensiv mit dem Thema "Demografischer Wandel" befasst, mahnt die Meisburger, etwas zu tun, um die Zukunft im Ort besser zu gestalten. "Die Weichen müssen jetzt gestellt werden, ein Weitermachen wie bisher gibt es nicht. Was Sie hier angefangen haben, darf keine Eintagsfliege sein, sondern muss zur Daueraufgabe werden."
Sechs Handlungsfelder werden nun in Arbeitskreisen bearbeitet: Jung und Alt, Barrierefreies Meisburg, Kommunikationsorte im Dorf, Versorgung in Meisburg, Neue Wohnformen und Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien. Das Ergebnis könnte ein Treffpunkt für Jung und Alt sein, die Schaffung gemeinsamer Aktivitäten für Kinder und ältere Mitbürger, die Verbesserung des Informationsflusses im Ort oder auch ein Seniorenbeauftragter im Dorf.
Der 67-jährige Erwin Ganser sieht die Vision als positiv an, nach seiner Meinung wird zuzurzeit zu wenig im Dorf für das Miteinander getan. "Man müsste sich mehr mit der älteren Generation treffen, das würde viel dazu beitragen, dass man sich austauschen könnte und etwa Hilfe organisieren kann."
Auch der 84-jährige Martin Klein, der neben seinem Sohn wohnt und so Hilfe hat, würde sich über einen Erfolg der Vision freuen. "Wenn so was zustande kommt, wäre es schön und gut. Ich weiß aber nicht, wie das gehen soll." HG
Extra

Die Gemeinde Meisburg hat heute 237 Einwohner, das sind aber 20 weniger als vor einem Jahr. 70 Bürger davon sind älter als 60 Jahre. Seit vier Jahren wurde kein Kind mehr in der Gemeinde geboren. Nach einer Studie des Institutes für Regionalentwicklung (IFR) wird die Gemeinde im Jahre 2030 nur noch 178 Bürger haben, also 28 Prozent weniger. Davon werden fast 30 Prozent über 65 Jahre alt sein. HGExtra

Seit September vergangenen Jahres kümmert sich der Verein Bürger für Bürger um die Hilfe für ältere Mitbürger. "Wir mähen Rasen, schneiden Hecken, helfen im Haushalt, machen Begleitfahrten mit älteren Menschen oder stellen auch mal Möbel um", erzählt Gerd Becker, Vorsitzender des Vereins. Acht Vereinsmitglieder sind unterwegs, wenn ältere Mitmenschen Hilfe anfordern. Mehr Infos unter www.buerger-daun.de HG