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Digitaler Schulbesuchstag in der Realschule plus in Hillesheim

Bildung : Digitaler Schulbesuchstag in der Realschule plus in Hillesheim

Zum vierten Mal haben Realschulen plus die Möglichkeit, ihre Schulart und ihr besonderes Profil vorzustellen. Dieses Jahr mit dabei: Die Augustiner-Realschule plus in Hillesheim.

„Das ist eine spannende Sache für uns, wir machen das auch zum ersten Mal.“ Rektorin Andrea Stabel ist aufgeregt. Der Grund: Sie und ihre Kollegen werden ihre Augustiner-Realschule plus im Rahmen der Realschule plus-Woche einem breiten Publikum vorstellen. Auch Bildungsministerin Stefanie Hubig schaltet sich aus Mainz dazu. Dieses Jahr, wer hätte es gedacht, coronabedingt digital im Konferenzsystem.

Seit 2017 werden jedes Jahr elf Realschulen plus ausgewählt, die von verschiedenen Mitgliedern der Landesregierung besucht werden und die Möglichkeit bekommen, ihr besonders Profil vorzustellen. In Hillesheim ist man gut vorbereitet. Zwar zählt sie mit etwa 240 Schülern zu den kleinen Lehranstalten, doch das Angebot ist dafür umso größer. Und immer mit dabei: Das Her(t)z. Damit ist nicht nur die physikalische Einheit gemeint, sondern auch die Leidenschaft in allen Aktivitäten. So zum Beispiel in der Kino-Film-AG der Schule.

Dort wurden bereits drei Kinofilme in Eigenregie produziert. Lars Merten, der diese Gruppe seit gut sechs Jahren leitet, ist begeistert von dem Engagement seiner Schüler. „Wir arbeiten auch am Wochenende oder in den Ferien.“ Vom ersten Treffen bis zum Flimmern auf der Leinwand dauert es etwa zwei Jahre. Doch die Arbeit zahlt sich aus: Der letzte Film war komplett ausverkauft.

 Dieses Jahr machte Corona der AG einen Strich durch die Rechnung: Das neue Projekt „Deus“ steht seit Monaten in den Startlöchern. Nun hofft man auf eine Vorführung im Frühjahr 2021.

Die Schülersprecherinnen Annika Meyer und Kristin Mauer übernahmen die Vorstellung ihrer Arbeit als Schülervertretung. In diesem besonderen Jahr konnten sie natürlich nicht so viel wie sonst planen. Die üblichen Sportturniere zum Beispiel. „Die stärken den Zusammenhalt der Schule“, sagt Meyer. Auch die Ski-Freizeit wird von ihren Mitschülern immer gut angenommen. Den jungen Frauen aus der 10. Klasse gefällt die familiäre Atmosphäre auf dem überschaubaren Gelände.

Ein besonderes Merkmal und eine große Auszeichnung ist die Ernennung zur Informatik-Profil-Schule (IPS) vor knapp einem Jahr. In Rheinland-Pfalz gibt es nur 21 solcher Schulen - seit dem 26. November 2019 auch in Hillesheim. Vorausgegangen seien Vorarbeiten im Bereich der Digitalisierung, erklärt Thomas Wolff, Konrektor und Koordinator der IPS. Und damit dieser Weg weitergeht, wurden der Schule ein Klassensatz Laptops und 15 sogenannte Octupus.IoT- Experimentierkits zur Verfügung gestellt.

Schon ab der 5. Klasse werden Schüler in Informatik unterrichtet. „Jeder Fünftklässler bekommt einen USB-Stick, wo verschiedene Schuldokumente drauf sind und der als Arbeitsmittel im Unterricht dient“, erzählt Wolff. Der Schwerpunkt: Das Arbeiten in der digitalen Welt. Auch für das Kollegium eine Herausforderung. Es gebe jedoch genügend Fortbildungen. „Stillstand ist nicht vorhanden.“

Im Zuge des Wahlpflichtfachs Technik und Natur gibt es im Schulgebäude einen 3D-Druckerraum mit 16 Arbeitsplätzen. „Die Kinder zeichnen lieber, wenn sie es später in der Hand halten können“, verrät der betreuende Lehrer Mario Bischoff.

Auch für Musik ist in Hillesheim bestens gesorgt. Eine Keyboardklasse mit zwei Stunden „Keyboard“ pro Woche musiziert dabei gemeinsam und übt verschiedene Stücke ein. Insgesamt ein vielfältigies Angebot, das auch den Schülern gut gefällt.

Bildungsministerin Hubig zeigt sich sehr beeindruckt von der Präsentation. „Es ist toll, dass nicht nur die Informatik, sondern auch der MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) so hoch geschätzt wird.“ Sie rät der Vulkaneifel beziehungsweise Gerolstein, sich als MINT-Region zu bewerben. Eine Idee, die Landrat Heinz-Peter Thiel, wie er per Chatnachricht verrät, weiterverfolgen möchte.

Stabel leitet die Schule seit fünf Jahren. Sie freut sich, dass ihre Schule ausgesucht und die Arbeit aller Beteiligten nach außen so gut ankommt. Doch nicht nur ihre Kollegen, auch sie selbst ist eifrig bei der Sache und stolz auf ihre Schulform. „Was uns als kleine Schule ausmacht: Das Herz.“