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Digitalpakt-Gelder für die Landkreise – Keine schulische Ausstattung ohne ein Konzept

Bildung : Digitalpakt-Gelder für die Landkreise – Keine schulische Ausstattung ohne ein Konzept

Vom sogenannten Digitalpakt wird auch die Vulkaneifel profitieren. Ein Gesamtbudget von knapp 1,8 Millionen Euro wird auf die einzelnen Schulen im Kreis verteilt.

Im Juli veröffentlichte das rheinland-pfälzische Bildungsministerium eine Richtlinie, gemäß der die schulische Infrastruktur im Land gefördert werden soll. Das Ziel: „Leben und Arbeit werden immer digitaler – darauf müssen wir junge Menschen vorbereiten“, gab Bildungsministerin Stefanie Hubig die Marschrichtung vor und kündigte an, zeitnah die rund 240 Millionen Euro aus Bundesmitteln, die im Digitalpakt in den kommenden fünf Jahren für Rheinland-Pfalz vorgesehen sind, weiterzuleiten.

Zusätzlich habe das Land seine Mittel für das digitale Lernen und Lehren im Doppelhaushalt verdreifacht. Während die Bundesmittel schwerpunktmäßig in die Förderung der digitalen Ausstattung fließen, investiere das Land unter anderem in die Qualifizierung von Lehrkräften.

Zur digitalen Weiterentwicklung erhält außerdem jede Schule im Land die Möglichkeit eine digitale Koordinatorin oder einen digitalen Koordinator zu benennen. Es gibt eine Orientierungshilfe zur digitalen Infrastruktur, die vom Bildungsministerium sowie von Vertretern der Kommunen erarbeitet wurde. Die Schulträger – zu denen auch der Landkreis Vulkaneifel zählt – sind in regionalen Veranstaltungen über Ablauf und Möglichkeiten des Förderverfahrens informiert worden.

In der jüngsten Sitzung des Kreisschulausschusses nun wurden erste konkrete Zahlen genannt. In den Kreis Vulkaneifel fließen im Rahmen des Digitalpakts knapp 1,8 Millionen Euro, wobei mehr als 1,6 Millionen Euro aus Bundesmitteln kommen und fast 180 000 Euro als Eigenanteil zu zahlen sind. Berechnet wurde die Förderhöhe anhand eines Sockelbetrages von 15 000 Euro je Schule, plus knapp 409 Euro pro Schüler/Schülerin, wobei die Daten aus dem Schuljahr 2018/2019 zu Grunde gelegt wurden. Mitte Mai 2022 entfällt die Zweckbindung des Budgets.

Sollte es danach noch freie Fördermittel geben, wird darüber einvernehmlich zwischen Kommune und Ministerium entschieden. Es ist demnach möglich, dass der Schulträger – also die Kreisverwaltung – die Förderung für jede Schule passgenau nach der jeweiligen Schülerzahl verwendet. Aber generell steht der Verteilungsmodus dem Schulträger frei.

Willkürlich soll, wie im Schulausschuss nun dargelegt wurde, nichts gemacht werden. Vielmehr wird mit Hilfe eines Fachbüros eine Medienentwicklungsplanung aufgelegt, die als Entscheidungsgrundlage dient, wofür die Mittel des Digitalpaktes verwendet wird. „Keine Ausstattung ohne Konzept“, so lautet der beschlossene Grundsatz.

Der Medienentwicklungsplan liefere die „Zielperspektive für die Netzinfrastruktur und die Ausstattung der Schule, das Konzept für Wartung und Betrieb sowie den Handlungs- und Budgetrahmen“. Darüber hinaus soll er Synergieeffekte bei der Beschaffung von Hard- und Software ermöglichen und „verlässliche Grundlage für die Kostenkalkulation in künftigen Jahren“ bieten.

Auftaktgespräche, die den Prozess der Medienentwicklungsplanung in Gang setzen, fanden vor kurzem bereits statt. Erste Workshops mit den Schulen sind für Januar 2020 geplant. In der Vulkaneifel bedeutet der Digitalpakt echte Aufbauarbeit, damit im Unterricht digitale Präsentationen stattfinden können: „Mobile Endgeräte können über den Digitalpakt erst beschafft werden, wenn die Schule über eine zukunftsfähige Netzwerkstruktur und eine vollständige WLAN-Ausleuchtung verfügt“, heißt es im Schulausschuss.