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Dompteure der Diesel-Giganten

Dompteure der Diesel-Giganten

Optisches und akustisches Spektakel: Bei der Truck-Trial-Europameisterschaft, der Bewältigung eines Gelände-Parcours für besonders schwere Lkw, nutzten Europas beste Brummi-Artisten am Wochenende die Topographie der Vulkaneifel. Dabei genossen sie Eifeler Gastfreundschaft.

Dreis-Brück. Wenn die beschauliche Doppelgemeinde Dreis-Brück in der Vulkaneifel mal wieder in die Schlagzeilen gerät, dann in der Regel wegen ihres berühmtesten Sohnes Michael Preute alias Jacques Berndorf. An diesem Tag aber spielte sich der wahre Eifelkrimi hoch oben über dem Dorf ab: In den Steilhängen der aufgeschütteten Lava-Berge und in teils noch vom Unwetter verschlammten tiefen, morastigen Gräben. Dort kämpften die Herren der wuchtigen Zehnzylinder-Diesel auf mächtigen grobstolligen Reifen in schwankenden Führerhäusern um Punkte für die Truck-Trial-Europameisterschaft. Nach der Premiere im vergangenen Jahr kamen die Dompteure der Diesel-Giganten in diesem Jahr zum zweiten Mal in die Vulkaneifel.

"Das Gelände hier oben ist ideal für uns", erklärt der leitende Sportkommissar der Trial-EM, Hermann Schmitz (Cloppenburg). "Einmal wegen der Topographie mit ihren vielen kurzen, aber sehr steilen Partien auf dem Lava-Boden, aber auch wegen der Gesteinsformationen mit festen Abrisskanten." Hinzu komme hoch über Dreis-Brück aber auch die weitflächige Hochebene des Lavawerks Scherer. "Das ist ideal für unser Fahrerlager, denn wir müssen uns ja auch ein bisschen ausdehnen können. Schließlich fahren wir nicht mit Bobby-Cars durch die Gegend."
Im vergangenen Jahr hatte der Initiator, die OVS (Organisation von Sportveranstaltungen GmbH), die ersten Verhandlungen mit den Verantwortlichen der Firma Ernst Scherer Baustoffe wegen der Ausrichtung eines EM-Laufes aufgenommen.

"Im vergangenen Jahr hatten wir nur gute Erfahrungen miteinander, deswegen sind wir erneut hier", sagt Schmitz, der die "Eifeler Mondlandschaft" im Lava-Gestein gerne als festen Austragungsort für die Europameisterschaft haben möchte.Eifel als fester Wettkampfort


"Nicht in jedem Jahr, weil wir den Teilnehmern auch andere Aufgaben vom Gelände her stellen möchten. Aber wir würden gerne immer mal wieder hier Wettkämpfe austragen."
Vier Tage vor dem ersten Wertungslauf am Samstagmorgen begannen die Vorbereitungen, mussten unter anderem die Parcours abgesteckt und das Fahrerlager hergerichtet werden. "Da kamen schon mal Leute aus dem Dorf rauf und uns teilweise auch ihre Hilfe anboten. Wir fühlen uns echt wohl hier."

Ein Trupp von freiwilligen Feuerwehrleuten begleitet die Trial-Artisten bei allen ihren EM-Läufen in Frankreich, Deutschland, Österreich und Tschechien. Sie achten darauf, dass nach Unfällen ("Ab und zu fällt schon mal einer um...") kein Altöl und keine Schadstoffe in das Erdreich eindringen. Und immer dabei ist auch ein Baggerfahrer, der im Notfall einen liegen gebliebenen 40-Tonner an den Haken nimmt und ihn aus dem Dreck zieht.

Das Spektakel hatte viele Hunderte von Zuschauern angelockt. Auch Ortsbürgermeister Michael Jax sah sich das Spektakel am Sonntag an und kam zu der Schlussfolgerung: "Spektakulär, was die auf ihren Lkw zeigen."
Eine feste Bleibe der Brummi-Artisten oberhalb der Gemeinde würde er begrüßen. "Ist doch toll, wenn man seinen Gästen so etwas bieten kann." Auch die örtlichen Vereine halfen mit. Feuerwehr und Musikverein stellten Helfer für die Parkplatz-Organisation zur Verfügung. "Das machen die gerne."

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volksfreund.de/fotosExtra

Die Europameisterschaft im Truck-Trial wird in sechs Läufen auf unterschiedlichen Geländeformationen ausgetragen. Es geht um vier EM-Titel (Dreiachser, Vierachser, Zweiachser und nicht seriennahe Prototypen). Neben Trucks von Mercedes-Benz, MAN, Volvo, Steyr oder Unimog werden auch Eigenkonstruktionen an den Start gebracht. Es gelten schärfste Sicherheitsvorkehrungen. Pflicht sind ein Überrollkäfig im Führerhaus, Helm, Vierpunkt-Gurte und ein zertifiziertes Löschsystem. Die Lkw müssen zudem mit einem Stromkreisunterbrecher ausgerüstet sein, der den Motor abschaltet und alle stromführenden Teile mit Ausnahme des automatischen Feuerlöschsystems unterbricht. jüb