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Dorfpolizisten gehen auch künftig auf Streife

Dorfpolizisten gehen auch künftig auf Streife

Die Polizei im Kreis Vulkaneifel besetzt - entgegen anderslautender Gerüchte - auch künftig die Stellen der vier Bezirksbeamten. Weil aber etliche Polizisten in naher Zukunft in Ruhestand gehen, drohen personelle Engpässe. Deshalb kann es auch beim Bezirksdienst zeitweise zu unbesetzten Stellen kommen.

Daun/Gerolstein. Beim Bezirksdienst der Polizei, also den Dorfpolizisten, stehen gravierende personelle Änderungen an. "Nur bei einem der Vier steht vorerst kein Wechsel an", fasst Heinz-Peter Thiel, Chef der Polizeiinspektion Daun, die aktuelle Personalsituation zusammen.
Der eine ist Gerd Junk (55), Dorfpolizist in Daun-Stadt, der noch bis 2019 im Dienst ist. Thiel fügt aber auch - als Reaktion auf die anderslautenden Gerüchte im Kreis - direkt hinzu: "Wir werden den Bezirksdienst weiterhin aufrechterhalten, weil er Sinn macht. Die Beamten sind nah am Geschehen dran, und sie genießen hohes Ansehen."
Zuletzt wurden im Verbandsgemeinderat in Hillesheim Befürchtungen geäußert, dass die Stelle von Johann Strunk (57), der Ende Juni dieses Jahres in Altersteilzeit geht, nicht wiederbesetzt werde. Bereits Ende Mai geht der Bezirksdienstbeamte der Region Daun-Land, Gerd Waldorf (59), in den Ruhestand. Und in Kelberg hat bereits dieser Tage Ewald Thielen adieu gesagt, der vorübergehend die Nachfolge von Norbert Leinung angetreten hatte. Leinung ist im Sommer 2012 ausgeschieden. Für Kelberg ist aber bereits ein Nachfolger installiert worden: Karl-Heinz Krämer. In Gerolstein gibt es keinen Dorfpolizisten, da dort eine Wache mit elf Mann Besetzung ist.
Wer auf Strunk in Hillesheim sowie Waldorf in Daun-Land folgt, sei noch nicht abzusehen, ebenso wenig, wann die Nachfolger antreten.
Denn die Polizei im Vulkaneifelkreis hat grundsätzlich mit Überalterung und Nachwuchssorgen zu kämpfen. "Unsere Mannschaft ist mit einem Durchschnittsalter von 50 Jahren überaltert, weshalb wir bis 2015 auch etliche Abgänge haben. Ich freue mich daher über jeden erfahrenen Kollegen, der freiwillig verlängert, und natürlich über jede Neuzuweisung."
Eine "vorübergehende Nichtbesetzung von drei oder vier Monaten" könne daher durchaus sein, sei aber zu verkraften. Denn zunächst würde sichergestellt, dass der Wechselschichtdienst besetzt sei. Der Erste Polizeihauptkommissar sagt: "Das ist unser Herzstück, mit dem wir die Sicherheit für die Bürger rund um die Uhr gewährleisten." Minimum sei, dass zwei Streifenwagen (mit je zwei Beamten) unterwegs seien sowie ein Ansprechpartner auf der Wache im Dienst sei. Also stets fünf Beamte. Tagsüber seien es wegen der Kollegen aus Gerolstein vier Streifenwagen. Um das stets zu gewährleisten, würden zeitweise aus anderen Abteilungen Beamte abgezogen.
Denkbar sei auch, da auch die Kripoabteilung in Daun personell gebeutelt sei, dass die Kollegen aus Wittlich vermehrt angefordert und in die Dauner Fälle einbezogen werden, berichtet der Inspektionsleiter. Thiel: "Wir stehen am Anfang einer kritischen Phase, der wir durch flexible Dienstgestaltung begegnen." Und natürlich würde der Personalbedarf immer rechtzeitig dem Polizeipräsidium beziehungsweise dem Land gemeldet.
Alfred Haas, Dauns stellvertretender Polizeichef, sagt: "Wir sind immer ganz gespannt, wie viele neue Kollegen uns zum 1. Oktober zugewiesen werden." In drei bis vier Jahren wird sich nach Einschätzung von Thiel die Lage entspannen: "Das Land will die Ausbildungskapazitäten an der Polizeihochschule deutlich erhöhen. Ich bin zuversichtlich, dass wir 2017/2018 viele neue junge Kollegen hier begrüßen können."
Er selbst wird dies nicht mehr tun, zumindest nicht als deren Chef. Denn Thiel selbst geht von der Fahne: am 31. März. Schließlich leitet er ab 1. April die Geschäfte im Haus nebenan: als Landrat des Kreises Vulkaneifel. Wer sein Nachfolger bei der Polizei wird, ist noch offen.
Eine Umfrage dazu finden Sie unter volksfreund.de/umfragen
Extra

Die Polizeiinspektion Daun hat nach Angaben von Inspektionsleiter Heinz-Peter Thiel 66 Stellen. Vier Beamte sind bereits 2012 ausgeschieden, in den nächsten beiden Jahren gehen voraussichtlich weitere zehn Beamte in den Ruhestand. Hinzu kommt nach TV-Informationen, dass vier Dauner Beamte längerfristig versetzt sind - ohne Ersatz. Dem stehen lediglich zwei Neueinstellungen 2012 gegenüber. Am stärksten betroffen ist die Wache in Gerolstein mit insgesamt sieben Abgängen. mh