Energie: Dorfwärme-Projekt geht in die heiße Phase

Energie : Dorfwärme-Projekt geht in die heiße Phase

Das Vorhaben in Müllenbach geht in die heiße Phase. Für die Bürger gibt es wöchentliche Sprechstunden.

Mehr als 100 interessierte Müllenbacher hatten sich in der Schieferlandhalle eingefunden, um sich über die Vorteile der Nahwärmeversorgung zu informieren. Ortsbürgermeister Andreas Klotz freute sich. „Wir sind schon seit einigen Jahren im Projekt als Cochem-Zeller Energiedorf unterwegs. Jetzt geht es endlich in die Kundenakquise und damit in eine wichtige und entscheidende Phase“, betont der Ortschef, „das Projekt der Dorfwärme bietet unserer Gemeinde eine einmalige Chance.“

Die Zuhörer folgten gespannt den Ausführungen der Experten. Geplant ist ein Nahwärmenetz im gesamten Dorfgebiet mit einer Heizzentrale und dazugehörigem Solarthermiefeld. Ein Holzlager bevorratet regionale Holzhackschnitzel und wird in der Regel zweimal pro Woche von einem LKW beliefert. Die durch Verbrennung entstehende Wärme wird gespeichert und über ein Rohrleitungssystem auf die Müllenbacher Haushalte verteilt.

Hier bietet sich ein weiterer Vorteil, denn bei der Verlegung der Rohre werden zeitgleich auch Leerrohre für Glasfaserkabel mitverlegt, diese garantieren den Teilnehmern am Projekt schnelles Internet. Errichter und Betreiber der Dorfwärmeversorgung werden die Kreiswerke Cochem-Zell sein. Neben Wasserversorgung und Abfallwirtschaft wurde im Frühjahr 2019 der weitere Betriebszweig „Nahwärme“ eingerichtet. Der Eigenbetrieb des Landkreises Cochem-Zell verfolgt keine Gewinnerzielungsabsicht. Er verfolgt das Ziel, vor allem heimische Ressourcen zur Umstellung von fossiler auf erneuerbare Energie einzusetzen. „Die Kreiswerke als Betreiber zur Verfügung zu haben, ist für Sie ein unschätzbarer Vorteil. Dies ermöglicht Ihnen eine nachhaltige und kostengünstige Energieversorgung“, betonte Ulrich Schäfer vom Ingenieurbüro IBS Schäfer aus Stromberg und informiert weiter, dass es einer Anschlussquote von etwa 60 Prozent bedarf, um das Nahwärmenetz wirtschaftlich betreiben zu können. Dirk Barbye, Geschäftsführer der lokalen Energieagentur „Unser Klima Cochem-Zell“, beschrieb den Projektablauf. „Jeder Hauseigentümer soll die Möglichkeit bekommen, kostenfrei und unverbindlich ein Angebot für seine Immobilie zu erhalten. Der Arbeitskreis bietet ab sofort immer dienstags in der Zeit von 18.30 bis 20 Uhr in der Schieferlandhalle eine Sprechstunde an. Die Akquisephase wird einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten umfassen.“

Eine Infobroschüre, die vom Netzwerkbüro der Kreisverwaltung herausgegeben wurde, gab zusätzlich wichtige Informationen und einen Projektüberblick. Ein 18-minütiger Kurzfilm zeigte ein etabliertes Bespielprojekt im Hunsrück.

Infos unter www.dorfwaerme- cochem-zell.de abrufbar.

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