Dorfwettbewerb: Jetzt gilt: Daumen drücken Basberg und Bodenbach!

Dorfwettbewerb: Jetzt gilt: Daumen drücken Basberg und Bodenbach!

Basberg und Bodenbach haben sich beim Gebietsentscheid der Region Trier im Dorfwettbewerb einer Jury präsentiert. Was ihr Auftritt wert war, erfahren die Orte Anfang Juli.

Stippvisite der Bezirkskommission und der Basberger Begleiter bei Fritz von Mengden (links): Er führt in einem alten Gebäude eine Weinhandlung, seine Lebensgefährtin hat dort ein Atelier. TV-Foto: Stephan Sartoris. Foto: (e_daun )

Bodenbach/Basberg Wann immer eine neue Runde im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" eingeläutet wird, erinnert man sich im Kreis Vulkaneifel gern an die Erfolge früherer Jahre. Und die sind vor allem mit Kerpen in der Verbandsgemeinde (VG) Hillesheim verbunden, das einst Bundessieger war und zuletzt 2013 Rheinland-Pfalz im Bundesentscheid vertreten hat. In diesem Jahr haben sich auf Kreisebene fünf Orte beworben: Kerschenbach (VG Obere Kyll), Duppach (VG Gerolstein), Steineberg (VG Daun), Bodenbach (VG Kelberg) und Basberg (VG Hillesheim). Ergebnis: Bodenbach als erst- und Basberg als zweitplatzierter Ort vertreten den Kreis in der nächsten Runde.
Und die ist für die Vulkaneifel-Vertreter am Dienstag eingeläutet worden. In Bodenbach gilt dabei: Hier spielt die Musik! Das macht der Musikverein mit seinen Ständchen schon klar, als die Jury des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" im 220-Einwohner-Ort eintrifft. Die sechsköpfige Bezirkskommission ist derzeit unterwegs, 14 Gemeinden in vier Kreisen besuchen die Fachleute, um den Wettbewerbssieger für die Region Trier zu ermitteln.
Im Kreis Vulkaneifel haben die Bodenbacher als Sieger den Ton angegeben. Kein Wunder, dass der Ort als "musikalisches Dorf mit Geschichte" präsentiert wird. Und, nicht zu vergessen, als Ort mit Zukunft, wofür auch Ortsbürgermeister Thorsten Krämer steht. Er ist 34 Jahre alt - da sind noch viele Amtszeiten möglich. Für ihn ist "ein Dorf ohne Verein wie ein Haus ohne Dach". Davor müssen sich die Bodenbacher nicht fürchten, können sie doch ein reges Vereinsleben vorweisen, vom Musik- bis zum Junggesellenverein, und alle bekommen die Gelegenheit, sich der Jury vorzustellen.
Aber Bodenbach hat nicht nur Zukunft, sondern pflegt auch seine Geschichte. Und die reicht weit zurück. Seit 2015 zeigt der Ort mit dem "Museum in der Landschaft - Römische Villa Bodenbach" sein römisches Erbe.
Allein die Teilnahme am Dorfwettbewerb hat sich für den Ortsbürgermeister gelohnt. Denn "dadurch ist richtig Bewegung ins Dorf gekommen. Es ist einfach toll, wie viele Leute sich engagiert haben." Von der Kommission erhofft er sich Anregungen von neutraler Seite. Und die bekommt er auch: beispielsweise, dass das Dorf die spürbare Dynamik, den Schwung mitnehmen soll, um weiter voranzukommen. Und ein besonderes Lob eines Jurymitglieds: "Ich habe Ihr Dorf als sehr humorvoll erlebt."
Ihr Dorf hat zwar nur 90 Einwohner, aber verstecken müssen sich die Basberger wahrlich nicht - auch nicht beim Besuch der Bezirkskommission. Selbstbewusst präsentieren Ortsbürgermeister Franz-Josef Diederichs und seine Mitstreiter den Ort. Ihre Begeisterung für ihren Heimatort wirkt nicht aufgesetzt, sondern es ist echte Verbundenheit zu spüren, auch von denen, die keine Eifeler Wurzeln haben und noch nicht lange in Basberg leben.
Wie Anna-Maria Doll. die wie ihr Mann aus Norddeutschland stammt und 2011 "zufällig hier gelandet" ist. "Wir haben hier unser persönliches Bullerbü gefunden", sagt die zweifache Mutter. "Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen", heißt es, und da leistet Basberg laut Ortsbürgermeister Diederichs ganze Arbeit. Es ist ja auch genug zu tun, denn mehr als ein Viertel der Einwohner sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. "Man kennt sich, man hilft sich, wir haben einfach einen super Zusammenhalt", freut sich der Ortsbürgermeister. Auch an Zukunftsplänen mangelt es nicht, so soll ein neues Gemeindehaus entstehen. Bei Kommissionsmitglied Maria Hübner hat die Präsentation offenbar Wirkung gezeigt: "Haben Sie noch ein Haus frei?"
Die Jury ist weg, nun heißt es Daumen drücken und Geduld haben: Die Ergebnisse des Gebietsentscheids werden am 7. Juli verkündet. Prognosen wollen die Bürgermeister nicht abgeben: "Wir haben uns so gut wie möglich verkauft und schauen, was rauskommt."