Dreimal Nein zur Ganztagsschule

Zwischen Freude und Enttäuschung: Während die Realschule plus Hillesheim die Ganztagsschuloption vom Land bekommen hat, gehen Gillenfeld, Manderscheid und Kelberg wie schon im Vorjahr leer aus.

Gillenfeld/Kelberg/Manderscheid/Hillesheim. Die Enttäuschung in Gillenfeld ist groß. Zum zweiten Mal hatte die Realschule plus einen Antrag auf ein Ganztagsangebot gestellt, zum zweiten Mal muss die Einrichtung eine Absage hinnehmen. "Das Land hat uns gesagt, wir müssten das mit Manderscheid gemeinsam machen", sagt Bruno Niederprüm, Leiter der Grund- und Realschule plus in Gillenfeld. Wenn es ein gemeinsames Konzept gebe, wäre das Land gerne bereit ‚Ja' zu sagen, fügt er hinzu. Verstehen kann er das aber nicht, denn "wir müssen uns selbst bewegen, das geht nicht mit politischem Druck."

Dreizügigkeit als wichtiges Kriterium



Realschulen plus sollen laut Landesministerium für ein Ganztagsangebot mindestens drei Klassen pro Jahrgang haben. Die Gillenfelder Realschule ist mit 247 Schülern aber nur zweizügig - so wie auch die Realschule plus in Manderscheid. Für beide Schulen hat es in diesem Jahr nicht gereicht.

"Aber wir haben ja schon einen freiwilligen, von der Verbandsgemeinde mitfinanzierten Ganztagsschulbetrieb", sagt Niederprüm. Nun werfe das Land die Gillenfelder Realschule plus mit einer Schule in einen Topf, an der es noch keine solche Vorleistung gebe, kritisiert er.

Bereits im vergangenen Jahr hatte es Planungen zu einer möglichen Fusion zwischen den beiden Schulen gegeben. Seither hat sich nur wenig getan. Ein Zusammenschluss ist noch in weiter Ferne. Laut Niederprüm gibt es keinen direkten Kontakt zwischen den beiden Schulleitungen.

Sein Manderscheider Kollege Karl Weins sieht jedoch auch mit einer Fusion keine besseren Chancen für ein Ganztagsangebot: "Ich denke nicht, dass wir nach einer Fusion größer als zweizügig wären, das wären dann auch keine anderen Voraussetzungen." Er bedauert jedoch die Absage, denn 50 Prozent der Eltern hätten Interesse an dem Betreuungsangebot angekündigt.

Neben Gillenfeld und Manderscheid ist auch die Realschule plus St. Martin Kelberg leer ausgegangen. Den Grund kennt Schulleiter Johannes Philipp noch nicht. Die Absage sei aber "sehr schade", da mittlerweile auch schon mehr als die geforderten 54 Schüler das freiwillige Betreuungsangebot am Nachmittag nutzen würden. Ob die Schule noch einen dritten Antrag stellen wird? "Versuchen kann man es immer", sagt Philipp.

Für Karl Häfner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Kelberg, ist der ablehnende Bescheid aus Mainz "höchst bedauerlich". "Das bereits bestehende Ganztagsangebot der Grundschule wird gut angenommen, deshalb sind viele Eltern daran interessiert, ein entsprechendes Angebot auch in der Sekundarstufe zu bieten. Die Schule hat ein gutes Konzept vorgelegt, schade, dass es nicht den Zuschlag bekommen hat." Er kündigt an: "Die VG als Schulträgerin wird weiter am Ball bleiben in Sachen Ganztagsangebot für die Realschule plus."

Ein frühes Weihnachtsgeschenk - darüber kann sich dagegen Peter Steffgen, Schulleiter der Augustiner-Realschule plus in Hillesheim, in diesem Jahr freuen. Denn das Landesministerium hat sich für die Ganztagsschule ausgesprochen. Steffgen: "Ich bin froh, dass wir Klarheit haben." Nun komme es allerdings darauf an, dass genügend Eltern das Konzept annähmen. Das werde demnächst in einer Informationsveranstaltung vorgestellt. Auch Schulelternsprecher Erich Hennes ist von der Zusage begeistert: "Ich kann die Schule nur beglückwünschen."