Dritte Eifeler Motorradsymposium: Tipps für Wiedereinsteiger auf schweren Maschinen

Wiesbaum · 65 Teilnehmer sind zur Veranstaltung des Polizeipräsidiums Trier ins Grüderzentrum HIGIS in Wiesbaum gekommen. Zentrales Thema war die Sicherheit, aber auch der Spaß am Fahren kam nicht zu kurz.

 Mit der Harley durch den Parcours: Hans-Joachim Gerlitz aus Mechernich ist einer der 65 Teilnehmer des 3. Eifeler Motorradsymposiums, die ein Fahrsicherheitstraining in Wiesbaum absolvieren. TV-Foto: Vladi Nowakowski

Mit der Harley durch den Parcours: Hans-Joachim Gerlitz aus Mechernich ist einer der 65 Teilnehmer des 3. Eifeler Motorradsymposiums, die ein Fahrsicherheitstraining in Wiesbaum absolvieren. TV-Foto: Vladi Nowakowski

Foto: vladi nowakowski (now) ("TV-Upload nowakowski"

Wiesbaum. Wiedereinsteiger ab 45 Jahren sind in der Eifel an rund 40 Prozent aller Unfälle beteiligt, sagt die Statistik. "Reine Geschwindigkeitskontrollen beseitigen das Problem nicht", sagt Dietmar Braun, Leiter der Polizei-Inspektion Bitburg. "Daher wurde in Zusammenarbeit mit der Polizei in Nordrhein-Westfalen, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden das Konzept für diese präventive Veranstaltung entworfen." Mit im Boot sind auch der ADAC, der Deutsche Kraftfahrzeug-Überwachungsverein (Dekra) und die Eifel Tourismus GmbH. Allesamt bieten sie unter dem Motto "Motorradfahren in der Eifel - aber sicher!" theoretische und praktische Hilfe für die wachsende Risikogruppe der Motorradfahrer ab 45 Jahren. "Zumeist handelt es sich um Fahrer, denen nach vielen Jahren der Abstinenz die Praxis fehlt und die sich dennoch für eine schwere Maschine entscheiden", erklärt Polizeioberrat Braun. "Dabei bedenken sie oft nicht, dass zum Führen eines PS-starken Zweirads körperliche Fitness und das Bewusstsein für Gefahren und Geschwindigkeit gehören." 200 Anmeldungen waren im Vorfeld des Motorradsymposiums eingegangen, das Fachvorträge von Medizinern zum Verhalten am Unfallort und zu gesundheitlichen Risiken der Motorradfahrer ab 45 bot.
Experten von Dekra und ADAC referierten zu technischen Fahrhilfen, passender Bekleidung, aber auch zur Gefahr der Selbstüberschätzung im Straßenverkehr. Heike Raab, Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Innenministerium, sprach über mögliche Baumaßnahmen, die für zusätzliche Sicherheit der Motorradfahrer sorgen könnten: In der Eifel sind das vor allem doppelte Leitplanken und griffigerer Asphalt auf den kurvenreichen Straßen. Dietmar Braun freut vor allem die hohe Zahl der Anmeldungen: "Damit wird mit Sicherheit auch 2016 ein Motorradsymposium in der Eifel stattfinden. Die hohe Resonanz zeigt, dass die älteren Motorradfahrer bereit sind, Tipps anzunehmen."
Beim abschließenden Fahrtsicherheitstraining auf dem HIGIS-Gelände kommt auch die Freude am Fahren nicht zu kurz. Unter Aufsicht von Fahrlehrern absolvieren die Teilnehmer auf ihren Maschinen Übungen zum Ausweichen und zum richtigen Bremsen.
"Das Symposium kurz vor Beginn der Motorrad-Saison ist sehr sinnvoll", sagt der 62-Jährige Hans-Joachim Gerlitz aus Mechernich, der seine schwere Harley geschickt durch die aufgestellten Pilonen manövriert.
"Die Maschinen müssen alle zwei Jahre durch den Tüv, aber über unsere eigene Fitness machen wir uns zu wenige Gedanken." now