Druck aus dem Norden

DAUN/EUSKIRCHEN/BAD NEUENAHR-AHRWEILER. (mh) Finanzmittel sichern, Baurecht schaffen, zügig weiterbauen: Das fordern die Landräte der Kreise Euskirchen und Bad Neuenahr-Ahrweiler, Günter Rosenke und Jürgen Pföhler, von den Ministerpräsidenten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

Nach Ansicht der Kommunalpolitiker bietet der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung verstärkte Chancen für den vollständigen Bau der Eifelautobahn A 1. Daher fordern die Landräte Günter Rosenke und Jürgen Pföhler die Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, Jürgen Rüttgers und Kurt Beck, auf, sich jetzt "mit Hochdruck" beim Bundesverkehrsminister für zwei Ziele einzusetzen: die Bereitstellung der Finanzmittel und die Schaffung des Baurechts für den Lückenschluss. In einem gemeinsamen Schreiben an die Länder-Chefs in Düsseldorf und Mainz führen die beiden Land- räte mehrere Argumente für die A 1 auf. Die Autobahn könne ihre Funktion als wichtige Nord-Süd-Achse im europäischen Fernstraßennetz nur dann erfüllen, wenn die bestehende, rund 30 Kilometer große Lücke zwischen den Anschlussstellen Blankenheim und Daun-Rengen geschlossen werde. Der Lückenschluss sei für die Kreise Euskirchen und Bad Neuenahr-Ahrweiler "das bedeutendste überregionale Verkehrsprojekt überhaupt". Als "entscheidender Standortfaktor" sei die A 1 vor allem für den strukturschwachen ländlichen Raum "überlebenswichtig" und werde dem dortigen Bevölkerungsrückgang entgegenwirken. Zudem ist das Duo zuversichtlich, dass durch die vollendete A 1 die "Verkehrs- und Wirtschaftsanbindung" der Region wesentlich verbessert werde. Pföhler: "Und dadurch werden neue, heimatnahe Arbeitplätze entstehen." Der Lückenschluss schaffe eine Di- rektverbindung zum Großraum Köln, verbessere die Situation für Pendler, entlaste die Gemeinden vom Durchgangsverkehr und erhöhe die Verkehrssicherheit. Rosenke meint: "Prosperierende Gewerbegebiete entlang der A 61 sind beste Beispiele für Entwicklungsschübe, die eine Autobahn auslösen kann." Zwar weise der Bundesverkehrswegeplan 2003 bis 2015 den Lückenschluss der A 1 zwischen Blankenheim und Daun als vordringlichen Bedarf aus. Doch während der Abschnitt Daun-Kelberg bereits im Bau sei, bestehe für die beiden übrigen Teilstücke noch kein Baurecht. Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD sei aber festgelegt, dass die Bundesregierung die Investitionen in die Bundesverkehrswege deutlich erhöhen und festgeschriebene Projekte zügig voranbringen wolle. Deshalb meinen die beiden Landräte: "Das bringt gute Chancen auch für die A 1, die Ministerpräsidenten müssen handeln."