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"Echte Vorzeigekommune"

"Echte Vorzeigekommune"

Der Verbandsgemeinde-Rat Kelberg hat einstimmig eine Resolution zur kommunalen Gebietsreform in Rheinland-Pfalz beschlossen. Tenor der Resolution: Ein "Erfolgsmodell" wie die VG Kelberg dürfe nicht in Frage gestellt oder aufgelöst werden.

Kelberg. In der seit einiger Zeit laufendne Diskussion um eine mögliche Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz hat der VG-Rat Kelberg ein Zeichen gesetzt: Die Fraktionen und Gruppierungen (CDU, SPD, FWG, Grüne, Unabhängige Wählergemeinschaft Hochkelberg, Freie Wählergruppe Jax) beschlossen einstimmig eine Resolution, in der ausführlich erläutert wird, warum die VG Kelberg aus Sicht der Ratsfraktionen kein Auslauf-, sondern ein Erfolgsmodell ist. "Übergroßes und unnatürliches Gebilde"

Überlegungen des Landes, kleinere VGen zusammenzulegen, erteilt der Rat eine klare Absage: "Die Einwohnerzahl kann nicht der ausschlaggebende Maßstab dafür sein, ob eine VG eigenständig bleibt oder mit einer anderen zusammengelegt wird." Ein Zusammenlegen der 140 Quadratkilometer großen VG Kelberg mit rund 8000 Einwohnern in 33 Gemeinden und vier Ortsbezirken würde ein "übergroßes und unnatürliches Gebilde" ergeben. Jede Bürgernähe, jedes Wir-Gefühl und jede Zusammengehörigkeit blieben dabei "unwiederbringlich" auf der Strecke. "Verwaltungsbetriebwirtschaftliche Gründe" für eine Zusammenlegung seien ebenfalls nicht zu erkennen. So sei von einem Experten festgestellt worden, dass größere Gebietskörperschaften deutlich höhere Verwaltungskosten pro Einwohner verursachten als kleinere Einheiten. "Genau diese Aussage findet sich auf den Punkt gebracht und bestätigt in der VG Kelberg", heißt es in der Resolution. Auch die finanzielle Situation sei gut: "Obwohl in den vergangenen Jahrzehnten eine sehr gute kommunale Infrastruktur geschaffen wurde, stehen die VG und die Ortsgemeinden wirtschaftlich gut da." Das Resümee: "Die VG Kelberg ist in entscheidenden Gesichtspunkten eine echte Vorzeigekommune. Ein derartiges Erfolgsmodell darf nicht in Frage gestellt oder gar aufgelöst werden. Gründe der Bürgernähe, der Wirtschaftlichkeit oder der Leistungsfähigkeit der Verwaltung sprechen erkennbar nicht dafür, die VG Kelberg zur Disposition zu stellen."Weg geebnet für das Projekt "Motorsportdorf"

Der Rat zudem hat den Weg für das sogenannte "Motorsportdorf" in Drees geebnet, das Teil der "Erlebnisregion Nürburgring" ist. Die Verbandsgemeinde wird sich 50 000 Euro an den Erschließungskosten beteiligen als Voraussetzung dafür, dass das Land beim Projekt "Motorsportdorf" mitmacht (ausführlicher Bericht folgt). Meinung Bestenfalls ein "Reförmchen" Es wäre auch ein Wunder gewesen, wenn der VG-Rat "seine" Verbandsgemeinde nicht ins beste Licht gestellt und nicht die Eigenständigkeit gefordert hätte. Warum sich auch selber in Frage stellen, wenn es dafür keinen Grund gibt? Ernsthafte Befürchtungen wegen einer möglichen Auflösung der VG muss man zwischen Neichen bis Nitz aber sowieso nicht haben. Angesichts des derzeitigen Stands der Diskussion um eine Verwaltungsreform wird es keinen großen Wurf geben, viele prophezeien schon jetzt, dass bestenfalls ein "Reförmchen" ohne Veränderungen der Gebietszuschnitte herauskommt. Deshalb kann die VG Kelberg die weitere Entwicklung selbstbewusst und entspannt verfolgen. s.sartoris@volksfreund.de