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Ehrenamtliche sind beste Vorbilder - Caritas zeichnet engagierten Frauen der Kleiderbörse in Daun aus

Ehrenamtliche sind beste Vorbilder - Caritas zeichnet engagierten Frauen der Kleiderbörse in Daun aus

Seit mehr als 30 Jahren gibt es in Daun die Kleiderbörse. Dass sich etwa 40 Frauen und Männer dafür ehrenamtlich engagieren, ist für den Caritasverband (CV) Westeifel als Träger keine Selbstverständlichkeit. So waren die Helfer zu einer Dankes- und Ehrungsfeier in das Seniorenhaus Regina Protmann eingeladen.

Daun. Sie sind Pioniere: Resi Diewald (74) und Agnes Scheid (82) aus Steinborn und Brigitte Oberdieck (72) aus Neunkirchen können als die guten Geister der Kleiderbörse bezeichnet. Seit mehr als drei Jahrzehnten sind sie mit dabei. Zurzeit sei die Situation ähnlich wie Anfang der 1990er Jahre, erzählen sie.
Damals seien Ströme von Hilfe bedürftigen Menschen aus Russland gekommen.

Heute gelte es, die Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Afrika mit Kleidung auszustatten. "Da gibt es damals wie heute immer wieder wunderbare Glücksmomente", sagen die Frauen, die ein bis zwei Mal im Monat Dienst in der Kleiderbörse tun.
Das Glück und die Dankbarkeit über schöne, passende, saubere Kleidung stünde den Kunden der Kleiderbörse oftmals im Gesicht geschrieben. "Und deshalb macht es uns immer noch Spaß, und wir wollen dabeibleiben, solange es unsere Gesundheit zulässt", erklären sie übereinstimmend.
Resi Diewald, Agnes Scheid und Brigitte Oberdieck sind nun mit ihren Mitstreitern bei der Kleiderbörse geladene Gäste des Caritasverbands Westeifel. "Wir möchten Ihnen mal wieder offiziell für Ihr Engagement danken", betonte der CV-Vorsitzende Friedbert Wißkirchen.

Das Ehrenamt sei trotz der hohen sozialen Absicherung in Deutschland ein unverzichtbarer Faktor, sagte er und nannte die Ehrenamtlichen "die besten Vorbilder". "Vielen Dank aus vollem Herzen", erklärte er und überreichte gemeinsam mit der Koordinatorin Melanie Schermann Dankesschreiben, Urkunden und Ehrennadeln (siehe Extra).
Die Feier war mit einer Messe in der Kapelle des Seniorenhauses Regina Protmann eröffnet worden. Dabei hatte Pfarrer Ludwig Hoffmann den Ehrenamtlichen gesagt, dass sie "der christlichen Caritas ein Gesicht geben". Sie überließen Menschen mit sehr begrenzten Mitteln nicht ihrem Schicksal. Mit Kleidung bedecke der Mensch mehr als nur seine Blöße. "Kleidung hat mit der Würde des Menschen zu tun", betonte der Geistliche.Extra

Dankschreiben des Bistums Trier haben Resi Diewald (Steinborn), Ursula Flaam (Daun), Maria Hoffmann (Darscheid), Anni Kettern (Mehren), Erna Kläs (Waldkönigen), Brigitte Oberdieck (Neunkirchen), Maria Ring (Mehren), Agnes Scheid (Steinborn), Mathilde Schneider (Darscheid), Marlene Scholz (Mehren) und Elfriede Schu (Mehren) erhalten; goldene Ehrennadel und Dankschreiben des Bistums für Berta Scheid (Daun-Neunkirchen); silberne Ehrennadel für Mechthild Fügen (Mehren), Regina Johann (Darscheid) und Silvia Kuth (Üdersdorf); Ehrenurkunde für Renate Heidan (Daun), Dorothea Mayer (Üdersdorf), Marie-Luise Rademacher (Kötterichen), Angelika Thiel (Daun), Karin Tillmann (Höchstberg) und Anita Tittel (Mehren). bbExtra

Die Idee der Kleiderbörse geht auf den ehemaligen Mitarbeiter des CV Westeifel, Hubert Peifer, zurück, der Anfang der 1980er Jahre in seiner Diplomarbeit das Projekt skizzierte. Der Dekanatsratsvorsitzende Peter Heck griff die Idee auf und setzte sie 1982 mit Frauen und Männern aus dem Raum Daun als Kleider- und Möbelbörse in der Scheune des Neunkirchener Pfarrhauses um. 1984 siedelte die Einrichtung nach Pützborn in das heutige Musikhaus Müller um und ging in die Trägerschaft des CV Westeifel über. 1992 zog die Kleiderbörse (ohne Möbelbörse) in die Dauner Gartenstraße um, 2002 in das neue Caritashaus in der Mehrener Straße. Seit 2009 beherbergt das ehemalige Hotel Groß in der Maria-Hilf-Straße die Kleiderbörse. "Und auch dort sind die Platzverhältnisse beengt", sagt CV-Vorsitzender Friedbert Wißkirchen bei der Feier zur Ehrung langjähriger Mitarbeiterinnen. bb