Krimilesung : Mord am Maar – Eifel-Kulturtage ausverkauft

„Es ist einfach befreiend, nach der Pandemie wieder zu einer Veranstaltung gehen zu können und andere Leute zu sehen“, sagt Louisa Ensch während der Lesung von Roland Jankowsky, den viele Menschen aus der Krimiserie „Wilsberg“ kennen, wo er den Kommissar „Overbeck“ spielt.

Die Veranstaltung war mit 120 Besuchern ausverkauft, ebenso wie die Reisegruppe Ehrenfeld. Auf der Bühne vor der Maarkulisse blieb Roland Jankowski seinem Metier treu und las Krimi-Kurzgeschichten. Bei einem ging es dann um einen Bauamtsmitarbeiter, der bei dem Versuch eine Liebesschaukel auszuprobieren, umkam. Mit diesem Hilfsmittel hatte er eine Prostituierte umbringen wollen, die versucht hatte, ihn zu erpressen. In einem weiteren Kurzkrimi hatten zwei pensionierte Kommissare, mit viel Fingerspitzengefühl und Gewitztheit, beim Boulespiel einen Mörder identifiziert.Die Geschichten waren sehr gut aufgebaut, so dass die Zuhörer lange im Dunkeln tappten, wie es wohl ausgehen würde. Dazu hat Roland Jankowski ein unheimliches Talent zum Lesen. Er lebt die Sprechrollen, indem er gestikuliert, oft sparsam, aber genau im richtigen Moment, die passende Bewegung macht. Seine Stimme kann mühelos zwischen der verruchten Rosi, die mit tiefer Stimme: „Aber mein Bärchen“ haucht und der keifenden Ehefrau, die ihrem Mann auf der Liebesschaukel erwischt und nur „Pfui Teufel“, pointiert entgegenwirft, wechseln. Ähnlich erging es den Besuchern bei der Geschichte aus Ralf Kramps Buch „Schuss mit Lustig“. Mit ihr wurde man nach Frankreich auf einen kleinen Dorfplatz entführt. Dort spielen zwei, auf den ersten Blick harmlos wirkende ältere Herren, Boule. Ein Tourist, der sich auf die beiden Herren und ihr Spiel einlässt, berichtet ihnen später von einem Mord, den er begangen hat, in der Annahme, die beiden seien ebenfalls Mörder, doch sie waren Kommissare im Ruhestand. Durch die Farbe, die Jankowski in seine Stimme legte, wurden die Charaktere der Personen herausgearbeitet und die Fantasie der Zuhörer angeregt. Dabei bezog er auch die Schafe und Enten mit ein, die am Maar waren und hier und da Laute von sich gaben.

Andreas Schulze, Wilsberg-Fan und auf der Durchreise, sagt zum Abend am Maar: „Ich denke, es tut beiden Seiten gut, dass man mal wieder unter Menschen ist und etwas anderes sieht und hört. Wir genießen den Abend als eingefleischte Wilsberg-Fans ganz besonders.“

Am Samstag kam die Reisegruppe Ehrenfeld mit ihrem Programm „Schnall dich an, Schatz“. Zahlreiche Tanz- und Musikeinlagen, Wortwitz und politische Anspielungen prägten den Abend. Spontaner Zwischenapplaus zeigte, wie entspannt und begeistert sie von den Ehrenfeldern waren. Vom Veranstaltungsort waren sowohl Künstler als auch die Zuschauer und der Veranstalter beeindruckt. Rainer Laupichler, Geschäftsführer der Eifel-Kulturtage meint: „Wir müssen das Schalkenmehrener Maar unbedingt weiterhin im Auge behalten, und wenn möglich, unsere Präsenz ausbauen, es ist ein traumhafter Ort.“