EIFEL-PITTER

Wenn die Frauenzimmer immer wüssten, was sie könnten, wenn sie wollten!" Dies schrieb Goethe 1769 und wohl nichts Gutes ahnend, seiner Jugendfreundin Friederike Oeser. Sie und ihre Geschlechtsgenossinnen kannten noch keinen Weiberdonnerstag.

An diesem Tag wollen ja traditionsgemäß viele Frauen wissen, was sie können. Aber nicht alle wissen, was sie können wollen! Egal! Walburga hat jedenfalls in dieser Hinsicht keine Zweifel: "Trotz Bundespräsident Köhler, Schorsch Hackl, Michael Ballack und Heinz Onnertz geht die Dominanz der Männer zu Ende; unsere Gesellschaft ist eindeutig auf dem Weg ins Matriarchat." Untrügliche Beweise für diese nicht mehr aufzuhaltende Entwicklung sind laut Walburga allein schon die Tatsachen, dass Angela Merkel Bundeskanzlerin wurde und im Gerolsteiner Karneval erstmalig ein Damen-Dreigestirn das Zepter schwingt. Dieses närrische Trio Infernale darf für sich unter anderem in Anspruch nehmen, die mehr oder weniger tragenden Stadtratsfraktionen zu verkörpern: Prinz Renate steht für die CDU, die Jahrzehnte lang Stadt und Land, wenn auch gnaden- und humorlos, repräsentiert und regiert hat. Bauer Erika stellt die kompromisslose Deftigkeit und nicht zu verbergende Bauernschläue der Wählergruppe Möller dar, und Jungfrau Anita repräsentiert die scheue Zurückhaltung und derzeitig zarte Unberührbarkeit der SPD-Fraktion. Kaum war das Dreigestirn im Amt, ging der berühmte Ruck durch die Brunnenstadt: Bei der Proklamation lief Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz zur längst erwarteten Höchstform auf und erntete Jubelstürme für seinen Auftritt als Penner. Und, oh Wunder, den als sehr fromme Menschen bekannten Lissingern wurde die längst verdiente Erleuchtung zuteil, und sie stimmten der Flutlichtanlage auf "ihrem" Sportplatz zu. In die Regierungszeit des närrischen Erfolgstrios fallen ebenso der Baubeginn für innerstädtische Baumaßnahmen im Bereich Hutter/Rondell und der Beschluss, den Bau der Leichenhalle konkret auf den Weg zu bringen. Welche Entwicklung! Ein dreifaches Alaaf und eine Rakete auf Prinz, Bauer und Jungfrau! Lasst Renate, Erika und Anita die Stadtgeschäfte weiter führen. Wozu brauchen die Gerolsteiner noch einen Stadtrat? Schade nur, dass Aschermittwoch dann doch wieder alles vorbei ist. Es werden hauptsächlich wieder die Männer sein, die weiter wurschteln - und das nicht nur in Gerolstein. Also dann bis Aschermittwoch ein kräftiges Alaaf, Helau, Helaaf oder was auch immer!