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Eifeler Theaterfestspiele gehen 2022 in Darscheid über die Bühne

Theater : Der kleine Horrorladen: Warum die Eifeler Theaterfestspiele nach Darscheid umziehen

Die Theaterfestspiele Vulkaneifel ziehen um. Erstmals wird das neue Stück „Der kleine Horrorladen“ in einem Zelt in Darscheid aufgeführt. Mit dem Zelt haben die Veranstalter noch weitere Pläne.

Er hatte es im vergangenen Jahr schon angekündigt und nun wird es (wieder) wahr. Sebastian Krolik, der Dauner Junge, legt als Intendant Anfang September erneut den Fokus auf die Kultur und zwar mit dem international bekannten Musical „Der kleine Horrorladen“. Die Geschichte dreht sich um Mr. Mushnik’s schlecht laufenden Blumenladen, eine exotische Blume, den schüchternen Seymour und die Angestellte Audrey (siehe Extra).

Wie im vergangenen Jahr sind Franziska Schuster und Sebastian Krolik als Hauptdarsteller zu sehen. Der Dauner Stadtbürgermeister Friedhelm Marder, der im vergangenen Jahr die Rolle von Kaiser Franz-Josef mimte, wurde durch einen anderen Prominenten aus der Eifel ersetzt. Mr. Mushnik verkörpert kein geringerer als der bekannte Krimiautor Ralf Kramp. „Er muss in dieser Rolle auch singen“, sagt Krolik, „und das kann er sehr gut“.

Kartenvorverkauf läuft

War es im vergangenen Jahr das Stück „Im Weißen Rössl“, das rund 1000 Zuschauer in die Eifel lockte, läuft schon jetzt der Kartenvorverkauf für die neue Produktion auf Hochtouren. Weil es so gut ankommt, „bieten wir deshalb eine zusätzliche Veranstaltung am Samstagnachmittag an“, sagt Krolik. Und da er in jährlicher Reihenfolge die Festspiele Vulkaneifel fest etablieren möchte, ist der Kleine Horrorladen in den Köpfen der Schauspieler schon Geschichte, denn die Planungen für das kommende Jahr 2023 laufen bereits. Aus „dem kleinen Rahmen“, in dem er anfangs „mal was machen“ wollte, ist längst ein überregionales Ereignis geworden. „Aus dem Kartenvorverkauf können wir erkennen, dass der Radius, aus dem die Zuschauer kommen, größer geworden ist“, berichtet Krolik, „wir liefern ja auch Musicalqualität, die es sonst nur in großen Häusern gibt“.

Vor drei Jahren kam er zurück in die Heimat, nach Daun, und kaufte mit Ehemann Dominik im Stadtteil Gemünden das ehemalige Landhaus Müller, das jetzt zum Landhotel Krolik umbenannt wurde. Genau dort, mit dem Hotel als Kulisse für das „Weiße Rössl“, richtete er das erste Event als Open Air Veranstaltung aus.

Wetterrisiko macht Umzug nötig

Aber das Wetter ist dabei ein Risikofaktor, „ich möchte nicht mehr alle fünf Minuten auf die Wetter-App schauen“, sagt der 35-Jährige. Und deshalb habe man lange nach einem anderen Standort gesucht. „Gegenüber der Lehwaldhalle in Darscheid haben wir einen Platz gefunden, auf dem wir ein Zelt aufstellen werden“, sagt Krolik. Das Grundstück ist von der Gemeinde gepachtet und im Frühjahr beginne man mit dem Aufbau. Wer dabei an ein normales Festzelt denkt, liegt falsch. Es handelt sich um ein zwölf Meter hohes, rundes Kuppel-Zelt mit einem Durchschnitt von rund 30 Metern und trägt den Namen Kabau. „Es ist eine Abkürzung für Kaninchenbau“, lacht der Künstler.

„Ich habe das Zelt gekauft, weil es anders als eine Halle ist, es hat eine andere Atmosphäre und erscheint immer noch ein bisschen sommerlich“. Außerdem seien Wasser und Strom sowie reichlich Parkplätze vorhanden. Für die Veranstaltung im September stehen 300 Sitzplätze zur Verfügung, die Gäste sitzen auf einer Tribüne im Halbrund vor der Bühne. Ein Vorzelt bildet das Foyer mit gastronomischem Angebot.

Verbindungen zu Theaterhäusern nutzen

Aber was geschieht mit dem Zelt nach der Veranstaltung? „Das Zelt bleibt stehen“, sagt Krolik. Denkbar seien zukünftig auch andere Darbietungen. „Ich habe ein großes Netzwerk über die Jahre angesammelt und es wäre schade, wenn das jetzt zerbröseln würde“. Denn der Künstler und heutige Gastronom hat Karriere gemacht und 15 Jahre lang in Berlin und Hamburg bei bekannten Musicals wie Cats, Sister Act oder Tanz der Vampire mitgewirkt. Daher habe er Verbindungen unter anderem zum Schmidt Theater in Hamburg und vielen anderen künstlerischen Organisationen, die man eventuell mal in die Eifel holen könnte. Das Zelt sei auch zu mieten für andere private oder Tournee-Veranstaltungen, bei denen auch Tische platziert werden könnten.

Unterstützung von der Verbandsgemeinde

Das freut auch den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun Thomas Scheppe: „Das Zelt schafft einen neuen Raum für Kunst und Kultur und ist somit ein großer Gewinn für die gesamte Region. Ich unterstütze Sebastian Krolik und sein Team bei der Realisierung und freue mich auf die vielfältigen Events, die wir so in die Vulkaneifel ziehen“. Aber auch der Darscheider Ortsbürgermeister Ulrich Johann ist begeistert: „Er hat dem Gemeinderat das Konzept vorgestellt und wir haben es sehr positiv aufgenommen. Wir werden ihm auch tatkräftig zur Seite stehen. Wenn jemand so etwas in die Hand nimmt, dann muss man das unterstützen. Außerdem erfährt der Ort dadurch einen Mehrwert und wird bekannter.“

Neben harter Arbeit ist die Produktion und Organisation für Sebastian Krolik „auch irgendwie ein Hobby“, wie er gesteht. „Es ist schön, die für mich neue Hotelwelt mit dem, was ich vorher gemacht habe, zu kombinieren.“ Unterstützt wird er von rund 30 Personen im Hintergrund. Und das kostet natürlich nicht nur Mühen, sondern auch Geld. Die Investition beträgt in diesem Jahr rund 75.000 Euro, die teils über Sponsoren gedeckt sind, aber hauptsächlich über den Ticketverkauf generiert werden müssen.

Die Aufführungen sind :

Donnerstag, 1.September, 19 Uhr, Premiere

Freitag, 2. September, 19 Uhr 

Samstag, 3. September, 14.30 Uhr und 19 Uhr

Sonntag, 4. September, 18 Uhr 

Karten gibt es zwischen 39,90 Euro bis 65,90 Euro, je nach Sitzplan.

Infos und Vorverkauf unter www.theaterfestspiele.de