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Eifeler Wacken: Alle Infos zum Metal- & Hardrock-Open-Air „Der Detze rockt“ in Daun-Rengen

Konzerte : Das Eifeler Wacken heißt Detze: Das erwartet die Besucher beim Metal-Festival in Daun-Rengen

Das regionweit bekannte Metal- und Hardrock-Open-Air „Der Detze rockt“ steigt am Fronleichnams-Wochenende in Daun-Rengen. Welche Bands auftreten und warum das Festival in diesem Jahr besonders beliebt ist.

Das Metal-und Hardrock-Open-Air „Der Detze rockt“ auf dem Detzenberg in Daun-Rengen feiert in diesem Jahr – nach der Corona-Zwangspause – sein verspätetes Jubiläum zum Zehnjährigen. Am 17. Und 18. Juni, dem Wochenende nach Fronleichnam, präsentiert die Veranstalter-Crew des gemeinnützigen Vereins „Der-Detze-rockt e.V.“ unter Mithilfe von rund 100 ehrenamtlichen Helfern wieder Bands der etwas härteren Gangart aus der ganzen Welt.

Welche Bands zu „Der Detze rockt“ 2022 nach Daun kommen

Besondere Schmankerl in diesem Jahr sind die beiden legendären Headliner Sodom aus Deutschland und Exciter aus Kanada. Zusätzlich gibt es eine exklusive Iron Maiden-Show des ehemaligen Maiden-Frontmannes Blaze Bayley, einen exklusiven Deutschland-Gig der brasilianischen Band Thrasher Violator sowie viele altbekannte Größen der Szene.

Mit Sodom kommt ein Hauptact der Sonderklasse. Seit Beginn der 1980er Jahre ist sie eine der bedeutendsten Bands aus dem Genre mit mehreren Chartplatzierungen, mehr als zwei Millionen verkauften Alben und Millionen Fans weltweit – bei Facebook haben sie beispielsweise mehr als eine Million Follower.

Hauptorganisator Martin Geisen (34), im normalen Leben Schauspieler mit festem Engagement am Theater Trier und reichlich Leinwanderfahrung, erzählt, wie es zu dem spektakulären Engagement kam: „Nach der kurzfristigen Absage von Razor aus Kanada haben wir überlegt, was wir tun, und in einem Anflug von Größenwahn einfach mal Sodom angefragt - und trotz unseres beschränkten Budgets tatsächlich eine Zusage bekommen. Keine Ahnung wieso, wo die doch weltweit auftreten, beim Wacken beispielsweise vor 70.000 Leuten, aber ist auch egal. Wir freuen uns riesig.“

Vorverkauf für Metal-Festival in der Vulkaneifel läuft gut

Und mit der Detze-Crew auch viele Metal-Fans, denn nach der Information schnellte der Vorverkauf in die Höhe. „Allein in der Nacht danach haben wir über 100 Tickets verkauft“, berichtet Geisen. Aktuell seien bereits rund 1000 Tickets über den Tresen gegangen, was rund dreimal so viel wie in den Vorjahren zum gleichen Zeitpunkt ist. Geisen rechnet mit 1500 bis 2000 Besuchern, inklusive der Bandmitglieder und Crews vielleicht sogar 2500 Leute. „Aber das kriegen wir mit unseren rund 100 Helfern und der Infrastruktur noch gut gehandelt“, sagt der 34-Jährige.

 Das Metal-Festival „Der Detze rockt“ steigt in diesem Jahr zum zehnten Mal - und erwartet so viele Besucher wie nie zuvor. Hier Eindrücke vergangener Festivals. Foto: David Haas/Der Detze rockt
Das Metal-Festival „Der Detze rockt“ steigt in diesem Jahr zum zehnten Mal - und erwartet so viele Besucher wie nie zuvor. Hier Eindrücke vergangener Festivals. Foto: David Haas/Der Detze rockt Foto: TV/David Haas
 Das Metal-Festival „Der Detze rockt“ steigt in diesem Jahr zum zehnten Mal - und erwartet so viele Besucher wie nie zuvor. Hier Eindrücke vergangener Festivals. Foto: David Haas/Der Detze rockt
Das Metal-Festival „Der Detze rockt“ steigt in diesem Jahr zum zehnten Mal - und erwartet so viele Besucher wie nie zuvor. Hier Eindrücke vergangener Festivals. Foto: David Haas/Der Detze rockt Foto: TV/David Haas

Zum Vergleich: Zum Start 2011, als nur an einem Tag gespielt wurde, waren es 380 Zuschauer. Als dann ab 2015 das Festival auf zwei Tage und 16 Bands erweitert wurde, ging die Besucherzahl zunächst kontinuierlich in Richtung 1000, dann sogar darüber. Nun die erneute deutliche Steigerung.

„Inzwischen sind wir das größte Festival im Kreis, sogar größer als Klassiker auf dem Vulkan, wo bei Brings 1500 Leute kommen. Was den Bierkonsum angeht, sind wir bei unserem Händler mit dreieinhalb Kubikmetern Bier, in Fässern wird gar nicht mehr gerechnet, schon lange der größte Abnehmer“, sagt Geisen mit einem Grinsen. Wir rechnen dennoch mal kurz um: Dreieinhalb Kubikmeter macht 3500 Liter Bier oder 75 der schönen silbernen 50-Liter-Fässer. Respekt!

Warum „Der Detze rockt“ Vorteile für den ganzen Kreis hat

Und auch sonst ist das Festival ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor in Daun und der gesamten Vulkaneifel. Seit Beginn an gehen alle Auftrage – falls möglich – an regionale Firmen: vom Getränke-, Zaun- und Dixie-Lieferanten über Bäcker und Metzger bis hin zur Veranstaltungstechnik. Geisen nennt ein weiteres Beispiel: „Allein wir haben als Veranstalter für die Bands und deren Crews rund 60 Betten in den Hotels der Region fürs Festivalwochenende gebucht.“

Hinzu kommen die vielen Festivalgäste. Von denen übernachtet zwar die Mehrzahl im Camper oder Zelt am Festivalgelände, aber eben beileibe nicht jeder, sodass viele weitere Zimmer gebucht werden. Und selbst wer auf dem Detzenberg campiert, geht ja zum Bäcker oder in den Supermarkt in Daun einkaufen, essen, sich ein Eis oder Bierchen gönnen oder tanken.

„Der Detze rockt“ gehört zu Top Ten der deutschen Open Air Festivals – in einer Reihe mit Wacken und Rock am Ring

Und wenn es soweit ist, erkennt man das auch klar, selbst wenn man den Festivalkalender nicht im Kopf hat. Denn so viele Langhaarige (Headbanger) und Kuttenträger wie an diesem Wochenende sieht man sonst nicht in Daun. Martin Geisen gefällt das. Daher sagt er auch stolz: „Das Festival macht die Region viel bunter. Anfangs hatten wir schon mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, mit der Angst, dass es durch das Festival Randale und so gibt. Heute freuen sich die Leute, wenn die Langhaarigen wieder durchs Dorf ziehen und nach dem Weg zum Detze fragen.“

So wie beim weltweit bekanntestem Metal-Festival Wacken in der gleichnamigen 2000-Einwohner-Gemeinde in schleswig-holsteinischen Niemandsland? „Damit können wir uns sicher nicht vergleichen, aber das Familiäre mögen die Fans hier wie dort“, sagt Geisen – und erwähnt dann doch, dass das Detze-Festival in den letzten Jahren mehrfach von Musikmagazinen unter die Top-Ten der deutschen Open Air Festivals gewählt wurde, neben Rock am Ring und eben Wacken mit fast 100.000 Besuchern.

Warum das? Vielleicht, weil hier Bands aus der ganzen Welt auftreten (diesmal unter anderem aus Schweden, Kanada, Spanien und Brasilien), sie hier manchmal ihr einziges Deutschland- oder sogar Europa-Konzert spielen, und weil es daher auch ein internationales Publikum anzieht.

In Daun-Rengen packt das halbe Dorf für das Festival mit an

Dabei war das Festival als einmaliger Versuchsballon von Metal-Fans angelegt – und lief beim Start überhaupt nicht gut. Geisen erinnert sich noch gut: „Wir haben Miese gemacht und wollten aufhören, doch da haben uns die Vereine im Dorf Geld geliehen, weil alle wollten, dass es weitergeht.“ Offensichtlich war das Event den Rengenern schnell ans Herz gewachsen, da ja auch quasi das halbe Dorf mitanpackt: Der 70-jährige Senior zapft Bier, während Frauen aus dem Dorf Kuchen und Waffeln backen, die Jugend beim Aufbauen hilft und, und, und.

Und die Feuerwehr spielt das Auftaktständchen wie in Wacken? „Nein, die managt lieber den Parkplatz und kümmert sich um den An- und Abreiseverkehr“, sagt Geisen, berichtet aber dennoch über einen zaghaften Versuch, ein spezielles Schmankerl ins harte Musikprogramm einzubauen. „Ich habe da mal bei unserem Kirchenchor angefragt, aber die wollten nicht.“ Aber wer weiß, was noch so alles passiert auf dem Detze.

Jedenfalls ist die Crew bereit, weiterzumachen – auch wenn das für den harten Kern von rund zehn Leuten bedeutet, sich allein wegen der Buchungen von Bands und Zimmern quasi das ganze Jahr darum zu kümmern („Nach dem Festival ist vor dem Festival“) und für die letzten Wochen vor dem Termin zumeist Urlaub geholt wird.

„Aber es hat sich gelohnt. Ist schließlich krass, was wir hier in zehn Jahren geschafft haben“, sagt Martin Geisen und erwähnt zudem, dass jedes Jahr auch Nachwuchs- und regionale Bands auftreten dürfen und ein Teil des Erlöses stets gemeinnützigen Organisation gespendet wird.