Eifeler wappnen sich für nächste Unwetter

Eifeler wappnen sich für nächste Unwetter

Lehren ziehen aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres: Für 23 Orte in der VG Daun werden Hochwasser- schutzkonzepte erstellt. Und bei der Feuerwehr wird nachgerüstet: Sie bekommt mehrere neue Pumpen.

Daun Vollgelaufene Keller in Kradenbach und Dreis-Brück, in Kirchweiler bahnt sich das Wasser seinen Weg durch die Ortsmitte, in Hinterweiler gehen die Kanaldeckel hoch: Erinnerungen an die Unwetter Ende Mai, Anfang Juni vergangenen Jahres. Auch Unternehmen in Daun sind betroffen, weil die Lieser zu einem reißenden Fluss wird und Betriebe im Industriegebiet in Rengen erfasst. Bei den Dauner & Dunaris Quellen muss die Produktion eingestellt werden, erst viele Wochen später läuft sie wieder an, das Unternehmen schätzt den Schaden auf mehrere Millionen Euro.
Insgesamt ist das Gebiet der Verbandsgemeinde (VG) Daun in diesen Tagen von großen Überschwemmungen betroffen. Und dass nicht nur in Orten, die an einem Bach liegen, sondern auch solche, die weit entfernt von Fließgewässern sind. Dort sorgt der ungewöhnlich starke Regen für Probleme.
Die VG Daun nimmt die Ereignisse von 2016 zum Anlass, Hochwasserschutzkonzepte für 23 Ortsgemeinden zu erstellen, um künftig besser vorbereitet zu sein. Mitbeteiligt daran ist Ewald Adams als Leiter des Ordnungsamts der Verbandsgemeindeverwaltung, der als Feuerwehrmann die bedrohlichen Situationen miterlebt hat: "Ich bin schon mehr als 40 Jahre in der Wehr und habe schon viel gesehen, aber das war schon extrem."
Die VG will nun die Ursachen für die Schäden ermitteln, "wobei klar ist, dass es keinen vollkommenen Schutz vor solchen Naturereignissen geben wird", stellt Adams klar. Er ergänzt: "Wichtig ist es für die Erstellung der Konzepte, dass neben der fachlichen Begleitung die Industrie- und Gewerbebetriebe und natürlich auch die Bürger beteiligt werden."
Erster Schritt ist die Bestandsaufnahme durch ein Fachbüro, unterstützt unter anderem von den Fachleuten der Verwaltung und der Feuerwehr. Darauf basierend wird ein Ablaufplan für das Gesamtprojekt erstellt. In diesem Zusammenhang wird auch geklärt, ob und welche Gemeinden gegebenenfalls in Gruppen zusammengefasst werden können.
Nächster Schritt sind Bürgerversammlungen in den einzelnen Orten, in denen die Bestandsaufnahme vorgestellt wird. Einwohner und Gewerbetriebe können Erfahrungen, Vorstellungen und Vorschläge vorbringen. Anschließend werden die Versammlungen ausgewertet und konkrete Vorsorge-Maßnahmen entwickelt. Diese werden dann wieder der Bevölkerung präsentiert.
Es wird also noch einige Zeit ins Land gehen, bis verbindliche Konzepte vorliegen, "aber wichtig ist, dass es nun angegangen wird, damit ein Bewusstseinsprozess in der Bevölkerung beginnt. Denn die Eigenvorsorge der Bürger wird in diesem Zusammenhang immer wichtiger", sagt Ewald Adams.
Bei den Feuerwehren wird nun nachgerüstet. Drei sogenannte Schmutzwasserpumpen sind ausgeschrieben worden. Sie können laut VG-Wehrleiter Thomas Simonis größere Gegenstände aufnehmen als die vorhandenen Pumpen. Und sie sind so leistungsstark, dass mit ihnen das Wasser aus einem vollgelaufenen Raum schnell rausgepumpt wird, was größere Schäden verhindern kann.
Eine der Pumpen wird in Waldkönigen stationiert, eine vorerst in Daun, und eine geht nach Nerdlen, wo die Gemeinde die Anschaffungskosten selbst übernimmt. "Geplant ist auch, dass auch für die Bereiche Hinterbüsch und Gillenfeld/Mehren jeweils eine solche Pumpe angeschafft wird", erklärt Simonis.HOCHWASSERSCHUTZ- KONZEPTE

Extra

Für diese Gemeinden sollen örtliche Hochwasserschutzkonzepte erstellt werden: Kleine Kyll: Oberstadtfeld, Niederstadtfeld, Schutz Pützbach: Daun-Waldkönigen, Daun-Steinborn, Daun-Neunkirchen, Daun-Pützborn Lieser: Sarmersbach, Nerdlen, Daun-Rengen (mit Industriegebiet), Daun, Daun-Gemünden, Daun-Weiersbach Alfbach: Mehren (Gewerbegebiet), Gillenfeld mit Saxler Mühle, Strohn, Mückeln (Sprinker Mühle) Uessbach: Utzerath, Schönbach, Winkel Außerdem: Dreis-Brück, Hinterweiler, Kirchweiler

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