Eifelquerbahn: Die Hoffnung schwindet

Eifelquerbahn: Die Hoffnung schwindet

Wie realistisch ist es, dass auf der Eifelquerbahn noch einmal regelmäßig Züge fahren werden? Nicht sehr, glaubt etwa der Stadtrat von Ulmen. Eine Gruppe will jetzt Verkehrsminister Volker Wissing von ihrem Vorhaben überzeugen.

Aus der Erinnerung verschwindet sie immer mehr, die Zeit, als die historischen Schienenbusse und Dampfloks Gäste und Einheimische auf dem Eifelquerbahn-Teilstück zwischen Gerolstein und Kaisersesch (Kreis Cochem-Zell) beförderten. Denn das ist mittlerweile mehr als vier Jahre her. Bis Ende 2012 waren Freizeitfahrten von Frühjahr bis Herbst an Wochenenden, Feiertagen und in den Schulferien angeboten worden. Hinter den Kulissen werden nach wie vor Optionen erwogen, ob und wie eine Reaktivierung möglich sein könnte.

Aber dass sie tatsächlich noch Realität wird, daran glaubt beispielsweise der Rat der Stadt Ulmen nicht mehr. Und weil der Erfolg der Bemühungen um die Reaktivierung der Eifelquerbahn wenig wahrscheinlich ist, denkt der Stadtrat nun über Alternativen nach.
Bekannt ist: Die Bahnstrecke zwischen Kaisersesch und Gerolstein müsste für etwa 40 Millionen Euro saniert werden, sollte in Zukunft dort auch der Personenverkehr rollen. 24 Millionen wären für die touristische Reaktivierung fällig. Dass solche Summen aufgebracht werden, halten die Ulmener für unrealistisch. Deshalb hat man nun Alternativen zur Nutzung der Bahnstrecke aufgezeigt.

Ein Radweg zwischen Ulmen und Daun oder sogar zwischen Kaisersesch und Daun wäre für die Mitglieder des Stadtrats eine Option. Für Werner Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Daun, ist zudem eine Draisinenstrecke vorstellbar.

Mehr Klarheit soll ein Treffen mit dem rheinland-pfälzischen Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) bringen. Dieses wird nach Mitteilung von Heinz-Peter Thiel, Landrat des Vulkaeifelkreises und Sprecher der kommunalen Arbeitsgemeinschaft (AG) "Reaktivierung Eifelquerbahn derzeit vorbereitet.

Aber ob der Minister eine mögliche Reaktivierung unterstützen würde? In Ulmen schwindet die Hoffnung. Angesichts der Millioneninvestitionen, zu denen auch die Kommunen einen Teil beitragen müssten, werde es in den zuständigen Gremien in den Kreisen Vulkaneifel und Cochem-Zell keine Mehrheiten für die Reaktivierung geben, glaubt Alfred Steimers, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Ulmen. Im dortigen Stadtrat ist auch darüber diskutiert worden: ein Radweg bis Ulmen und auch die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Ulmen und Kaisersesch. Dieser Abschnitt ist vor einigen Jahren auf Vordermann gebracht worden.

Letztlich waren sich die Ratsmitglieder einig, dass man sich auf einen Fehlschlag in Sachen Reaktivierung vorbereiten müsse. Denn diese könnten sich die Kommunen keinesfalls leisten - die zwei Landkreise und fünf Verbandsgemeinden müssten 3,675 Millionen Euro aufbringen und laufende Kosten tragen. Zudem würde der touristische Nutzen der Eifelquerbahn für Ulmen nur etwa 100 000 Euro pro Jahr betragen. "Was den kommunalen Anteil bei einer etwaigen Reaktivierung betrifft - auch für eine (zunächst) nur touristischen Nutzung - sehe ich bislang die Schwierigkeit, dass wohl den beiden Landkreisen kommunalaufsichtlich eine Beteiligung nicht in Aussicht gestellt ist", erklärt Bürgermeister Klöckner. Im VG-Rat sei über das Thema noch nicht diskutiert worden, "weil noch zu viele Unklarheiten bestehen."Extra: DIE GESCHICHTE DER EIFELQUERBAHN


Die Geschichte der Eifelquerbahn beginnt am 1. April 1878 mit der Eröffnung des Teilstückes von Andernach nach Niedermendig. Der Abschnitt nach Mayen folgte 1880. 15 Jahre dauerte der Ausbau der Strecke bis Gerolstein. Ende der 1960er Jahre tauchten erste Pläne zur Stilllegung der Strecke auf, die in Etappen vorgenommen wurde. Am 11. Januar 1991 fuhr der letzte Zug von Mayen nach Gerolstein. Von 2001 bis 2012 bot die Vulkan-Eifel-Bahn Betriebsgesellschaft auf dem Abschnitt Gerolstein-Kaisersesch Freizeitfahrten an.