Eifelquerbahn kommt nicht aufs Abstellgleis

Eifelquerbahn kommt nicht aufs Abstellgleis

DAUN/GEROLSTEIN. Hängepartie beendet: Land und Kommunen stellen die Finanzierung der Sanierung der Eifelquerbahn von Gerolstein nach Kaisersesch sicher. Gut zwei Millionen Euro sollen in dieses Vorhaben investiert werden.

Ob die Fahrt mit dem historischen Schienenbus den letzten Ausschlag dafür gegeben hat, dass nach einem langen Tauziehen die Finanzierung gesichert wurde? Jedenfalls war der Mann, auf den es ankam, mit an Bord: der rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Verkehrsminister Hendrik Hering (SPD). Finanzierungszusage blieb dem Minister vorbehalten

Er hatte sich - gemeinsam mit einer Schar von Landes- und Kommunalpolitikern aus den Kreisen Vulkaneifel und Cochem-Zell - am Dienstag in Daun in den Zug gesetzt und sich auf den Weg nach Gerolstein gemacht. Bereits am Vormittag war in Mainz über das Thema gesprochen worden, aber eine Finanzierungs-Zusage hatte es nicht gegeben. Das blieb dem Minister vorbehalten, der dabei allerdings einräumte, dass erst im Lauf des Tages die Entscheidung gefallen sei. Kein Wunder, denn es ist kein Kleckerbetrag, der investiert werden muss: Um die Durchgängigkeit der etwas mehr als 50 Kilometer langen Eifelquerbahn, die von Gerolstein über Daun und Ulmen nach Kaisersesch führt, wieder zu erreichen, müssen zwei Milli- onen Euro in die Grundsanierung investiert werden. 150 000 Euro davon werden die Kommunen beisteuern: die Kreise Vulkaneifel und Cochem-Zell sowie die Verbandsgemeinden, durch deren Gebiet die Strecke führt. Auch der Betreiber, die Vulkaneifel-Bahnbetriebsgesellschaft (VEB), beteiligt sich mit einem laut Hering "geringen Eigenanteil". Schwerpunkt der Sanierung ist das Teilstück von Ulmen bis Kaisersesch, das zuletzt höchstens im Schritt-Tempo hätte befahren werden können, worauf hin die VEB im vergangenen Jahr beschlossen hatte, nur noch von Gerolstein bis Ulmen zu fahren. Damit war die Anbindung an den Großraum Koblenz gekappt und damit ein wichtiges Besucherpotenzial verloren. Im alten Bahnbetriebswerk in Gerolstein kam es dann zum Schwur: VEB-Geschäftsführer Jörg Petry, die SPD-Landtagsabgeordnete Astrid Schmitt und Landrat Heinz Onnertz hatten dort Hering noch einmal eindringlich geworben für die Eifel-Querbahn und dass das Land die Finanzierung übernehmen solle. Schmitt sagte, die Strecke habe sich seit der Wiederinbetriebnahme 2001 gut entwickelt. So seien im vergangenen Jahr - trotz der verkürzten Strecke - 25 000 Fahrgäste und 4000 Fahrräder transportiert worden. Die Querbahn sei für den Tourismus der Region nicht mehr wegzudenken. Gebe es keine Finanzierung, sei die Konsequenz, die Stilllegung zu beantragen. Onnertz erklärte, das Geld, zu dem auch die Kommunen ihren Beitrag leisten würden, sei gut angelegt, denn mit der Sanierung werde es möglich, die Freizeitverkehre auf mindestens zehn Jahre zu gewährleisten. Der Wirtschafts- und Verkehrsminister holte weit aus, bis er zum entscheidenden Punkt kam: "Wir werden eine Lösung finden und die Finanzierung gemeinsam stemmen!" Das sei kein leichter Schritt gewesen mit Blick auf die Haushaltssituation, aber das Land sehe die herausragende Bedeutung der Strecke für den Tourismus in der Eifel. Sichtlich erleichtert waren die Querbahn-Befürworter angesichts der Minister-Entscheidung, die in zahlreichen Handy-Telefonaten wohl erst kurz zuvor endgültig sicher war. Astrid Schmitt erklärte: "Eben im Zug war die Lösung noch nicht in trockenen Tüchern." Erfreut war natürlich Jörg Petry, der sich nach "einer langen Warteschleife" plötzlich wie ein Oscar-Gewinner fühlte. Auch der Gerolsteiner Verbandsgemeinde-Bürgermeister Matthias Pauly und der Dauner Stadtbürgermeister begrüßten die Entscheidung Herings.

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