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Eifelquerbahn-Verein mit Fahrgastpreis von Pro Bahn ausgezeichnet​

Mobilität : Eifelquerbahn-Verein mit Fahrgastpreis ausgezeichnet

Der Eifelquerbahn-Verein ist von Pro Bahn ausgezeichnet worden - als Anerkennung für seine Bemühungen, die Trasse zu erhalten.

Der Eifelquerbahn-Verein ist mit dem Fahrgastpreises von Pro Bahn ausgezeichnet worden. Diesen verleiht seit 2005 der Fahrgastverband jährlich an Personen und Organisationen für ihre herausragenden Leistungen im Öffentlichen Personenverkehr.

„Das kam für uns vollkommen überraschend. Umso größer ist die Freude über die Wertschätzung unserer Bemühungen um den Erhalt und die Reaktivierung der Eifelquerbahn“, sagte der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins, Jens Wießner.

Bei der Preisverleihung in Wuppertal würdigte Pro-Bahn-Schatzmeister Peter Simon Bredemeier die Bemühungen des Vereins für den Erhalt „resilienter Infrastrukturen für die Eifel“. Ziemlich genau in der Mitte zwischen Euskirchen und Trier liegend, stellt die im Bahnhof Gerolstein in die Eifelstrecke mündende Eifelquerbahn die letzte verbliebene Querverbindung des gut 130 Kilometer langen Abschnitts der Eifelstrecke ins übrige Bahnnetz dar.

„Wir haben heute Abend ja auch einen Vertreter der DB AG zu Gast. Gibt es da einen Wunsch, den Sie in Richtung DB noch loswerden möchten?“, fragte Lukas Iffländer, stellvertretender Pro Bahn-Bundesvorsitzender, in Richtung des Eifelquerbahn-Vorstandsmitglieds Noah Wand. Dieser nutzte die Gelegenheit, um nochmals den Wunsch nach einer Betretungserlaubnis für die Eifelquerbahn zu äußern, welche von offizieller Seite bisher verweigert wurde. Der DB-Vertreter zeigte sich zuversichtlich, dass hier eine Lösung gefunden werden könne. „Dass unsere Bemühungen in der Eifel auch überregional auf ein so großes Interesse stoßen, hatte ich nicht erwartet. Das motiviert noch mal zusätzlich“, meint Wießner.

Gute Nachrichten gibt es auch aus Gerolstein. Erstmals seit zehn Monaten ist Gerolstein wieder von Trier aus über die Schiene zu erreichen. So sind seit wenigen Tagen schwere Bauzüge auf der Eifelstrecke zwischen Kyllburg und Gerolstein unterwegs. Auch aus Koblenz kommen weitere gute Nachrichten, sowohl für die Eifelstrecke als auch für die Eifelquerbahn. So präsentierte ein Vertreter der DB Netz AG auf der jüngsten Verbandsversammlung des Zweckverband SPNV Nord die weiteren Planungen zur Eifelstrecke. Demnach soll die Elektrifizierung der Eifelstrecke bis 2026/27 erfolgen. Auch prüft man die Möglichkeit, weitere 14 Kilometer der Eifelstrecke wieder zweigleisig auszubauen.

Für die Eifelquerbahn hat der Probebetrieb mit Wasserstofftriebfahrzeugen (HYMU) eine weitere Hürde genommen. Mittlerweile liegen die Förderbescheide zur Beschaffung der hierfür eingeplanten drei Triebfahrzeuge und der noch zu bauenden H2-Tankstelle in Limburg/Diez vor. Ab 2025/26 sollen diese Züge auch auf dem anspruchsvollen Abschnitt von Kaisersesch nach Andernach auf ihre Alltagstauglichkeit hin geprüft werden. Parallel dazu erfolgt im Westerwald ein Probebetrieb mit drei batterieelektrischen Triebwagen. Wießner: „Dies eröffnet auch vollkommen neue Perspektiven in Bezug auf die Fahrzeugauswahl für eine durchgängige reaktivierte Eifelquerbahn.“ Doch erst einmal braucht es die Ergebnisse der Nutzen-Kosten-Untersuchung, die den gesamtwirtschaftlichen Nutzen einer Reaktivierung nach festgelegten Kriterien bewertet. Insbesondere für den Tourismus sei aber auch eine kurzfristige Nutzung der Eifelquerbahn von Interesse, so wäre das in der Umsetzung befindliche neue touristische Highlight in Ulmen, der Verbindungsstollen zwischen Jungferweiher und Ulmener Maar direkt vom Bahnhof aus zu erreichen, und auch der beliebte Maare-Mosel-Radweg beginnt am Dauner Bahnhof.