1. Region
  2. Vulkaneifel

Eifelquerbahn-Verkauf: Unmut wegen deutlich höherer Kosten für Reaktivierung

Aus dem Archiv (Januar 2020) : Eifelquerbahn-Verkauf: Unmut wegen deutlich höherer Kosten für Reaktivierung

Die Bahn will die seit 2012 nicht mehr genutzte Strecke loswerden, zwei Unternehmen haben Interesse an der Übernahme bekundet. Noch aber ist unklar, wann der Verkauf vollzogen werden kann.

Knapp 52 Kilometer Strecke, 62 Bahnübergänge, 15 Weichen, 44 Gewölbe- und 35 Rohrdurchlässe, 28 Stützmauern, 37 Eisenbahn- und sechs Straßenbrücken: Das ist das Teilstück der Eifelquerbahn von Kaisersesch (Kreis Cochem-Zell) bis Gerolstein in Zahlen. Arg beansprucht ist es in jüngster Vergangenheit nicht mehr, seit 2012 ist kein Zug mehr gefahren. Die Diskussion über die Zukunft der Strecke dümpelte länger vor sich hin, hat im vergangenen Jahr aber wieder Fahrt aufgenommen. Denn im Frühjahr 2019 ist der Verkauf der Strecke mit einem Preis von gut 1,5 Millionen Euro ausgeschrieben worden.

Zwei Interessenten haben sich darauf gemeldet: die Brohltal-Schmalspureisenbahn Betriebs-GmbH aus Brohl-Lützing (Kreis Ahrweiler), die mit dem Vulkan-Express seit mehr als 40 Jahren eine Schmalspurbahn zwischen Brohl am Rhein und Engeln in der Eifel betreibt. Und die Eifelbahn Verkehrs GmbH aus Linz (Kreis Neuwied). Sie betreibt die Kasbachtalbahn von Linz nach Kalenborn.

Vor Kurzem hatte die Bahn AG als Noch-Eigentümerin der Strecke die Kaufinteressenten zum Ortstermin am Bahnhof Ulmen eingeladen. Erschienen war die Eifelbahn Verkehrs GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Jörg Seyffert und seinen Rechtsanwalt Alexander Kirfel aus Düsseldorf. Bei ihnen ist der Termin in schlechter Erinnerung, waren aus ihrer Sicht die Vertreter der Bahn „unvorbereitet und ohne Unterlagen“.

Es brauche keine „Spaßbesichtigung“, sondern man wolle wissen, in welchem Zustand sich die Bauwerke und Betriebsanlagen befänden. Seyffert: „Dafür müssen die Dokumentationen bereitstehen und eingesehen werden.“

Im Vorfeld war bereits Unmut bei dem privaten Bahnunternehmen aufgekommen. Denn in der Verkaufsausschreibung waren Reaktivierungskosten von einer Million Euro genannt worden. Im Vorfeld des Termins in Ulmen habe die Bahn dann ein Papier mit neuen Zahlen geschickt. Nach denen sollen es nun gut 3,2 Millionen Euro sein.

Laut Eifelbahn Verkehrs GmbH soll es einen weiteren Termin geben, bei dem die Bahn die benötigten Unterlagen bereitstellen wolle. Seyffert: „Die Bahn muss nun ihre Hausaufgaben machen, genug Zeit dazu hatte sie ja.“

Das Linzer Unternehmen strebt keine touristische Nutzung an, sondern eine Reaktivierung der Strecke für den Schienenpersonen-Nahverkehr (SPNV). „Ich bin in dieser Sache durchaus optimistisch“, sagt Alexander Kirfel. „Denn alles läuft darauf hinaus, dass die Reaktivierung von Bahnstrecken bald mit 90 Prozent vom Bund gefördert wird, was sogar auch für die Planungskosten gilt.“ Er und Seyffert hoffen, dass der Verkauf zügig abgewickelt werden kann, „eine zeitliche Perspektive ist uns aber noch nicht genannt worden.“

Nächster Termin für die beiden: Sie werden ihre Vorstellungen für die Strecke beim Treffen des kommunalen Arbeitskreises (AK) Eifelquerbahn (Mitglieder sind die Verbandsgemeinden Daun, Gerolstein, Kaisersesch, Kelberg und Ulmen sowie die Landkreise Cochem-Zell und Vulkaneifel) im Februar vorstellen.