Eifelsteig ist Blankenheims Erfolgsgarant

Eifelsteig ist Blankenheims Erfolgsgarant

Mehr Gäste in Blankenheim verzeichnete der Touristikverein im vergangenen Jahr. Der Geschäftsführer sieht in der kompletten Begehbarkeit des Eifelsteigs von Trier nach Aachen einen der Gründe.

Blankenheim. Im Gegensatz zum landesweiten Trend kann sich die Gemeinde Blankenheim über einen deutlichen Anstieg der Gästezahlen im Jahr 2009 freuen. Das konnte Erich Schell, Geschäftsführer des Touristikvereins Blankenheim/Oberes Ahrtal, in der Mitgliederversammlung im Hotel Finkenberg vermelden. Über 6,6 Prozent mehr Gäste konnten die Touristiker im vergangenen Jahr verzeichnen, bei den Übernachtungszahlen gab es ein Plus von 2,6 Prozent.

753 923 Besucher haben 2009 im Kreis Euskirchen übernachtet, 101 307 von ihnen (13,43 Prozent) entschieden sich für die Gemeinde Blankenheim. Und das, obwohl die Ahrgemeinde lediglich einen Einwohneranteil von vier Prozent der Menschen im Kreis ausmacht. Insgesamt seien, so Schell, in Nordrhein-Westfalen die Gäste- wie Übernachtungszahlen erstmals seit 2003 rückläufig. Auch im Kreis Euskirchen ist ein Rückgang der Übernachtungszahlen um 3,5 Prozent zu verzeichnen, in der Region Aachen liegt er bei 2,6 Prozent.

Interessant: Über 90 Prozent der Blankenheimer Gäste sind Deutsche. Die übrigen stammen hauptsächlich aus den Niederlanden, Belgien und Großbritannien. Vermutlich, so Schell, habe man auch von der Wirtschaftskrise profitiert, "indem die Deutschen ihren Urlaub mehr im eigenen Land buchen".

Als wichtigen Aspekt für das touristisch erfolgreiche Jahr nennt Schell den Eifelsteig, der im April 2009 im Lampertstal feierlich eröffnet wurde: "Seit der kompletten Begehbarkeit des Eifelsteigs von Trier nach Aachen boomt der Wandertourismus in der Region." Der Eifelsteig, so Schell, sei hinter dem Rennsteig der beliebteste Wanderweg Deutschlands - und einer der bekanntesten. Dabei bekommt er bald Konkurrenz aus der Region: In den kommenden Wochen rechnen die Touristiker mit einem Bewilligungsbescheid für die Fördermittel zum Ausbau des Qualitätswanderwegs Ahrsteig.

Der Ahrsteig soll die Premiumwanderwege Rheinsteig und Eifelsteig verbinden und zu einer weiteren Steigerung des Wandertourismus beitragen. Weiteres Highlight ist der "Erlebnisraum Römerstraße". Dabei sollen Rad- und Wanderwege sowie ein Infozentrum Eifel an der ehemaligen Agrippastraße, das die Blankenheimer gemeinsam mit Nettersheim einrichten, entstehen. Auch die touristische Erschließung der Blankenheimer Römervilla ist geplant.

Schell gab zudem einen Überblick über die Veranstaltungen, von denen viele auch dieses Jahr wieder auf dem Programm stehen. Darunter der Publikumsmagnet "Tour de Ahrtal" mit der Kölnischen Rundschau als Medienpartner und die Konzertreihe "Sommer am See". Über das Interreg-Projekt "Blue Spot - Hot Spot" zur Förderung des Jugendtourismus sollen die weitere Erschließung des Veranstaltungsforums am Blankenheimer Weiher sowie die Einrichtung eines Mehrgenerationenspielplatzes am Freilinger See erfolgen. Eine Förderung der Kosten zu 80 Prozent wurde bereits bewilligt.

Trotz positiver Bilanz gibt es auch zwei touristische Sorgenkinder in Blankenheim. Zum einen gibt es immer noch keine Lösung für die Situation am Bahnhof Blankenheim-Wald. Allerdings soll zumindest die Lücke im Radweg von dort nach Blankenheim geschlossen werden. Zweites Sorgenkind ist das sanierungsbedürftige Freibad. Bürgermeister Rolf Hartmann sagte dem Verein bei der Mitgliederversammlung zu, den Tourismus weiterhin zur "Chefsache" zu machen. Ein deutliches Signal: Mit der Übernahme der ehemaligen Auszubildenden Katharina Meuser (Kauffrau für Tourismus und Freizeit) hat das Touristikteam der Verwaltung personelle Verstärkung erhalten. Zudem, so Hartmann, werde die touristische Entwicklung einen großen Stellenwert bei der Entwicklung eines Leitbilds für Blankenheim spielen. Derzeit werde, so Hartmann, ein geeigneter Moderator gesucht, der "gut, aber auch bezahlbar ist". Bis auf den Kassierer Klaus Schröder, der aus gesundheitlichen Gründen ausschied, wurden alle Vorstandsmitglieder einstimmig wiedergewählt. Vorsitzender bleibt Burghard Lienke, sein Stellvertreter Ernst Lüttgau und Geschäftsführer Erich Schell. Die Kasse übernimmt Schröders Sohn Jörg. Beirat bleiben Gilberte Mercier, Theo Keller, Annegret Dreimüller, Ute Rösgen, Heinrich Bertram und Helmut Pönsgen.

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