Eigener Kandidat bleibt für FDP eine Option

Eigener Kandidat bleibt für FDP eine Option

Mit Frank Bender und Heinz-Peter Thiel gibt es bislang zwei Kandidaten, die die Nachfolge des 2013 scheidenden Landrats Heinz Onnertz antreten wollen. Weitere Bewerbungen sind bei der Kreisverwaltung noch nicht eingegangen.

Daun. Eigentlich scheint ja schon alles klar zu sein: SPD, FWG und Grüne schicken den Dauner Polizeichef Heinz-Peter Thiel (49) und die CDU Frank Bender (51), Kreisdirektor im nordrhein-westfälischen Siegen-Wittgenstein, ins Rennen um den 2013 frei werdenden Posten des Landrats. Die Wahl am 2. Dezember wird nötig, nachdem Amtsinhaber Heinz Onnertz angekündigt hat, nach mehr als 13 Jahren an der Spitze der Kreisverwaltung am 31. März kommenden Jahres vorzeitig in den Ruhestand zu gehen.
Wäre da nicht die FDP, die es spannend macht, ob es bei dem Duell Thiel gegen Bender bleibt. "Wir sind nach wie vor intensiv auf der Suche nach einem eigenen Kandidaten", erläutert der Kreisvorsitzende Marco Weber (Lissendorf) den Sachstand. Die Partei fühle sich auch zeitlich nicht unter Druck, schließlich ende die Bewerbungsfrist erst am 22. Oktober: "Das ist auch die Frist, die wir uns selbst gesetzt haben." Die bereits bekannten Kandidaten Bender und Thiel würden eingeladen, sich in einer FDP-Mitgliederversammlung vorzustellen, ein Termin stehe aber noch nicht fest.
Weber: "Entscheidend ist das Votum der Mitglieder. Sollten sie sich mit großer Mehrheit für einen Kandidaten aussprechen, bekommt er unsere Unterstützung. Wenn nicht, wird es keine Wahlempfehlung geben." Es sei also nicht ausgeschlossen, dass die FDP weder einen eigenen Kandidaten nominiere noch einen anderen unterstütze.
LANDRATS WAHL


Es muss aber nicht zwingend ein Kandidat sein, der von einer Partei oder Gruppierung unterstützt wird. Denn grundsätzlich bewerben kann sich jeder, der am Tag der Wahl (2. Dezember) das 23. Lebensjahr vollendet hat. Ein Ausschlusskriterium gibt es aber doch: Nicht gewählt werden kann, wer am Tag der Wahl das 65. Lebensjahr vollendet hat.
Wer sich bewirbt, muss seine Unterlagen mit 200 Unterstützungsunterschriften bis Montag, 22. Oktober, 18 Uhr, beim Wahlleiter einreichen.
Bei der Kreisverwaltung hat es nach Veröffentlichung des Wahltermins vereinzelte Anfragen zu Bewerbungsdetails gegeben, eine offizielle Bewerbung ist aber noch nicht eingegangen.
Fest steht bereits, dass der TV wie bei allen Urwahlen ein Kandidatenforum veranstaltet. Also schon mal vormerken: Die Bewerber werden sich am Dienstag, 27. November, im Forum Daun den Fragen von TV-Redakteuren stellen. Frank Bender und Heinz-Peter Thiel haben ihr Kommen bereits zugesagt. Ob sie allein auf der Bühne stehen werden, wird am 22. Oktober feststehen.
Meinung

Strategie mit Fragezeichen
Es ist das gute Recht der FDP, sich bis zum Ende der Bewerbungsfrist die Möglichkeit offenzuhalten, einen eigenen Landratskandidaten zu stellen. Aber das Vorgehen wirft Fragen auf: Hat die FDP schon jemanden im Blick, der aber noch überzeugt werden will? Oder will die FDP die Spannung bewusst hochhalten, um mit diesem Thema bis zum Ende der Bewerbungsfrist im Gespräch zu bleiben? Oder will sie von den bereits bekannten Bewerbern umgarnt werden? Angesichts der bis dato vagen Äußerungen ist jedenfalls nicht davon auszugehen, dass sie noch einen Kandidaten mit Siegchancen aus dem Hut zaubert. Wirklich nachvollziehbar ist die Strategie jedenfalls nicht. s.sartoris@volksfreund.de