Eigengewächs künftig mit an der Spitze

Eigengewächs künftig mit an der Spitze

Von einem "sehr erfolgreichen Geschäftsjahr 2006" und einem bevorstehenden Wechsel im Vorstand wurden die Vertreter der Volksbank Eifel Mitte bei ihrer Versammlung in Gerolstein informiert. Die Mitglieder freuen sich über eine Dividende von 5,5 Prozent.

Gerolstein/Prüm. Das Gesprächsthema Nummer Eins in der regionalen Bankenszene ist derzeit zwar die Fusion der Sparkassen Trier und Bitburg-Prüm, aber bei der Vertreterversammlung der Volksbank (Voba) Eifel Mitte in Gerolstein wurde der angekündigte Zusammenschluss allenfalls am Rande erwähnt. Denn im Mittelpunkt der laut Aufsichtsrats-Vorsitzendem Klaus Jansen "ganz normalen Versammlung" stand der Jahresbericht 2006 der Voba, deren Geschäftsgebiet von Dockweiler in der Verbandsgemeinde Daun bis nach Speicher reicht. "Erneut gut auf dem Markt behauptet"

Vorstandsmitglied Rainer Berlingen fasste zusammen: "Wir blicken auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück, in dem wir uns auf dem Markt erneut gut behauptet haben." Die Bilanzsumme der Voba ging im Vergleich zu 2005 um 0,7 Prozent auf 484 Millionen Euro zurück. Der Jahresüberschuss betrug 1,4 Millionen Euro. Berlingen bezeichnete die genossenschaftliche Bank als "kerngesund" und schlug den Mitgliedervertretern eine "überdurchschnittliche" Dividende von 5,5 Prozent vor, was von der Versammlung auch beschlossen wurde. Immer wieder verwies das Vorstandsmitglied auf die regionale Verwurzelung der Voba: "Es zahlt sich ganz besonders aus, dass wir als Genossenschaft genau wissen, für wen wir arbeiten: Wir kennen die Region und die Menschen, die hier leben." Vorstandsmitglied Christoph Ochs wandte sich in seinem Bericht gegen die kurzsichtige Renditenmaximierung, die "auf Dauer weder für die Wirtschaft noch für die Verbraucher gut" sei: "Beratung und Qualität leiden, anonyme Discounter mit Saisonangeboten verdrängen mittelständische Fachgeschäfte, und all das kostet nicht nur Arbeitsplätze, sondern verschlechtert auch unsere Lebensqualität auf Dauer." Dem halte die Voba Vertrauen und Kompetenz entgegen. Ochs berichtete weiter, dass der Mittelstand vom derzeitigen wirtschaftlichen Aufschwung profitiere, und diese positive Entwicklung zeige sich auch in der Bankbilanz. So waren private Anschaffungsdarlehen mit 333 neuen Abschlüssen wieder rege gefragt. Auch die Einlagenentwicklung war 2006 weiter positiv. Die Kundengelder erhöhten sich deutlich. Insgesamt belief sich das betreute Kundenvolumen auf 542,8 Millionen Euro, ein Plus von 3,3 Prozent oder 17,5 Millionen Euro. Die positive Entwicklung habe auch in den ersten Monaten des Geschäftsjahrs 2007 angehalten, so dass erneut ein gutes Betriebsergebnis zu erwarten sei, erklärte Ochs. Er nutzte die Gelegenheit der Vertreterversammlung, sich zu verabschieden, denn er wechselt zum 1. Juli nach Landau in den Vorstand der VR Bank Südpfalz. Ochs bedankte sich dafür, dass er vor gut fünf Jahren als damals 34-Jähriger eine "große Chance" bekommen habe, als er zum Vorstandsmitglied der Voba Eifel Mitte berufen worden sei.Sein Nachfolger ist ein echtes Eigengewächs der Bank: Michael Simonis. Der 35-Jährige wohnt in Stadtkyll, stammt aus Schüller und begann seine Bank-Karriere 1991 als Auszubildender bei der Volksbank. Im Oktober 2002 wurde er Prokurist der Bank. Und nun folgt der nächste Schritt auf der Karriereleiter: Ab 1. Juli ist Simonis neben Rainer Berlingen zweites Mitglied des Vorstands der Voba Eifel Mitte.