Eigentlich vermögend

ÜXHEIM. Die Großgemeinde Üxheim hat trotz erwarteter hoher Gewerbesteuereinnahmen einen unausgeglichenen Haushalt, dennoch sollen in diesem Jahr einige Großprojekte realisiert werden – allen voran der Bau des Kalkeifelradwegs und die Erschließung eines Neubaugebiets im Ortsteil Leudersdorf.

"2007 wird für uns ein Jahr voller Herausforderungen", sagt Alois Reinarz, Ortsbürgermeister der knapp 1600 Einwohner zählenden Großgemeinde Üxheim mit ihren sieben Ortsteilen Üxheim, Ahütte, Leudersdorf, Niederehe, Heyroth, Flesten und Nollenbach. Einerseits klafft im aktuellen Haushalt ein Loch von knapp 470 000 Euro, andererseits werden trotzdem mehrere ambitionierte Projekte angegangen. Die Kommunalaufsicht hat jedenfalls schon einmal grünes Licht gegeben für: erstens die rund 106 000 Euro teure Erschließung (lediglich mit Vorstufenausbau) des Baugebiets "Ober Arenspesch" im Ortsteil Leudersdorf, zweitens für den 365 000 Euro teuren Weiterbau des Kalkeifel-Radwegs auf Üxheimer Gemarkung. Durch den wird die Anbindung an den Ahrtal-Radweg hergestellt."Dörfer werden kaum vom Radweg profitieren"

Doch während der Abschluss des Radwege-Projekts vor allem bei Touristikern und Radfreunden für Vorfreude sorgt, hält sich Reinarz' Begeisterung in Grenzen. Zwar schießt das Land mit 255 500 Euro einen großen Batzen und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises weitere 36 500 Euro zu, die Ortsgemeinde muss dennoch 73 000 Euro beisteuern. "Unsere Dörfer werden aber kaum vom Radweg profitieren - mit Ausnahme des Landgasthofs Schröders in Niederehe und möglicherweise der Mühle am Wasserfall Dreimühlen." Hingegen erwartet Reinarz auf jeden Fall durch die Bereitstellung von 13 Bauplätzen mit einer Größe von je 800 Quadratmetern im Gebiet "Ober Arenspesch" einen positiven Schub fürs Dorf. "Erstens ist das unsere beste Lage in Leudersdorf, zweitens verlangen wir sehr moderate Preise, schließlich wollen wir unsere Jugend hier halten", sagt Reinarz. Daher gibt es für Einheimische einen Sondertarif, der sich um die 30 Euro für einen Quadratmeter voll erschlossenen Baulands bewegen soll. Auswärtige zahlen fünf Euro mehr. Im August sollen die Häuslebauer loslegen können. Laut Reinarz sind bereits drei Baustellen verkauft, weitere Anfragen liegen vor, und Leerstände im Dorf seien derzeit "auch noch kein Problem bei uns". Ebenfalls im Etat eingeplant wurden 30 000 Euro für Grundstückskäufe in der Gemarkung "Auf Sohlfeld" in Üxheim. Auch dort will die Gemeinde "in den nächsten zwei bis drei Jahren" Bauplätze ausweisen. In diesem Jahr soll es nun auch mit dem Umbau des Gemeindehauses in Heyroth etwas werden, nachdem das rund 110 000 Euro teure Vorhaben bereist für 2006 geplant war. Der Eigenanteil der Gemeinde liegt bei knapp 40 000 Euro. Geplant ist, dass in den angrenzenden Garagen Sanitäranlagen installiert werden. Dadurch entsteht im Bürgersaal mehr Platz. Zudem sollen die Heizungsanlage erneuert und die provisorische Bleibe der Jugend zu einem vernünftigen Jugendraum ausgebaut werden. Weiterhin stehen an: die Sanierung einer Stützmauer in Niederehe (20 000 Euro), der Kauf eines Grundstücks vor dem Kloster in Niederehe (7000 Euro), wo ein kleiner Dorfplatz entstehen soll. Hingegen muss die Ortsgemeinde nicht für den 130 000 Euro teuren Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Leudersdorf sowie den Kauf eines neuen Fahrzeugs für die Feuerwehr Üxheim (190 000 Euro) aufkommen. Doch auch so ist das Haushalten schwer genug. Zwar geht Reinarz davon aus, dass "wir mehr als die veranschlagten 200 000 Euro" an Gewerbesteuern einnehmen werden. Ob es aber erneut rund eine halbe Million Euro werden wie 2005 und 2006, sei noch nicht sicher. In einem Punkt ist sich Reinarz aber sicher: "Bei rund 470 000 Euro Verbandsgemeinde- und rund 370 000 Euro Kreisumlage müsste jedem rasch klar werden, weshalb wir uns so gegen die hohe Umlagenbelastung wehren."