Eigentümer kämpft gegen die Zwangsversteigerung der Lissinger Unterburg

Eigentümer kämpft gegen die Zwangsversteigerung der Lissinger Unterburg

Die Unterburg in Lissingen steht nach wie vor Anfang Februar zur Zwangsversteigerung an. Eigentümer Karl Grommes hat die Forderung der Kreissparkasse Vulkaneifel über 300.000 Euro noch nicht beglichen. Er ist aber weiterhin zuversichtlich, dass er die Burg behält.

Bis zum Zwangsversteigerungstermin der Unterburg Lissingen ist es nur noch eine Woche: Am Donnerstag, 6. Februar, 11 Uhr, kommt die historische Immobilie im Amtsgericht Daun unter den Hammer. Das bestätigte eine Gerichtssprecherin: "Der Termin steht, er ist noch nicht aufgehoben."

Dazu käme es, wenn Burgherr Karl Grommes (72) die Forderung der Kreissparkasse Vulkaneifel über 300.000 Euro vorzeitig begleichen würde. Das hat er unlängst angekündigt, bislang nach eigenen Angaben aber noch nicht getan. Er sagte auf Anfrage: "Es ist noch nicht abgewendet, ich bin noch dran."

Konkret bedeutet das, dass er derzeit in Verhandlungen mit einer anderen Bank steht, die ihm das Geld leiht, um alle Forderungen begleichen zu können. Der Verkauf einer seiner anderen Immobilien komme für ihn nicht infrage, ein Ad-hoc-Verkauf allemal nicht, meinte der Burgherr.

Er teilte aber auch mit: "Ich habe dem Land die Burg, die aufgrund ihrer Bedeutung in einem Zug mit der Burg Eltz zu nennen ist, für 5,6 Millionen Euro zum Kauf angeboten." Das Land hat nach Auskunft einer Sprecherin des Kulturministeriums aber abgelehnt. Es habe dafür kein Geld.

Der Gutachter, der die Unterburg Lissingen für den Zwangsversteigerungstermin untersucht hatte, hat den Wert des historischen Gemäuers deutlich niedriger taxiert: mit 867.900 Euro.

Dazu äußerte sich Grommes nicht, zeigte sich aber nach wie vor "zuversichtlich, dass es nicht zur Zwangsversteigerung kommt, und ich die Burg behalte". Mehr wollte er aktuell nicht sagen, kündigte aber an: "Wenn es Neues zu vermelden gibt, werde ich mich auch wieder äußern."

Die Zwangsversteigerung hat die KSK Vulkaneifel bewirkt, der Grommes nach eigenem Bekunden "gerade einmal 300 000 Euro" schuldet. Er selbst habe "drei Millionen Euro in die Burg gesteckt", sagt der als wohlhabend geltende Koblenzer Patentanwalt und Besitzer mehrerer historischer Immobilien. Kurzfristig habe er der Forderung der KSK jedoch nicht nachkommen können, da zeitgleich auch das Finanzamt bei ihm angeklopft habe.
"Ich habe nicht damit gerechnet", sagte Grommes. Er macht auch keinen Hehl daraus, dass das Verhältnis zwischen ihm und der KSK zerrüttet ist.

Als Grund nennt er einen Rechtsstreit, den die Bank verloren und ihm viel Geld habe gutschreiben müssen: Grommes: "Das waren mehr als die 300.000 Euro, um die es jetzt geht. Erheblich mehr."

Beim ersten Zwangsversteigerungstermin vor dem Amtsgericht Daun am 6. Februar (11 Uhr) werden nur Angebote berücksichtigt, die mehr als 50 Prozent des aktuellen Verkehrswertes der Burg betragen. Ansonsten weist das Gericht diese zurück. Den Verkehrswert von Burg und umliegenden Grundstücken mit mehr als 40.000 Quadratmetern Fläche hat das vom Gericht beauftragte Gutachterbüro auf 867.900 Euro beziffert. Demnach muss ein Gebot mindestens 433.950 Euro betragen. Gab es bei der ersten Verhandlung jedoch ein Gebot von weniger als der Hälfte des Verkehrswertes (das dann ja auch zurückgewiesen wird), so gilt die 50-Prozent-Hürde bei den Folgeterminen nicht mehr.

Bei allen Geboten gilt: Die Gläubigerin (in diesem Fall die KSK Vulkaneifel) kann immer ihren Zuspruch versagen oder das Verfahren einstellen lassen. Es kann bis zu fünf Versteigerungstermine geben.

Mehr von Volksfreund