Ein brisantes Thema

NEROTH/DOCKWEILER. Wohin mit den Kleinkindern aus Hinterweiler und Kirchweiler? Noch gehen sie in den Kindergarten Dockweiler. Der Kreis möchte, dass Neuzugänge ab Sommer in den Kindergarten Neroth gehen, weil sie auch dort die Grundschule besuchen. Der Kindergartenzweckverband hat sich noch nicht entschieden. Die Eltern werden erst später eingebunden.

"Das ist kommunalpolitisch ein sehr empfindliches Thema. Wir müssen noch viele Gespräche führen", erklärt Berthold Schmitz, Dezernent der Kreisverwaltung Vulkaneifel. Das "empfindliche Thema" wurde in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses (JHA) des Kreises am 12. März besprochen. Die Kreisverwaltung hält es nämlich für "sinnvoller, den Einzugsbereich für die Kindergärten Dockweiler und Neroth zu ändern". Danach sollen ab Sommer die Kleinkinder aus Kirch- und Hinterweiler, die neu in den Kindergarten aufgenommen werden, statt wie bisher nach Dockweiler nach Neroth gehen. Schmitz erklärt: "Damit würden drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: erstens würden in Dockweiler mehr Plätze für Zweijährige geschaffen, zweitens würde in Neroth die Existenz der zweiten Kindergartengruppe gesichert und drittens der Schulstandort Neroth gefestigt." Was sich so plausibel anhört, ist aber noch nicht im Rathaus der Verbandsgemeinde Daun angekommen. Büroleiter Arnold Schneider sagt: "Uns liegen weder Protokoll noch Beschluss des JHA vor. Da werden noch viele Gespräche nötig sein." Die Historie des Kindergartens Dockweiler sei seit 30 Jahren gewachsen. Damals bauten fünf Ortsgemeinden (Dockweiler, Dreis-Brück, Betteldorf, Hinterweiler und Kirchweiler) den Kindergarten und gründeten einen Zweckverband. In der Dezember-Sitzung beschloss der Zweckverband einstimmig, den bisherigen Einzugsbereich beizubehalten. Die Frage, ob dieser Beschluss unumstößlich sei, beantwortet Schneider diplomatisch: "Es war eine klare Aussage der fünf Ortsbürgermeister. Entscheidend werden aber die Kinderzahlen sein, die aber erst nach den Osterferien feststehen werden." Momentan besuchen insgesamt 60 Kinder den Kindergarten (Kiga) Dockweiler, der maximal 75 Plätze hat. Bis 2010 hat die Kreisverwaltung allerdings die gesetzliche Verpflichtung, für jeden Zweijährigen einen Kiga-Platz anbieten zu müssen. Büroleiter Schneider gibt sich auch in diesem Bereich zurückhaltend. Er sagt: "Da gibt es noch viele Fragen, denn vieles hängt vom Anmeldeverhalten der Eltern ab." "Verbandsgemeinde-Grenze ist kein Konflikt"

Einige Kenner der Entwicklung sehen die Grenze der Verbandsgemeinden (für Dockweiler ist Daun und für Neroth ist Gerolstein zuständig) als Hürde an. Davon will man im Dauner Rathaus nichts wissen, denn Werner Klöckner ist Vorsitzender des Zweckverbandes. Büroleiter Schneider sagt kategorisch: "Die VG-Grenze ist kein Konflikt." Noch sind die Eltern der Kinder aus Hinter- und Kirchweiler außen vor. Schneider verspricht: "Wenn sich die Planungen verdichten, werden die Eltern, wenn sich was ändert, möglichst rasch eingebunden." Im kommenden Schuljahr werden drei Kinder aus Kirchweiler in die Grundschule Neroth gehen. Sie waren bisher eigens bei allen Kennenlern-Aktionen des Kiga und der Grundschule Neroth vom Kiga Dockweiler ins Mausefallen-Dorf gebracht worden. Maria Keul, Leiterin des Kiga Neroth, meint: "Wir haben jetzt 31 Kinder in zwei Gruppen. Aber langfristig könnte, wegen weniger Kindern, eine Gruppe und damit zwei Arbeitsplätze betroffen sein." In der Grundschule werden im Sommer 13 I-Dötzchen (zehn Kiga Neroth, drei Kiga Dockweiler) eingeschult.