"Ein cooles Gefühl!"

Die 100 Mädchen und Jungen des Förderzentrums St. Laurentius, die zuvor an Projekttagen von ihren Lehrern trainiert worden waren (der TV berichtete), haben bei zwei Aufführungen vor 700 Zuschauern eine bewundernswerte und mit Riesenapplaus bedachte Leistung gezeigt.

Daun. (bb) Der neunjährige Frans Römer aus Strohn sitzt an der vorderen Stuhlkante und blickt gespannt in Richtung Vorhang. Noch eine Handvoll Popcorn, ein "Gleich geht's los" zu seinem kleinen Bruder Lorens und der Hinweis an den Trierischen Volksfreund: "Unsere Mama ist als Lehrerin mit dabei." Am Ende wird Frans am meisten von den Clowns schwärmen. "Besonders von ihrem Rollmops-Lied", erklärt er. "Ich wäre gerne als Feuerspucker aufgetreten", sagt er und meint: "Für das Nagelbrett braucht man bestimmt den meisten Mut." Frans und Lorens Römer und Hunderte von weiteren Zuschauern allen Alters haben im "Zirkus Laurentius" etwas ganz Besonderes, Bemerkenswertes, Bewundernswertes erlebt: 100 Kinder und Jugendliche von sechs bis 18 Jahren, die eine Lernbeeinträchtigung, eine körperliche, psychische oder geistige Behinderung haben, sind als Zirkuskünstler über sich hinausgewachsen, haben in der Manege mit höchster Konzentration und großer Spielfreude gezeigt, was sie alles können. Und dafür haben sie sehr viel heftigen und lang anhaltenden Applaus bekommen. Zu Recht!

Zwischen dem Willkommensgruß an das "hochverehrte Publikum" und den unter Verbeugungen aufgezählten Dankadressen des Schulleiters Heinz-Peter Schneider - "Ich bin sehr stolz auf die Artisten und das Lehrerkollegium, ich danke allen Sponsoren und Helfern" - traten die Förderschüler als Akrobaten, Clowns, Zauberer, Seiltänzer und Trapezkünstler auf.

Mutige Künstler, erstaunliche Effekte



Sie erzeugten mit phosphoreszierenden Tüchern, Handschuhen und Stäben erstaunliche Effekte, sie strichen mit bloßen Händen durch Flammen und verschluckten Feuer. Sie schlugen Purzelbäume in der Luft und jonglierten, sie liefen über einen Scherbenhaufen, machten gar einen Hand- und einen Kopfstand darauf, sprangen hinein und zeigten eben solchen Mut am Nagelbrett. Der zwölfjährige Felix Herrmann aus Deudesfeld hatte als Akrobat und Trampolinspringer mitgemacht. Dem TV sagt er: "Es war supertoll und hat großen Spaß gemacht. Ein cooles Gefühl!"

Doris Theisen aus Darscheid ist die Mutter des siebenjährigen Marius; er war als Seiltänzer dabei. "Ich war heute Abend aufgeregter als Marius", erzählt sie und lobt die Schule für "dieses einzigartige Projekt". Was sie schon vom "normalen" Schulalltag gewohnt sei, sei bei dem Zirkusprojekt noch einmal auf ganz besondere Weise deutlich geworden: "Die Lehr- und Fachkräfte setzen sich sehr für ihre Schüler ein." Zuvor hatte der Chor "SaM - Singen am Mittwoch" ein Konzert gegeben.