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Ein echtes Schnäppchen für Üxheim

Ein echtes Schnäppchen für Üxheim

GEROLSTEIN/ÜXHEIM Die Skaterbahn, die vor fünf Jahen für 18 038 Euro angeschafft wurde, hat die Brunnenstadt für 1000 Euro an die Gemeinde Üxheim verkauft. Das sorgt für Irritationen. Gerolsteiner Skater haben nach wie vor Interesse an einer Bahn.

Mit viel Überzeugungsarbeit erreichte der frühere Gerolsteiner Stadtbürgermeister Georg Linnerth Mitte 2001 die Anschaffung der Skaterbahn auf Mietkauf-Basis in vier Jahresraten. Die erste Jahresrate bezahlte die Jagdgenossenschaft Gerolstein. Der Kreis Daun beteiligte sich mit 255 Euro und die Gerolsteiner Stauseefischer mit 500 Euro an der Gesamtinvestition von 18 038 Euro. Damals gab es in Gerolstein eine starke Skater-Szene, geteilt in zwei Gruppen. Der heute 18-jährige David gehörte zu den 15 Jungs aus dem Gerolsteiner Land und Hillesheim. Er sagt: "Die Skaterbahn war eigentlich ganz okay, aber nicht wirklich was für uns. Immer nur hin und her auf der Halfpipe oder der Funbox war einfach zu langweilig." Das Rutschen über Bordsteine mit anschließenden Sprüngen an der Brunnenstraßen-Unterführung biete nach wie vor viel mehr Abwechslung für die geschrumpfte Skaterszene. Verdreckt und voller Scherben

Außerdem sei der Standort an der Straße Richtung Tennisplätze immer verdreckt und voller Scherben gewesen. Die 16-jährige Helene aus einer anderen Clique meint: "Im vergangenen Jahr sind wir noch mit 20 bis 30 Leuten wöchentlich auf der Skaterbahn gewesen, aber wir können jetzt einfach alles." Die Skaterbahn musste den Wohnmobilstellplätzen weichen und wurde 2005 abgebaut (der TV berichtete). Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz bilanziert: "Über ein Jahr stand die Bahn einsam und verlassen da. In den städtischen Gremien wurde beschlossen, dass sie nicht mehr gebraucht wird." Jugendliche haben nach wie vor Interesse

Auch nach reiflichen Überlegungen sei kein anderer geeigneter Standort gefunden worden. Marius (17) meint: "Ein Skaterpark wäre klasse, am besten nahe am Brunnenplatz oder an der Drahtfabrik." Interesse hätten die Jugendlichen nach wie vor. Immerhin sei eine Skaterbahn ja auch toll für junge Touristen. Aber auch eine andere Variante wäre denkbar gewesen. So erklärt Johannes Burggraf, "Jugendbeauftragter" im Birresborner Rat: "Wir hätten die Bahn gerne für unseren Jugendpark gehabt, sind aber leider nicht gefragt worden. Das ist sehr schade." Karl-Heinz Schwartz hält dagegen: "Es war lange genug bekannt, dass die Bahn weg muss. Keiner hat Interesse bekundet, und explizit haben wir sie keinem Dorf im Gerolsteiner Land angeboten." Wahrscheinlich seien die Teile auch zu groß gewesen, "um irgendwo dazuzustellen". Über Kontakte aus der Verwaltung kamen die Gerolsteiner mit der Gemeinde Üxheim ins Gespräch. Letztendlich wurde die Skaterbahn für 1000 Euro verkauft. Schwartz: "Mehr wäre uns auch lieber gewesen, aber wir wurden sie ja nicht los." Am Üxheimer Sportplatz soll ein Jugendpark entstehen. Die Üxheimer Gemeinderäte reiben sich wegen des Geschäfts mit den Gerolsteiner die Hände: "Das war ein echtes Schnäppchen, vor allem auch, weil die 1000 Euro dann noch von einem Unternehmer aus unserer Gemeinde übernommen wurde."