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Ein Eifeler Unternehmen macht Furore

Wirtschaft : Ein Eifeler Unternehmen macht Furore

Wirtschaftsminister Volker Wissing hat Matthias Kuhl, Chef der Premosys AG, die Wirtschaftsmedaille des Landes Rheinland-Pfalz verliehen. Die Auszeichnung ist selten und das Geschäftsfeld zeigt gerade jetzt in der Pandemie, welche innovativen Qualitäten im Eifeler Mittelständler stecken.

 Ein Unternehmen von Weltrang ist die Premosys AG aus Sicht von Wirtschaftsminister Volker Wissing: „Es gehört zu den Innovationstreibern im Land.“ Kuhl sei einer, der für den innovativen Mittelstand stehe wie kaum ein anderer, teilte er anlässlich der Verleihung der Mittelstandsmedaille mit.

Und der Ausgezeichnete zeigt sich berührt: „Ich war sehr überrascht“, schildert Kuhl seine Reaktion, „denn diese Medaille wird nur selten verliehen. Dass wir als kleines Unternehmen mit rund 25 Beschäftigten ausgewählt wurden, ist schon etwas sehr Besonderes.“ Die Auszeichnung wird nicht jedes Jahr vergeben, sondern während der im Frühjahr endenden Amtszeit von Wissing waren es bislang nicht einmal ein halbes Dutzend Firmen, die eine derartige Würdigung erfuhren. Wissings Vorgängerin Evelyne Lemke bedachte damit noch weniger Betriebe.

Die Botschaft ist klar: Kuhl und die Premosys verhelfen dem Land auch außerhalb der Ballungsgebiete zu einer guten Position als fortschrittlicher Wirtschaftsstandort, heißt es seitens des Ministeriums. Der Hidden Champion aus dem Eifeldorf ist dort kein Unbekannter, denn Kuhl wurde bereits mit dem Innovationspreis des Landes und dem Großen Preis des Mittelstandes bedacht. Der gilt als wichtigste Wirtschaftsauszeichnung in Deutschland. Dabei fing für das Unternehmen von Weltrang, wie Wissing es nennt, alles so bodenständig an, wie es für die Eifel typisch ist. Vor der Gründung im Jahr 2000 leitete Matthias Kuhl den Bereich Elektrotechnik, Software und Elektronik bei Grohmann Engineering.

Siebzehn Jahre später siedelte sein wachsendes Unternehmen vom HIGIS in Wiesbaum nach Kalenborn-Scheuern um und baute mit dem so genannten Technikum ein energieeffizientes und ressourcenschonendes Firmendomizil, ausgestattet mit Solarzellen und Geothermie.

Premosys ist Spezialist im Bereich der optischen Messung. Es werden Systeme entwickelt und gebaut, die in der Lage sind, feinste Farberkennung und -messung zu leisten. Benötigt werden sie zum Beispiel in der Automobilindustrie, in der Luft- und Raumfahrttechnik, in der Nahrungsmittel- und Konsumgüterindustrie oder in Druckereien.

„Da sind coronabedingt einige Einbrüche zu verzeichnen“, schildert Kuhl die aktuelle Lage. Und dennoch konnte sein Unternehmen in diesem Jahr den Umsatz mehr als verdoppeln. Denn auch die Medizintechnik braucht seine Mess-Systeme. „Das ist rasend durch die Decke gegangen, schon sofort im Frühjahr.“

Dank der hohen Flexibilität des Betriebs, der dabei auf hochqualitative Standards setzen kann, gelang die Optimierung dieser Geschäftsnische. „Mit unseren Produkten ist die Corona-Detektion möglich und die RNA-Analyse für die Entwicklung von Impfstoffen“, erläutert Kuhl, eines von acht wirtschaftsnahen Mitgliedern des Rates für Technologie der Landesregierung, eine weltweit einzigartige Stellung. Die medizintechnische Branche habe sich global sofort auf die neue Herausforderung eingestellt.

Bis zu achtzig Prozent macht der Exportanteil bei Premosys aus. Die Zeichen stehen also weiter auf Wachstumskurs. „Die breite Aufstellung macht uns ziemlich krisenfest.“ Gesucht werden stetig Fachkräfte. Die Besten sollen es sein, was auch bedeuten kann, dass motivierte und talentierte Quereinsteiger entsprechend geschult werden. So gelingt es sogar, Akademiker aus Ballungsgebieten zum Übersiedeln in die Eifel zu motivieren. Jüngstes Beispiel ist eine Sinologin, die mit ihrer Kenntnis asiatischer Sprachen und Kulturen den internationalen Vertrieb stärkt. Die Eigenschaft als Lockstoff für innovativ denkende Menschen in die Vulkaneifel überzeugt auch die Wirtschaftsförderungs Gesellschaft (WFG). Judith Klassmann-Laux, Chefin der WFG Vulkaneifel, weiß, was der Landkreis an Premosys hat: „Mit der Premosys GmbH in Kalenborn-Scheuern hat Matthias Kuhl in den vergangenen zwanzig Jahren ein innovatives, weltweit agierendes Unternehmen aufgebaut. Er gehört zu den DEN Innovationstreibern im Land Rheinland-Pfalz und zeigt, dass der innovative Mittelstand mit attraktiven Arbeitsplätzen seine Heimat in einer ländlichen Region haben kann. Matthias Kuhl ist damit für uns ein wichtiger Vorzeige-Unternehmer für den Wirtschaftsstandort Vulkaneifel.“