Ein Fundament, auf das man bauen kann

Ein Fundament, auf das man bauen kann

ST. THOMAS/GEROLSTEIN/HILLESHEIM. Wie bei der Bilanz der Visitation des Weihbischofs Leo Schwarz im Jahr 2005 die pastorale Situation im Dekanat Gerolstein-Hillesheim in Zukunft gestaltet werden kann, war Thema der Klausurtagung der Hauptamtlichen mit dem Weihbischof im Bischöflichen Priesterhaus in St. Thomas.

Weihbischof Leo Schwarz sagte es bei der Schlussrunde der Tagung ohne Umschweife: "Im Dekanat Gerolstein-Hillesheim herrscht eine große Lebendigkeit." Er spreche im Namen des Bistums einen herzlichen Dank aus an alle Hauptamtlichen und an das "Heer von Ehrenamtlichen" - darunter allein etwa 400 Frauen und Männer in den Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräten, 230 Gottesdiensthelfer und 120 Firmkatecheten. Von Mai bis Dezember 2005 habe er bei 150 Terminen eine unglaubliche Vielzahl und Vielfalt an Begegnung erlebt. Dass aus dem Dekanat zurzeit 95 Frauen und Männer in geistlichen Berufen arbeiteten, sei Zeichen eines guten kirchlichen Fundaments. 670 Mädchen und Jungen seien Messdiener: "Darauf kann man bauen." Es gebe rührige Frauengemeinschaften und zahlreiche Beispiele von Jugendarbeit, es gebe Familiengottesdienstkreise sowie Alten- und Kranken-Besuchsdienste.Sorgen um die Zukunft der Kirche

Lebensberatung, Sozialstation, Migrationsstelle, Caritas, Hospizgruppe - auch an diesen allgemeinen Diensten bestehe ein gutes Angebot. In den Pontifikal-Gottesdiensten habe es eine hohe Volksbeteiligung gegeben. Und Sonntag für Sonntag besuchten rund 4500 Menschen die Messen in den 25 Pfarrkirchen. "Hier liegt den Menschen viel daran, dass die Kirche lebt", sagte er. Gleichermaßen räumte Leo Schwarz ein, dass sich die Katholiken Sorgen um die Zukunft der Kirche machten. Noch besteht das Dekanat aus den sieben nach den Dienstsitzen der Pfarrer bezeichneten Pfarreiengemeinschaften Birresborn, Duppach, Gerolstein, Hillesheim, Jünkerath, Niederehe und Stadtkyll. Hier leben auf einer Fläche von knapp 440 Quadratkilometern etwa 23 500 Katholiken. Der Strukturplan 2020 sieht für das Dekanat noch drei (höchstens vier) pastorale Räume mit je einem leitenden Pfarrer vor. Dieser Leitwert solle mit Bedacht an die Basis herangetragen und von ihr beraten werden, empfahl Dechant Bruno Comes und hob die bereits über pfarrliche Grenzen hinaus bestehenden Kooperationen hervor. Man habe während der beiden Klausurtage sicher nicht "das Ei des Kolumbus" gefunden, man habe auch kontrovers diskutiert. "Aber wir bleiben gemeinsam auf dem Weg, für den die Visitation eine wertvolle Grundlage geschaffen hat", sagte der Dechant. Die Referentin des Weihbischofs, Mechthild Schabo, erklärte, dass die Ehrenamtlichen Leo Schwarz viele Fragen, Wünsche und Anregungen mitgegeben hätten: "Damit sollten wir Hauptamtlichen sehr sorgfältig und achtsam umgehen." An der Klausurtagung hatte moderierend auch Frank Kilian von der Bistums-Fachgruppe Gemeindeberatung teil genommen. Seinen Eindruck brachte er gegenüber dem TV so auf den Punkt: "Die Hauptamtlichen des Dekanates Gerolstein-Hillesheim haben die Herausforderungen der Zukunft der Kirche mit all ihren Chancen und Risiken in hoher Verantwortung angenommen."Einstellung aufgrund eines Versprechens

Neu in der Runde der Hauptamtlichen war die Pastoralreferentin Andrea Weber; sie wird am 1. April ihren Dienst im Dekanat mit Schwerpunkt Jugendarbeit antreten. Ihre Einstellung geht auf ein Versprechen zurück, das Weihbischof Leo Schwarz bei einem Treffen mit mehr als 40 Jugendlichen im Gerolsteiner Pfarrheim gegeben hatte (der TV berichtete). Und nun ist davon auszugehen, dass Leo Schwarz auch ein in St. Thomas gegebenes Versprechen hält: mit den Neugefirmten des Dekanats (insgesamt sind es 363) am 7. April den Jugendkreuzweg zu beten.