Ein großes Fest für eine Kirche

Retterath · Die Pfarrgemeinde St. Remigius Retterath feiert am 18. August die Einweihung ihrer Pfarrkirche vor 150 Jahren. Dann kommen die Katholiken aus den sieben zur Pfarrei gehörenden Dörfern in Prozessionen zum Festgottesdienst.

 Die Pfarrgemeinde Retterath lädt mit ihrem Pastor Rudolf Heck zur 150-Jahr-Feier der St.-Remigius-Kirche ein. TV-Foto: Brigitte Bettscheider

Die Pfarrgemeinde Retterath lädt mit ihrem Pastor Rudolf Heck zur 150-Jahr-Feier der St.-Remigius-Kirche ein. TV-Foto: Brigitte Bettscheider

Retterath. Die Pfarrkirche sei das Bindeglied der Gläubigen in einer so weitläufigen Pfarrei, wie Retterath es mit den Dörfern Arbach, Bereborn, Kolverath, Lirstal, Mannebach und Oberelz sei, erklärt Pfarrer Rudolf Heck. So wünsche er sich von dem Jubiläum, dass es die Verbindung mit der Kirche und das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Pfarrei stärke, sagt der 59-Jährige, der seit 2005 Pastor von Retterath und Uersfeld ist. Was die Ausstattung und Ausstrahlung der Retterather Kirche betreffe, sei er dankbar für den jetzigen würdigen und guten Zustand.
Wer die St. Remigius-Kirche besucht, gerät zunächst über die große dreischiffige, am Fuß des Eulenbergs aus Bruchstein erbaute Kirche im neugotischen Stil ins Staunen. Es ist die größte Kirche in der Verbandsgemeinde Kelberg. Die Außenanlagen und Treppenaufgänge sind in vorbildlichem Zustand, das Dach ist mit Schiefer neu eingedeckt. Prägend im Inneren sind vor allem die vor 15 Jahren wiederhergestellte Ausmalung nach historischem Befund und das erst in den Tagen vor dem Jubiläum vollendete einheitliche Bild von Chorraum und Querschiff. Hat doch der Hauptaltar seine ursprünglichen gotischen Spitzen wieder erhalten, sind Altartisch und Seitenaltäre doch fein restauriert worden.
"Wir können uns heute kaum vorstellen, welche enormen Anstrengungen und Entbehrungen seitens der Pfarrangehörigen vor 150 Jahren notwendig waren, diese Kirche zu errichten", betont Pfarrer Heck mit Blick auf die große Armut und die hohen Auswanderungszahlen seinerzeit. In der von Peter Bauer aus Mannebach erstellten Festschrift - 100 Seiten stark und reich bebildert - heißt es, dass der Bau der Kirche 8000 Taler gekostet habe. Da die Gemeinde aber "bei der höchsten Anstrengung" nur etwa 3300 Taler habe aufbringen können, sei eine Hauskollekte in den Regierungsbezirken Koblenz, Trier, Aachen und Köln durchgeführt worden - mit Erfolg. Die Grundsteinlegung war am 25. Juli 1860, die Einweihung am 13. August 1863 durch den Trierer Weihbischof Matthias Eberhard.
Extra

Die 150-Jahr-Feier der St.-Remigius-Kirche Retterath am Sonntag, 18. August, beginnt mit einer Sternwallfahrt der Filialgemeinden, die in den Festgottesdienst um 10 Uhr mündet. Die Festpredigt hält der frühere Retterather Pastor Gerhard Schwan (Birresborn), den musikalischen Rahmen gestalten die Florsbergsänger und der Musikverein Retterath. Die Kollekte ist für die Renovierung der Orgel. Nach dem Gottesdienst ist geselliges Beisammensein im Pfarrhof; dabei werden Speisen und Getränke angeboten, es findet unter anderem eine Kinderrallye statt, und es gibt einen Eine-Welt-Basar. bb

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