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Ein Herz für die Pioniere der Lüfte

Ein Herz für die Pioniere der Lüfte

Eine eingeschworene Gemeinschaft ist der Brieftaubenzuchtverein "Pioniere der Lüfte". Adam Wattach aus Gerolstein ist Gründungsmitglied des Vereins, der sieben Mitglieder hat. Inzwischen ist der Verein bereits 51 Jahre alt.

Gerolstein. In Gerolstein, Waldstraße 52, ist oft ein typisches, vielstimmiges Gurren zu hören. Brieftaubenzüchter Adam Wattach ist dort zu Hause, und seine 26 Brieftauben sind in einem geräumigen Schlag untergebracht. Wattach beschäftigt sich intensiv mit seinen Tieren, und was es Neues in der Taubenwelt gibt, verrät ihm eine Fachzeitschrift, die neben vielen Erinnerungsfotos auf dem Tisch liegt.Adam Wattach ist von den 20 Gründern übrig geblieben, die 1956 den Taubenzuchtverein "Pioniere der Lüfte" Gerolstein-Schönecken ins Leben rief, bevor sich die Schönecker Taubenfreunde selbstständig machten. Die "Pioniere der Lüfte" sind eine kleine Gruppe von sieben Interessenten geworden, die 2006 auf das 50-jährige Vereinsbestehen zurückblickten. Sie treffen sich regelmäßig in der Wohnung ihres Vorsitzenden Wattach, der unterstützt wird von Heinz Derichs als Stellvertretender Vereinschef, der zugleich Schriftführer ist. Zum Vorstandstrio gehört weiterhin Hermann Schäfer als Kassenwart. Kosten von mehr als 1000 Euro im Jahr

"Dieses Hobby ist für Jugendliche zu teuer, denn es verschlingt alljährlich weit über 1000 Euro", bedauert der Rentner mit einem Blick auf Siegerpokale- und Plaketten in einer Vitrine. 25 Jahre übt der Gerolsteiner bereits sein Amt aus und erklärt bei seiner Rückschau: "Wir sind organisiert in der Fluggemeinschaft Südeifel-Bitburg und im Hauptverband deutscher Brieftaubenzüchter Essen." Er schwärmt: "Wer sich einmal mit intelligenten Tauben beschäftigt, kommt von dieser Beschäftigung nicht mehr los, denn Brieftauben sind auch treu. Wenn sie nicht verletzt werden, kommen sie zu dem Schlag zurück, in dem sie geboren sind. Man muss mit ihnen auf Du und Du sein, echte Freundschaften müssen sich bilden." Der 83-Jährige ergänzt: "Brieftaubenzucht ist Leidenschaft, und die Pioniere der Lüfte vollbringen unwahrscheinliche Leistungen, wobei deutsche Vögel die Spitzengruppe bilden."Von Marseille bis Barcelona

Von Trier und Euskirchen aus gingen die Tauben auf Reisen mit einem vorgeschriebenen Flugplan, und bei diesen Reisen werden die Uhren gestellt und die Computer gespeist, damit alle Leistungen genau auf die umfangreichen Flugkarten eingetragen werden können. So landeten die Brieftauben in Marseille, in Dax am Golf von Biscaya oder im 1035 Kilometer entfernten Barcelona. Unterschieden werden auch "Alt- und Jungtaubenreisen". Von Wittlich aus wurde zu kürzeren Routen gestartet. Im Alter von acht Tagen erhalten die Jungtiere Ringe mit Daten wie Jahrgang, Eigentumsnummer und Verein, Daten, die später zum Teil auch auf die Reisekarten eingetragen werden. Nach den Reisen wird meist eine Ausstellung organisiert, bei denen die "Schönheit", der Knochenbau, das Gefieder, die Muskulatur oder die Auge-Kopf-Prägung streng bewertet werden. Wattach selbst ist es bei einem Wettbewerb gelungen, für sechs von sieben Ausstellungstieren Auszeichnungen mit nach Hause zu nehmen. Gesundheit im Schlag ist das "A & O", und so wird Spezialfutter, Mais, Gerste, Raps und Hanf gemischt. Zukunftswünsche? "Eigentlich haben wir keine besonderen Sorgen und Wünsche, aber hoffentlich bleibt unser siebenköpfiges Team zusammen, um zu diskutieren und fachsimpeln", meint Wattach, und er ist auch stolz darauf, dass die gesamte Gemeinschaft der Brieftaubenzuchtvereine bisher über acht Millionen Euro für die "Aktion Mensch" gestiftet hat. VEREINSINFO Vereinsname: "Pioniere der Lüfte Gerolstein" Gründung: 1956 unter dem Vereinsnamen "Pioniere der Lüfte Gerolstein-Schönecken" Mitgliederzahl: 7 Info: Vorsitzender Adam Wattach, 54568 Gerolstein, Waldstraße 52, Telefon 06591/4655.