Ein Jahr großer Bruder in Südamerika

Gerolstein · Der Abiturient Jonas Hammer aus Gerolstein bereitet sich zurzeit auf einen zwölfmonatigen Freiwilligendienst in Chile/Südamerika vor. Er sucht noch Unterstützer für sein Projekt: die Begleitung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen in einem Internat als Missionar auf Zeit (MaZ).

12 500 Kilometer Luftlinie sind es bis Chile, wo der Gerolsteiner Abiturient Jonas Hammer für ein Jahr lang einen Freiwilligendienst absolviert. TV-Foto: Brigitte Bettscheider

Foto: Brigitte Bettscheider (bb) ("TV-Upload Bettscheider"

Gerolstein. Nach dem Abitur am St. Matthias-Gymnasium nicht sofort ins Jurastudium, aber auch nicht umherreisen: Soviel stand für Jonas Hammer fest. "Mein Wunsch war, möglichst viel Einblick in das Leben von Menschen in einem fremden Land zu bekommen", erklärt der 20-Jährige. Dazu gehöre für ihn das Zusammenleben und Zusammenarbeiten und auch das gemeinsame Gebet.
Er informierte sich über Friedensdienste im Ausland und entdeckte unter den Entsendeorganisationen den Pallottinischen Freiwilligendienst - eine kleine, vom Orden der Pallottiner abstammende Organisation, die derzeit 13 junge Deutsche auf den Dienst in aller Welt vorbereitet und sie dann auch über die gesamte Zeit begleitet. Vier von ihnen gehen nach Chile; Jonas Hammer ist einer von ihnen.
In dem ländlich geprägten Süden Chiles, in der Diözese Osorno, gibt es die von einem deutschen Pater ins Leben gerufene "Fundación Cristo Jóven". Und dazu gehört das Jugenddorf San Alberto Magno für etwa 90 Jungen im Alter von zehn bis 17 Jahren. Ihre Familien wohnen weit außerhalb und können sich das reguläre Schulgeld nicht leisten.
"Doch hier im San Alberto Magno erhalten sie neben der Chance auf eine bezahlbare und gute Bildung auch ein Zuhause auf Zeit", erzählt Jonas Hammer.
Aus den Vorbereitungsseminaren in Odernheim bei Bad Kreuznach und Vallendar bei Koblenz weiß er ungefähr, was auf ihn als Freiwilliger an Arbeit zukommt. "Meine Hauptaufgabe wird in der Betreuung und Begleitung der Jungen bestehen, und das stelle ich mir in der Art eines großen Bruders' vor", sagt er.
Während die Jungen am Vormittag im Unterricht sind, wird er als Assistent im Kindergarten oder in der Grundschule eingesetzt. Am Nachmittag ist er für die Hausaufgabenbetreuung und die Freizeitgestaltung zuständig.
Was chilenische Jungen am liebsten in ihrer Freizeit machen? Jonas Hammer lacht. Fußballspielen! Darauf freue er sich besonders, erklärt er. Ist er doch selbst seit dem vierten Lebensjahr "am Ball", hat es bis in die Rheinlandliga geschafft und ist aktuell Torwart beim TuS Ahbach. Bevor am 29. Juli von Amsterdam aus sein Flug nach Santiago de Chile (Luftlinie: 12 5000 Kilometer) geht, nimmt Jonas Hammer noch an einem weiteren Vorbereitungsseminar teil.
Und er sucht noch Mitglieder für seinen persönlichen Solidaritätskreis (siehe Extra). Vom 1. bis 13. August absolviert er in der chilenischen Hafenstadt Valparaiso einen Spanisch-Intensivkurs.
Und dann geht es los für den Sohn von Martina und Michael Hammer und den Bruder von Meike Hammer: mit dem Freiwilligendienst im Jungeninternat San Alberto Magno in Osorno.
Extra

Um sein Projekt bekannt zu machen und die MaZ-Idee zu verbreiten, möchte Jonas Hammer über einen Solidaritätskreis möglichst viele Menschen erreichen. Davon wünscht er sich seelische Unterstützung. Der Solidaritätskreis ist aber auch unverzichtbar für die Finanzierung des Freiwilligendienstes. Zwar wird das Projekt gefördert, aber erst durch Spenden ist es möglich, die Kosten zur Entsendung des Freiwilligen vollends zu stemmen. Das MaZ-Programm ist als gemeinnützig anerkannt, Spenden sind steuerlich absetzbar. Kontakt und Informationen: Jonas Hammer, Gerolstein, E-Mail: jonas.chile@web.de. Spendenkonto: Pallottinischer Freiwilligendienst, Bank für Kirche und Diakonie, IBAN: DE 40 3506 0190 1014 2530 13, Verwendungszweck: Solidaritätskreis 2015/16 - Jonas Hammer. bb