Ein Mäuerchen, das alle zusammenbringt

Ein Mäuerchen, das alle zusammenbringt

Geschichte sichtbar gemacht: Am Ortseingang von Waxweiler ist der Nachbau der römischen Kellermauer aus der Villa am Hüttenberg (der TV berichtete) mitsamt einer Schautafel über den rund 1800 Jahre alten Fund eingeweiht worden.

Waxweiler. Saubere Arbeit nach antikem Vorbild: Was Norbert Schmitz und Matthias Thieltges am Ortseingang aus Richtung Lünebach aufgestellt haben, kann sich sehen lassen. Es ist der originalgetreue Nachbau einer Kellermauer aus der "villa rustica" am Hüttenberg in Waxweiler, die dort vor acht Jahren entdeckt wurde. Die ursprüngliche Mauer ist in den Villenresten noch fast vollständig zu sehen - und jetzt eben auch als maßgenaues Double am Dorfeingang.

Die Ortsgemeinde und der bei diesem Vorhaben federführende Verein "Waleswilere", der sich um die Erhaltung historischer Zeugnisse im Dorf verdient macht, haben nun die Mauer offiziell eingeweiht - und dazu eine ansehnliche wie informative Schautafel, gestaltet von Volker Teuschler.

Auch auf der Fläche vor der Mauer ist einiges passiert: Die Gemeindearbeiter haben einen gepflasterten Zugang gelegt und den Rasen neu eingesät. Alles in allem also ein schönes Projekt, an dem viele aus dem Dorf beteiligt waren.

Bauingenieur mit einschlägiger Erfahrung



Auch Sponsoren, wie der Vorsitzende von Waleswilere, Karl-Heinz Kuntz, dankend unterstreicht. Das gelte von der Firma Köppen bis zu Christian Credner, der die Honorare, die er für die Gestaltung neuer Dorfwappen in der Region erhielt, allesamt spendete.

Das neue Schmuckstück wollen viele sehen: Mehr als 60 Bürger sind dabei, als das "einmalige und vorzügliche Werk" (Ortsbürgermeister Klaus Juchmes) eingeweiht wird. Deshalb habe man auch im Rat einstimmig das Projekt genehmigt - mit "consensus omnium", wie Juchmes passend auf Latein sagt.

Danach gingen dann die beiden Maurer ans Werk: Schmitz und Thieltges, 69 und 74 Jahre alt, haben das kleine Bauwerk nach antikem Vorbild entstehen lassen. "Ich bin Bauingenieur", sagt Schmitz. Und zwar einer mit einschlägiger Erfahrung aus seinem Heimatort Herforst: "Ich habe dort einen Teil der Langmauer rekonstruiert, die aus spätrömischer Zeit stammt." Deshalb habe ihn Karl-Heinz Kuntz auch angesprochen, als es um ein ähnliches Werk in Waxweiler gegangen sei.

Schmitz, ohnehin Vereinsmitglied, war natürlich sofort dabei. "Ich habe ein Plänchen gemacht. Und dann habe ich meinen Freund Matthias gefragt: Wollen wir zwei das machen?" Sein Freund wollte. Nicht ganz einfach, denn die Mauer ist nicht aus industriell vorgeformten, regelmäßigen Steinen zusammengesetzt, wie Thieltges berichtet, sondern mit Material, das man vor allem im Köppen-Steinbruch sammelte.

Genauso wie in der Antike: "Die Leute haben damals auch genommen, was sie vorgefunden haben", sagt Schmitz. Immerhin: Durch die Unregelmäßigkeit der Steine sei auch deren Verzahnung viel besser. "Die hatten damals ja nicht Zement und Kalk wie heute. Aber es hat trotzdem 2000 Jahre gehalten."