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Ein Mann mit vielen Talenten

Ein Mann mit vielen Talenten

Er fotografiert und schreibt. Was nach Freizeitbeschäftigung klingt, ist für Hans Jürgen Sittig aus Daun-Neunkirchen Beruf und Leidenschaft zugleich. Seine Reise-Eindrücke hat er in Bildbänden und Kalendern fest gehalten, seinen ersten Eifelkrimi veröffentlicht und gelegentlich ist er nachmittags im Fernsehen als Schauspieler zu sehen. Ein Mann mit vielen Facetten.

Daun-Neunkirchen. Mit 18 Jahren hat Hans Jürgen Sittig, gemeinsam mit Schulfreunden, Schweden und Lappland kennengelernt. "An einem See haben wir im Radio Dvor{cech}áks ,Neue Welt\' gehört - und das in dieser grandiosen Landschaft, da war ich emotional angekommen", erinnert er sich. Den See hat er auf seinen späteren Reisen immer wieder besucht. Ein Foto davon hat er zum Titelbild eines seiner Bildbände erkoren. Von vielen Reisen nach Nordeuropa oder quer durch Frankreich hat er mehr als ein Dutzend Bildbände und einige Foto-Kalender zusammengestellt. Lebensmittelpunkt des gebürtigen Mayeners ist aber die Eifel geblieben. So war es nur folgerichtig, dass Sittig vor einigen Wochen mit "Traumland Eifel" eine Art fotografische Liebeserklärung an seine Heimat geliefert hat. Seine "Schwedenwand" im Wohnzimmer ist bestückt mit Andenken an seine Reisen in den Norden.
Aber Sittig kann nicht nur Fotografieren, sondern weiß auch seinen, oft hintergründigen, Humor geschickt in Worte zu fassen. Das hat er nicht nur in seinen Reisebeschreibungen bewiesen, sondern auch mit seinem Eifelkrimi "Mordwald". Diesem ersten Fall des Mayener Hauptkommissars Jan Wärmland wird im Herbst der zweite folgen: "Das Manuskript ist fast fertig."
Ebenfalls im Herbst soll ein Geschichtsbuch in den Regalen der Buchhandlungen stehen: "Die eindrucksvolle Geschichte der Eifel - kühn erzählt von Hans Jürgen Sittig."
Schon der Titel lässt in seiner mittelalterlich anmutenden Sprachform schließen, dass Sittig kein Nachschlagewerk liefern will. "Die Eifel ist so reich an Geschichte und geologischen Besonderheiten, das bringt sonst kein Mittelgebirge", sagt er.
Aber Sittig hat noch ein weiteres Talent entdeckt, die Liebe zur Schauspielerei. In Nachmittagsserien, wie "K11-Kommissare im Einsatz" oder "Lenßen und Partner" wird er seit rund neun Jahren gerne als Bösewicht eingesetzt, darf aber auch mal den Ermittler spielen. In der Serie "Zwei bei Kallwass" schlüpft er schon mal in die Rolle eines gestressten Familienvaters. Viel lieber aber mag er "richtiges, authentisches Spielen, mit direktem Kontakt zum Publikum", den er auf der Bühne des Wuppertaler Taltontheaters findet. Bei jemandem mit so vielen Talenten verwundert es nicht, dass er auch Klavier spielen kann. Und so erklingt zum Abschied des Gespräches ein Stück, das an Filmmusik erinnert - komponiert von Hans Jürgen Sittig.