"Ein mutiges Projekt"

KERPEN-LOOGH. Ursula und Michael Gröner aus Loogh haben begonnen, ihren landwirtschaftlichen Betrieb aufzustocken – um eine Schaukäserei mit Gastronomie. Rund eine Million Euro wird in die Erweiterung investiert.

Seit Ursula (45) und Michael (47) Gröner 1981 den heute 175 Hektar großen landwirtschaftlichen Betrieb des Vaters und Schwiegervaters Nikolaus Rätz übernahmen, schreiben sie stets mit neuen Ideen Erfolgsgeschichte. Die beiden Landwirtschaftsmeister erbauten einen Boxenlaufstall und einen Schlachtbetrieb, einen Mutterkuhstall und eine Hofkäserei. Verdoppelung der Kapazitäten

2005 legten sie mit je einem Pärchen Bisons, Wasserbüffeln und Kängurus den Grundstock für einen Tierpark. Nun liegen die Pläne für eine Schaukäserei mit Gastronomie auf dem Tisch. Und während sich in der Nähe des Wohnhauses, der Hofkäserei, des Hofladens und der Ställe bereits die Baggerschaufel in die Erde gräbt, stellt das Ehepaar, das eine 21-jährige Tochter und einen 15-jährigen Sohn hat, sein Projekt vor. Wenn die Arbeiten wie geplant verlaufen, können die Besucher im Sommer aus einem gastronomischen Zentrum auf zwei Ebenen durch eine Glaswand den Prozess der Käseherstellung beobachten. "Wir verdoppeln mit dem Bau der Schaukäserei unsere Kapazitäten", erklären die Gröners. "Was aber bleibt, ist die handwerkliche Herstellung." Wie bisher werde der Bergkäse in kleinen Wannen produziert, und nicht wie in Großmolkereien in einem einzigen riesigen Tank. Abgerundet wird die neue Anlage mit einer Restaurantküche und einem Sanitärbereich sowie einer großzügigen Außenterrasse. Nach ihren eigenen Ideen, nach den Vorschlägen des Architekten Gottfried Perings (Oberbettingen) und des Dorferneuerungsbeauftragten Markus Kowall (Kreisverwaltung Daun) präsentiert sich das neue Gebäude als dorfgerecht und modern gleichermaßen. Der Eingang erinnert an ein regionaltypisches Scheunentor. "Der gastronomische Bereich wird mit einer Vielzahl von Gegenständen aus dem früheren Eifeler Landleben gestaltet", verrät Ursula Gröner. Die Energiegewinnung erfolgt alternativ über ein Blockheizkraftwerk. Rund eine Million Euro wird investiert. Die Ausschreibung der einzelnen Gewerke geht an Firmen der Region. Mindestens drei neue Arbeitsplätze entstehen und stocken den derzeitigen Bestand von drei Vollzeitarbeitskräften und zehn Aushilfskräften auf. "Wir wollen unseren Kunden und Gästen in einem Ambiente von Eifeler Kultur einen Einblick in die Direktvermarktung und die Abläufe auf einem modernen Bauernhof bieten", lautet das Credo der Gröners. Als ein "ambitioniertes und mutiges Projekt" bezeichnet Heike Bohn, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Hillesheim, die geplante Betriebserweiterung der Familie Gröner in Loogh. "Ich bin sicher, dass sie auch damit erfolgreich sein werden", sagt sie mit dem Blick auf das bisher schon "äußerst erfolgreiche Geschäft" sowie auf die neuen Wege, mit denen die Familie ihren Betrieb "wunderbar ergänzen" werde. Das Vorhaben sei auch für die Region wichtig: "Gröners schaffen Arbeitsplätze und ein neues Highlight für die Vulkaneifel mit Ausstrahlung weit über die Region hinaus", so Heike Bohn. In die gleiche Richtung zielt die Einschätzung von Kerpens Ortsbürgermeister Rudolf Raetz. Er sei überzeugt, dass die Schaukäserei mit Gastronomie zu einem Vorzeigeprojekt in Rheinland-Pfalz werde. Dass die Familie Gröner ihren Betrieb vergrößere und weiter entwickle, "können wir nur begrüßen", sagte Raetz dem TV.