Gesundheit Ein Neuer für das Gerolsteiner Krankenhaus

Gerolstein/Bitburg · Thomas Koch hat als Chefarzt der Inneren Medizin am Krankenhaus Gerolstein seinen Dienst angetreten. Zugleich bleibt er Leiter der Inneren und Gastroenterologie in Bitburg.

 Dr. Thomas Koch ist der neue Chefarzt am Krankenhaus Gerolstein.

Dr. Thomas Koch ist der neue Chefarzt am Krankenhaus Gerolstein.

Foto: TV/JOACHIM GIES

  Nachdem Chefarzt Manfred Rittich nach 19 Jahren das Marienhaus Klinikum in Gerolstein verlassen hatte, um in Daun neue Aufgaben zu übernehmen, gab es rund um die Brunnenstadt große Sorgen: Würde der Wechsel der Auftakt sein zu einem allmählichen Abbau der Krankenhausgrundversorgung im westlichen Vulkaneifelkreis?

„Nein, aus meiner Sicht ist das Krankenhaus in Gerolstein gesichert, denn es hat großes Potenzial. Deswegen bin ich hier“, antwortet Thomas Koch. Seit 14 Jahren ist der 59-Jährige bereits Leiter der Inneren Medizin II am Marienhaus-Standort Bitburg - und seit einigen Wochen ist er zugleich Nachfolger von Rittich in Gerolstein.

„Das ist sehr gut angelaufen, ich bin an drei Tagen der Woche in Bitburg und an zwei Tagen hier, das entspricht dem anfallenden Arbeitspensum.“

Mit im personellen „Gepäck“ hat Koch drei Oberärzte, die ihn unterstützen und neue Strukturen im St.-Elisabeth-Krankenhaus aufbauen: Zeid Abu-Rajab als Leiter der Gastroenterologie sowie die Internisten Veronika Palkova und Saimir Thanaraku.

„Es bewährt sich so, dass wir im Marienhausverbund stets eigene Kräfte fortbilden und Assistenzärzte so fördern, dass wir qualifizierte Oberärzte gewinnen“, schildert Koch die Strategie gegen den branchenweiten Fachkräftemangel, die auch eine Portion multikultureller Offenheit mit sich bringt. Die drei Oberärzte haben ihre praktische Ausbildung allesamt am Marienhaus-Standort Bitburg absolviert und verfügen in ihren Fachgebieten über viel Expertise.

„Damit können wir auch weiterhin ein breites Spektrum an internistischer Diagnostik und Behandlungen anbieten“, skizziert Koch die Kompetenzen. Die Hepatologie (Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Leber und Gallenwege) und die Diabetologie sollen weiter ausgebaut und eng mit der Psychiatrie und Psychosomatik im Haus verbunden werden. „Das macht aus medizinischer Sicht viel Sinn“, so der Chefarzt.

So können zum Beispiel die körperlichen Symptome von Drogenabhängigen oder Alkoholkranken unter einem Dach behandelt werden, was gerade in Akutphasen oder während der Entgiftung optimal ist. Bestimmte körperliche Erkrankungen beeinflussen ihrerseits die Psyche und erfordern einen ganzheitlichen Behandlungsansatz. „Es ist keine Vorschrift, dass Innere und Psychiatrie stets zusammengefasst sein sollen, aber aufgrund der Wechselwirkungen ist es besser. Ein Drittel der Therapie findet immer im Kopf des Patienten statt.“

Die in Gerolstein viel diskutierte Kooperation der beiden Krankenhäuser im Landkreis Vulkaneifel sieht Thomas Koch so pragmatisch wie selbstverständlich: „Auf ärztlicher Ebene läuft die schon immer mit den Häusern in Gerolstein, Daun und Prüm, weil wir aufeinander angewiesen sind und keine Berührungsängste haben. Wenn es zum Beispiel darum geht, freie Intensivkapazitäten auszutauschen, war das nie kompliziert.“ Hilfreich findet er, dass die betreffenden Krankenhäuser von christlich orientierten Trägern betrieben werden. „Das ist schon noch etwas Besonderes und prägt die Entscheidungen.“

Gerolsteins Verbandsgemeindebürgermeister Hans Peter Böffgen und Stadtbürgermeister Uwe Schneider äußern sich erfreut über den neuen Chefarzt. „Wir setzen darauf, dass er – mit Unterstützung des qualifizierten und motivierten Teams vor Ort – für die Innere Medizin in Gerolstein eine langfristige Perspektive schafft.“