Ein Riesenschnauzer wird zum Rettungshund in der Vulkaneifel.

Rettungswesen : Wie Tika lernt, Leben zu retten

Ein Riesenschnauzer wird zum Rettungshund.

(red) Tika ist ein Energiebündel. Sie rennt, spielt und wird kaum müde. Ganz spielerisch wird schon intensiv mit ihr gearbeitet. Ihre Besitzerin ist Mitglied der Such- und Rettungshundegruppe Vulkaneifel. Dort, unter Leitung von Leiter und Ausbilder Uwe Lukas, wird die junge Riesenschnauzer-Hündin zum Rettungshund ausgebildet.

In etwa einem Jahr soll sie die Gruppe verstärken. Vier Teams sind derzeit für die Suche bereits einsatzfähig. Neben Tika werden noch zwei andere Hunde ausgebildet.

Tika ist nicht der einzige Riesenschnauzer. Auch ihr Kumpel „Quattro“ ist in der Ausbildung. Für ihre verantwortungsvolle Suchaufgabe nach vermissten Menschen werden die Hundeführer oder Hundeführerinnen und ihr Hund zu einem Rettungshunde-Team speziell ausgebildet. Sie trainieren unter realistischen Bedingungen zwei bis drei Mal pro Woche mehrere Stunden.

Im Training gewöhnt sich die junge Hündin unter anderem an den Umgang mit anderen Vierbeinern. Als angehender Rettungshund muss die Hündin auch lernen, dass Menschen erst einmal nett sind, sagt Lukas. Das gilt auch für Menschen, die am Boden liegen und sich nicht bewegen. In der Ausbildung lernen die Hunde deshalb auch „Opferbilder“ kennen.

„Für alle Hunde ist die Suche letztlich ein Spiel“, sagt Uwe Lukas. Sind sie erfolgreich, gibt es eine ordentliche Belohnung. „Die Ausbildung ist sehr anspruchsvoll“, erzählt Lukas. Die Rasse spielt aber eine eher untergeordnete Rolle bei der Auswahl.  Mischlinge sind genauso geeignet wie Rassehunde, erklärt der Leiter der Rettungshundegruppe.

Ein ausgebildeter „Mantrailer“ (Personenspürhund) ist in der Lage, einen bestimmten, individuellen Geruch zu verfolgen. Hierzu wird dem Hund eine Tüte mit dem Geruchsgegenstand (zum Beispiel einem T-Shirt) der vermissten Person unter die Nase gehalten, so dass er der individuellen Geruchsspur folgen kann. Der Geruch eines Menschen ist so einzigartig wie sein Fingerabdruck. Verwechslung also ausgeschlossen.

Jeder Hundeführer versucht, so oft wie möglich am Training teilzunehmen. Da es sich aber um eine ehrenamtliche Tätigkeit handelt, werden keine Mindestteilnahmen vorgeschrieben. „Aber es versteht sich von selbst, dass nur ausreichend trainierte Teams auch für den Einsatz infrage kommen“, sagt Lukas. Letztlich müsse sich jeder der Verantwortung bewusst sein, die er im Einsatz für das Leben eines Vermissten trägt, sagt Lukas.

Die Rettungshundestaffel arbeitet rein ehrenamtlich, Spenden und Förderungen sind daher willkommen. Übrigens: Auch Interessierte ohne Hund können mitmachen und die Teams in der Ausbildungsphase unterstützen.

Informationen zur Such- und Rettungshundegruppe Vulkaneifel sind auf der Homepage www.suchhundegruppe-
vulkaneifel.de zu finden.