"Ein Schlag ins Gesicht"

Der Kreisfeuerwehrverband Daun hat bei seiner Delegiertenversammlung die Anpassung an den neuen Namen des Kreises vollzogen und nennt sich nun Kreisfeuerwehrverband (KFV) Vulkaneifel. Seit 1980 besteht der Kreisfeuerwehrverband als Verband der Freiwilligen Feuerwehren im nun neuen Landkreis Vulkaneifel.

Üdersdorf. Den Rückzug des Bundes aus der sogenannten Brandschutzkomponente des erweiterten Katastrophenschutzes kritisierte Otto Fürst, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) Rheinland-Pfalz, bei der Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Vulkaneifel stark. "Der Rückzug des Bundes bringt bei der Brandschutzkomponente neben den einsatztaktischen Konsequenzen auch erhebliche finanzielle Einschnitte für die Kommunen, Kreise und das Land selbst mit sich. Durch das Konzept der Vorhaltung von Löschfahrzeugen und Schlauchwagen ergibt sich zudem ein zusätzliches Finanzvolumen für die Brandschutzkomponente von 12 bis 13 Millionen Euro", sagte Otto Fürst. Der Landesfeuerwehrverband vertritt die Ansicht, dass die Gefahrenlage seit der Grenzöffnung im Osten nicht weggefallen ist, sondern sich nur in Richtung des Terrorismus verändert hat. "Die Feuerwehren werden in einer solchen Situation auch weiterhin die ersten Einheiten vor Ort sein. Ein Rückzug des Bundes bedeutet eine Erhöhung des Gefahrenrisikos für unsere Bevölkerung und unsere Einsatzkräfte aber auch ein Schlag in das Gesicht vieler ehrenamtlich Tätiger, die diese Fahrzeuge für Ausbildung, Übung und Einsatz dringend benötigen", so der Vorsitzende des LFV. Kreisfeuerwehrinspekteur Christoph Bach ging auf die Zusammenarbeit der einzelnen Organisationen während des Orkans "Kyrill" ein. Als Fehler im Nachhinein bezeichnete Bach dabei, dass die Einsatzleitung auf einen Fachberater des RWE verzichtet hatte. 30 Ortschaften waren damals durch den Sturm vom Stromnetz getrennt worden. "Aus den Fehlern können wir lernen. Nach dem Sturm wurde mit den zuständigen Personen des RWE Kontakt aufgenommen und vereinbart, zukünftig die Fachberater des RWE mit einzubinden", sagte Bach. 2883 Mitglieder hat der KFV Vulkaneifel heute, das entspricht einer Steigerung um 135 gegenüber 2006. 120 Wehren des Kreises, das entspricht 93 Prozent, gehören dem Verband an. Der Vorsitzende des KFV, Frank Leuwer, forderte die Politiker auf, endlich das Ehrenamt der Feuerwehrangehörigen entsprechend ihres Einsatzes zu würdigen. "Ehrenzeichen allein können es nicht sein. Das Ehrenamt in der Feuerwehr muss stärker gewürdigt werden, denn schließlich stehen wir 365 Tage im Jahr bereit."Neben den normalen Regularien standen auch die Neufassung der Satzung des KFV Vulkaneifel und die Wahl des Beisitzers der VG Daun sowie die Wahl des Beisitzers der Einzelmitglieder an. Gewählt wurden für die VG Andreas Korst aus Oberstadtfeld und für die Einzelmitglieder Gerd Weiler aus Üdersdorf.Beim Geschicklichkeitsfahren nahmen in der "Klasse A" 14 Wehrmänner und in der "Klasse B" zehn Wehrmänner teil. Sieger in der Klasse A - Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen - im Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) wurde Martin Nägel (Feuerwehr Gees) vor Frank Pauls (Feuerwehr Üdersdorf) und Dirk Steffes (Feuerwehr Üdersdorf). Die Klasse B - Fahrzeuge über neun Tonnen - im Tanklöschfahrzeug (TLF) gewann Jürgen Schomisch (Feuerwehr Kelberg) vor Werner Feyen (Feuerwehr Müllenborn) und Werner Wirtz (Feuerwehr Walsdorf).