Eine Alternative zum klassischen Pflegeheim
Kelberg · Der Vertrag ist unter Dach und Fach: In direkter Nähe zum Altenpflegeheim Regina-Protmann-Stift in Kelberg entsteht ein neues Gebäude. 2,2 Millionen Euro werden in eine ambulant betreute Wohngruppe, eine Arztpraxis, eine Tagespflege und eine Außenstelle der Caritas-Sozialstation investiert.
Kelberg. Als vor zehn Jahren mit dem Bau des Regina-Protmann-Stifts begonnen wurde, sei nicht absehbar gewesen, dass das Projekt eine solch positive Entwicklung nehme, räumt Norbert Herrmann als der Geschäftsführer der Gesellschaft der Katharinenschwestern ein. Aber in kürzester Zeit waren die 44 Plätze für pflege- und hilfebedürftige Menschen belegt.
Große Nachfrage
Seit mehreren Jahren schon gebe es deshalb Überlegungen zu einer Erweiterung. Habe doch die Nachfrage nach Heimplätzen sowie nach Seniorenwohnungen mit Pflege bei gleichzeitigem Wunsch nach möglichst individuellem und selbstbestimmtem Leben deutlich zugenommen.
Nun ist der Vertrag für einen Neubau unter Dach und Fach - "nach einem Modell, wie es noch keines in der Region gibt, denn wir sind auf dem Weg zu einem Sozialleistungszentrum", erklärten Geschäftsführer Herrmann und der Prokurist und Heimleiter des Regina-Protmann-Stifts, Michael Förster.
Im April 2016 soll mit dem Bau begonnen werden. Auf den beiden Etagen mit je 470 Quadratmetern Fläche entstehen eine Arztpraxis für einen Allgemeinmediziner, eine Tagespflege (mit Fahrdienst) für 16 Gäste sowie eine Außenstelle der Caritas-Sozialstation Daun/Kelberg. Und - als erste im Landkreis Vulkaneifel - eine ambulante betreute Wohngruppe für zwölf Senioren als ein Angebot zwischen der häuslichen und vollstationären Pflege.
Konzept mit Zukunft
Deren Bewohner sind Mieter einer eigenen, etwa 24 Quadratmeter großen Wohneinheit mit Bad und Balkon.
Die 24-Stunden-Betreuung entsprechend dem Bedarf der Bewohner und die Organisation des Alltags und der Haushaltsführung in der Wohngemeinschaft erfolgen durch Fachkräfte des Regina-Protmann-Stifts, die pflegerische Versorgung durch einen ambulanten Dienst. "Ein zukunfttragendes Konzept", brachte es Winfried Wülferath, Direktor des Caritasverbands Westeifel, auf den Punkt.
Der Verband kooperiert mit der Gesellschaft der Katharinenschwestern in der Tagespflege Daun und Gerolstein und ist Träger der Sozialstation, deren Außenstelle in dem Neubau in Kelberg eingerichtet wird. "Ein Gewinn für den Ort und die Verbandsgemeinde", erklärten Ortsbürgermeister Willi Jonas und VG-Bürgermeister Karl Häfner.
Das neue Gebäude wurde vom Architekturbüro Wilms (Kelberg) geplant und wird von der Bauunternehmung Zens (Cochem-Brauheck) als Generalunternehmer errichtet.
Blockheizkraftwerk entsteht
Die Baukosten sind mit 2,2 Millionen veranschlagt. Gleichzeitig mit dem Neubau wird die Energieversorgung des Regina-Protmann-Stifts auf ein Blockheizkraftwerk umgestellt, das später auch den Neubau mitversorgt.Extra
Die Gesellschaft der Katharinenschwestern mbH mit Sitz in Münster ist nicht nur Trägerin des Seniorenhauses Regina Protmann in Kelberg, sondern auch der Alten- und Krankenpflegeschule und das Medizinische Versorgungszentrum in Daun. Zur GmbH gehört auch das Maria-Hilf-Krankenhaus, das für zwölf Millionen Euro erweitert wird und ist mit mehr als 600 Beschäftigten einer der großen Arbeitgeber im Kreis. sts