Eine Dauner Institution hat Schluss gemacht

Friseur Herbert Weber (78) hört auf : Eine Dauner Institution legt die Schere nieder

Dass es in der Dauner Gartenstraße einen Friseursalon gibt, gehört seit einigen Tagen der Vergangenheit an. Herbert Weber ist nach 50 Jahren als selbstständiger Friseurmeister in den Ruhestand gegangen, der Salon ist geschlossen.

Mit seinen 78 Jahren könnte Herbert Weber schon lange im Ruhestand sein. Aber erst vor einigen Tagen hat er die Türen seines Geschäfts geschlossen. Und es gibt mehrere Gründe, warum ihn das mit Wehmut erfüllt. Im März war Webers Ehefrau Doris verstorben. „Wir kannten uns seit 60 Jahren und waren fast 54 Jahre verheiratet. Wir haben einen Sohn und sind stolze zweifache Großeltern. Wir haben unser ganzes Berufsleben zusammen verbracht, haben viele Aktivurlaube unternommen und uns auch hier in der Vulkaneifel sportlich betätigt“, erzählt Herbert Weber. Dass ihr Geschäfts- und Wohnhaus verkauft werden soll, hätten sie schon vor Jahren gemeinsam entschieden. Seine Frau habe die ersten Verkaufsgespräche noch mit geführt und die Käuferfamilie kennen gelernt. Nun zieht Herbert Weber allein in eine Wohnung im Stadtgebiet von Daun um.

   Die Kunden wird er vermissen, darunter viele mit Jahre oder gar Jahrzehnte langer Treue. Das Schöne am Friseurberuf sei, dass man den Erfolg direkt habe, erklärt er. Und sagt: „Wir können Menschen mit unserer Arbeit glücklich machen.“ Man müsse zuhören können, beschreibt Weber einen wichtigen Grundsatz seines Berufs – aber nicht unbedingt Antworten parat haben oder gutgemeinte Ratschläge geben.

  Das Friseurmeister-Ehepaar Weber legte zu jeder Zeit großen Wert auf die Ausbildung von Nachwuchs. Viele ihrer Lehrlinge - es mögen um die 80 gewesen sein - haben später die Meisterprüfung und sich selbstständig gemacht. Aber auch andere Wege eingeschlagen. Wie die ehemalige Gesellin, die nach dem Studium der Ernährungswissenschaften heute Dozentin an der Fachschule für Kosmetik in Köln ist; oder eine im Salon Weber Ausgebildete, die als Oberstudienrätin an einer Berufsbildenden Schule in Bonn unterrichtet.

„Schauen Sie mal“, sagt Herbert Weber und zeigt eine Karte, die er kurz vor der Geschäftsaufgabe im Briefkasten hatte. Mit Bedauern habe sie erfahren, dass der Salon geschlossen werde, schreibt eine inzwischen in Bayern lebende ehemalige Auszubildende.

Sie denke immer noch gerne an die Zeit und den guten Kontakt zu Chef und Chefin zurück, schreibt sie. Ihr Personal sei meist lange bei ihnen geblieben, erzählt Weber. Diejenigen, die bis zuletzt mitgearbeitet hätten, seien in anderen Salons oder Anstellungen untergekommen.

  Schließlich sei es auch das von ihm und seiner Frau entwickelte Geschäftskonzept „Natürlichkeit“, das ihr Berufsleben nachhaltig geprägt habe, meint Herbert Weber. Weit und breit einmalig sei ihr Haaruntersuchungsgerät. Doch das kommt nun auch außer Dienst – so wie die Frisiertische, Hauben, Spiegel, Rollstühle und was sonst noch alles zu dem Damen- und Herrensalon mit 21 Plätzen gehört.  Einen Salon, den Herbert und Doris Weber im Jahr 1973 von ihren Vorgängern Wilms in der Dauner Gartenstraße 3 übernahmen. Zuvor waren sie bereits seit 1969 Inhaber von Salons in Bitburg (bis 1982) und in Malberg (bis 1974).

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