Kirche: Eine gewisse vornehme Schlichtheit

Kirche : Eine gewisse vornehme Schlichtheit

Die Kirche St. Nikolaus Daun feiert am 8. September Doppeljubiläum und die Renovierung. Bischof Stephan Ackermann kommt.

Pfarrer Ludwig Hoffmann ist von „seiner“ Dauner Pfarrkirche sehr angetan. Das Gebäude in exponierter Stellung im Stadtbild besteche durch eine „gewisse vornehme Schlichtheit“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Und es entspreche nun ganz und gar dem Titel „alte Kirche in neuem Glanz“, so wie er Gotteshäusern nach Renovierungen gerne verliehen werde. Auch im Inneren sei St. Nikolaus als eine der ältesten Kirchen der Eifel schön – „nicht überladen, ein Stück Freiheit atmend, den Blick auf das Wesentliche lenkend“, wie es der Pfarrer auf den Punkt bringt.

Fast eine Million Euro sind von 2016 bis 2019 in die Pfarrkirche investiert worden (der Trierische Volksfreund berichtete mehrfach). In Dankbarkeit für die Zuschüsse des Bistums zur Außen- und Innenrenovierung und um dem Bischof zu zeigen, wie alles geworden ist, habe er Stephan Ackermann eingeladen, zum Abschluss der Arbeiten ein Pontifikalamt zu halten und mit der Gemeinde das gleichfalls anstehende Doppeljubiläum zu feiern. Dieses Jubiläum hat kurz und knapp das Motto „700 & 70“ und bezieht sich auf zwei Jahreszahlen aus der etwa 1000-jährigen Geschichte der Kirche, erforscht und kürzlich in einem öffentlichen Vortrag skizziert von dem Regionalhistoriker Alois Mayer (Daun-Pützborn). Die Zahl 700 erinnert an die erste urkundliche Erwähnung als Pfarrkirche im Jahr 1316, die Zahl 70 an den 21. August 1949, den Einweihungs- und Wiedereröffnungstag der durch Kriegsbomben zerstörten Kirche.

Ein komplett neues Dach, Schallluken, Verputz, Anstrich, Brand- und Blitzschutz, Detailrestaurierungen waren die wesentlichen Maßnahmen der Außenrenovierung. Im Inneren erfolgten zwischen Dreikönig (6. Januar) und Palmsonntag (14. April) dieses Jahres in der Hauptsache der neue Anstrich sowie die Erneuerung der Heizung, der Mikrofonanlage, der Sitzauflagen, zudem die Sanierung der Krypta inklusive neuen Mobiliars und neuer Beleuchtung.

Und wenn Pfarrer Hoffmann sagt: „Das Meiste ist gerettet worden“, nimmt er all die liturgischen Teile noch einmal in den Blick, die aus der ehemaligen Thomas-Morus-Kirche in die St.-Nikolaus-Kirche (darunter Kreuzweg, Muttergottesstatue, zwei Fenster) und in die Rengener Filialkirche St. Kunibert (Altar) gebracht wurden. Was der Pfarrer auch noch betont: Die St.-Nikolaus-Kirche sei den ganzen Tag über geöffnet. Die Opferkerzen und Einträge in das Anliegenbuch zeigten, dass sie außerhalb der Gottesdienste ein beliebter Ort der Individualfrömmigkeit sei.

Schön ist sie geworden, die Dauner St. Nikolaus-Kirche, und das wird am 8. September gefeiert. Foto: Brigitte Bettscheider

Das Jubiläum „700 & 70“ und der Abschluss der Renovierung werden am Sonntag, 8. September, gefeiert. Das Pontifikalamt mit Bischof Stephan Ackermann startet 14.30 Uhr, danach sind Umtrunk und Begegnung.

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