Eine Herausforderung

"Auf die Bühne" hieß es wieder für die Jugendlichen der Theater- AG des Geschwister-Scholl Gymnasiums (GSG). Mit "Die Fliegen" nach einem Stück von Jean-Paul Sartre erfüllten sie sich den Wunsch nach einer großen Herausforderung

Daun. (HG) Der französische Schriftsteller und Philosoph Jean-Paul Sartre (vollständiger Name Jean-Paul Charles Aymard Sartre) verwendet in seinem packenden Drama "Die Fliegen" ("Les Mouches") den Rahmen der Atridensage für ein Stück über Freiheit und Unfreiheit, Hoffnung und Reue. Auf eindringliche Weise zeigt er, dass Unfreiheit nur durch die Entscheidung zur Tat aufgehoben werden kann. Die Durchführung der Tat und das Bekenntnis zu ihr versteht er dabei als Akt der Freiheit. Die Uraufführung fand in Paris am 3. Juni 1943 im Théâtre Sarah Bernhardt statt, die deutschsprachige Erstaufführung war in Zürich am 12. Oktober 1944. Mit den Stücken "Leonce und Lena" sowie "Der Sommernachtstraum" hatte die Theater- AG des GSG in den vergangenen Jahren schon positiv auf sich aufmerksam gemacht. "Die Schüler haben nach dem "Sommernachtstraum" darum gebeten, dass sie ein neues Stück bekommen, das sie fordert. "Die Fliegen" ist ein schweres Stück, aber die Theatermitglieder sagten, sie wollen nicht mehr zurück, sondern sehen, wie weit sie kommen in ihrer darstellenden Leistung", erzählt der betreuende Lehrer Volker Weinzheimer.Das Drama von Jupiter, der die Fliegen und den Tod beherrscht, Orest, dem Sohn von Klytämnestra und Agamennon, der alten und neuen Königin Klytämnestra, ihrer Tochter Elektra und Agist, dem neuen König und Mörder von Agamemnon, ist bestimmt nicht jedermanns Sache, weil es auch den Betrachter fordert. Für das Theater-AG-Ensemble war das Drama schwierig, wie Weinzheimer sagt. "Viele sind an ihre Grenzen gestoßen, aber sie haben weiter gemacht, und die Ensembleleistung wurde dadurch richtig hochgeschraubt." Nach dieser schauspielerischem Höchstleistung plant die Theater-AG für ihre nächste Aufführung jedoch etwas Anderes. "Das nächste Stück wird etwas Lustiges, aber nicht weniger anspruchsvoll", verrät Volker Weinzheimer.