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Eine Million für schöneres Flussufer

Eine Million für schöneres Flussufer

Fortsetzung folgt: Nächstes Jahr wird in Gerolstein der zweite Abschnitt des Kyll-Umbaus realisiert - vor dem Bahnhof zwischen Hochbrücke und Post. Die Kosten werden mit 940 000 Euro veranschlagt.

Gerolstein. "Die Treppenanlage vor dem Bahnhof wird einen besonderen Akzent setzen", ist sich Planer Udo Reihsner sicher. Wo Zugreisende über viele Jahre in einem heruntergekommen Areal "begrüßt" wurden, tat sich bereits einiges und wird sich in den nächsten Jahren noch viel mehr tun: Nachdem das Bahn-Empfangsgebäude bereits vor zwei Jahren auf Vordermann gebracht wurde, sollen ab Ende nächsten Jahres mit dem Bau der neuen Überführung bis zum Kasselburger Weg (und Schließung der heruntergekommenen Unterführung) und danach mit dem millionenschweren Umbau der gesamten Bahnsteige, Gleisanlagen und des Vorplatzes ein attraktives Eingangstor zur Stadt geschaffen werden.
Hinzu kommt der ebenfalls für 2017 geplante zweite Abschnitt des Kyllumbaus - vor dem Bahnhof zwischen Hochbrücke und Post. So will es zumindest der Bauausschuss der Stadt, der dem Stadtrat dies einstimmig empfiehlt. Damit es dazu auch wirklich kommt, muss die nun vorgestellte Planung bis Ende November bis ins Detail konkretisiert und dem Umweltministerium zur Genehmigung vorgelegt werden.
Die Kosten (siehe Extra) werden derzeit mit 940 000 Euro veranschlagt. Die Erfahrungen beim ersten Bauabschnitt, bei dem es zu einer deutlichen Steigerung der Kosten kam, veranlassten Grünen-Politiker Tim Steen zur Frage: "Müssen wir wieder damit rechnen, dass es mehrere Hunderttausende Euro teurer wird?" Die Antwort von Planer Reihsner: "Wenn die Planung so bleibt und auch die vorgeschlagenen Materialien verwendet werden: nein!"Treppenstufen aus Granit


Geplant ist, dass wie beim ersten Bauabschnitt vor dem Rathaus eine Treppenanlage mit Sitzblockstufen aus Granit von der jetzigen Ebene des Bürgersteigs vor dem Bahnhof bis hinunter zur Kyll gebaut wird. Die Mauer soll dafür abgerissen werden, ebenso sollen die Büsche und Sträucher verschwinden. Die große Linde vor dem Bahnhof aber soll stehen bleiben. "Ziel ist eine gute Sicht auf das schöne Bahnhofsgebäude sowie ein urbaner Platz zum Verweilen", sagt Reihsner.
Der Uferbereich zwischen Postbrücke und Postgebäude soll ebenfalls Sitzmöglichkeiten auf Natursteinreihen bieten. Dazwischen soll der steile Hang mit Rasen oder Bodendeckern begrünt werden. Noch nicht das letzte Wort ist allerdings darüber gesprochen, wie viele Sitzreihen es werden sollen. Während Planer Reihsner drei vorschlägt - eine oben, eine in der Mitte, eine unten am Ufer - plädiert Steen für die kostengünstigere Variante mit nur je einer Reihe oben und unten. Denn: "Die Böschung ist dort so steil, dass man sich dazwischen eh nicht aufhalten kann. Also können wir uns auch die mittlere Reihe sparen." Angesichts eines Einsparpotenzials von laut Reihsner "rund 60 000 Euro" stieß die Idee auf Gefallen im Ausschuss. Eine Entscheidung wurde dazu aber noch nicht getroffen.
Weiterer zentraler Aspekt des Umbaus: Entlang des Ufers soll über die gesamte Strecke zwischen Hochbrücke und Postgebäude ein Fußweg angelegt werden - nach dem Motto: Nah ran an den Fluss. Die bestehenden Parkplätze an der Kyll auf der Seite der Bundesstraße sollen aktuell nicht umgebaut werden. Hauptgrund ist, dass zumindest einer der Plätze als Baulager für den für 2018/2019 geplanten Neubau der Hochbrücke benötigt wird. mhExtra

Mit Kosten von insgesamt 940 000 Euro ist der zweite Abschnitt des Kyllumbaus in Gerolstein veranschlagt. Davon entfallen auf die Treppenanlage vor dem Bahnhof 180 000 Euro, auf den Fußweg entlang des Ufers 120 000 Euro, auf die Terrassenanlage zwischen Postbrücke und Postgebäude 200 000 Euro, auf die Beleuchtung der Treppenanlage vor dem Bahnhof 20 000 Euro, auf Nebenkosten 9000 Euro und auf Planungskosten 110 000 Euro. Macht zusammen 790 000 Euro und inklusive Mehrwertsteuer 940 000 Euro. Davon übernimmt das Land 90 Prozent (846 000 Euro), die Stadt Gerolstein zehn Prozent (94 000 Euro). mh