"Einfach nur klasse und sehr lehrreich"
Die fünfte Auflage des Verkehrssicherheitstages an der Gerolsteiner Berufsschule ist ein voller Erfolg gewesen. 140 junge Teilnehmer ziehen begeistert Bilanz. Erstmals haben auch Fahrschulen teilgenommen. Für 2009 ist eine Verkehrssicherheitswoche in Daun und Gerolstein geplant.
Gerolstein. "Der Tag ist einfach nur klasse und sehr lehrreich", resümiert Niki Retterath aus Jünkerath. Viele junge Fahrer werden auf Eifeler Straßen Unfallopfer, junge Männer viermal häufiger als gleichaltrige Frauen. Polizeioberkommissar Horst Krämer: "Unerfahrenheit und Übermut führen bei jungen Fahrern zur Hauptunfallursache, nämlich unangepasster Geschwindigkeit." Er zeigt zum Start des 5. Verkehrssicherheitstages erschütternde Bilder von Todesunfällen junger Fahrer.
Tobias Krämer hatte vor zehn Jahren Glück. Auf dem Weg zur Ausbildungsstelle wurde der heute 27-Jährige als Beifahrer bei einem Unfall schwer verletzt. Seitdem sitzt er im Rollstuhl. Sein Spezialauto zeigt er den Berufsschülern. Krämers Schicksal rüttelt auf. Jonas Wagner aus Kelberg: "Jetzt bin ich mir meiner Verantwortung hinterm Steuer doppelt bewusst."
Auch bei jungen Fahrern schleichen sich rasch fahrlässige Fahrgewohnheiten an. Fahrlehrer Wolfgang Engel: "Den Blinker betätigen gilt als uncool. Auch den Verkehr beobachten, in Spiegel schauen, wird eklatant vernachlässigt."
Erstmals nahmen fünf Fahrschulen (Engel, Wadle, Sicken, Sintermann, Blum) am Verkehrssicherheitstag teil. Mit sogenannten Beobachtungsfahrten wurde das Fahrverhalten getestet. Ein 20-Jähriger aus Schönecken gesteht anschließend ein: "Ich guck nicht oft in den Spiegel." Manuela Alff aus Bleialf sagt, dass sie selten blinkt.
Zu etlichen Aha-Erlebnissen kam es auch bei den Workshops zu Unfallsofortmaßnahmen (Deutsches Rotes Kreuz und ABS Weiler) sowie der Fahrphysik. Klaus Holzem vom Fahrsicherheitszentrum am Nürburgring erklärt das richtige Fahrverhalten bei kritischen Situationen. Rutschende Autos auf regennasser Fahrbahn, herum gerissenes Lenkrad - auf alle Fragen der 140 Teilnehmer hat er eine Antwort. Ist ein Crash unausweichlich, rät er: "Dann auf jeden Fall versuchen, dass das Auto frontal reinkracht."
Die Folgen von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr zeigt Polizeioberkommissar Helmut Römer den Berufsschülern auf. Für Werner Schmitz, Mitorganisator und Berufsschullehrer, steht die große Bedeutung des Verkehrssicherheitstages außer Frage. Er sagt: "Die vielen Kreuze am Straßenrand erschüttern. In den vergangenen 25 Jahren habe ich mindestens zehn Schüler durch Verkehrsunfälle verloren." Damit die Prävention noch effektiver wird, hat das Organisationsteam rund um Verkehrspolizist Horst Krämer für nächstes Jahr Neues vor. Krämer: "Wir planen eine Verkehrssicherheitswoche mit je dreitägigen Veranstaltungen in Daun und Gerolstein." Dabei ist auch nach fünf Jahren der Verkehrssicherheitstag an der Gerolsteiner Berufsschule in der Region Trier noch immer einzigartig.