Einmaliges Erlebnis

STEINEBERG. Am Tag der Deutschen Einheit ist es soweit: Eine weitere touristische Attraktion, der Aussichtsturm auf der Steineberger Ley mit dem Namen "Vulcano Infoplattform", wird eröffnet.

Hektik auf der Baustelle, wenige Tage vor der Eröffnung der Plattform: Die Konstruktion aus Holz und Stahl mit einer Höhe von 28 Meter soll auf ihr ein Meter dickes Fundament gestellt werden. Zwei riesige Autokräne stehen bereit. Viel Vorarbeit ist in den vergangenen Monaten bereits erledigt worden, galt es doch, den Platz zu roden, eine Zufahrt für schwere Fahrzeuge zu schaffen und das Fundament zu gießen.Extra-Schicht muss eingelegt werden

Seit dem 20. August war die mit der Ausführung beauftragte Zimmereifirma aus Bad Kreuznach auf der Steineberger Ley am Werk, um die Aussichtsplattform zusammen zu bauen. In der Nacht vor dem Aufstellen des Turms musste sogar noch eine Extra-Schicht eingelegt werden, um fertig zu werden.Nun ist auch zu sehen, was aus den imposanten, fast 30 Meter hohen Douglasien aus dem Lehwald bei Darscheid geworden ist. Sie sind die Eckpfeiler und das Grundgerüst des Turms. Zwischen ihnen sind 35 Kubikmeter Douglasienholz aus Norddeutschland zu Brettern für die Treppen und die Konstruktion verarbeitet wurden. 39 Tonnen wiegt die gesamte Konstruktion des Turms, allein 13 Tonnen davon sind aus Stahl, der alles zusammenhält. Rund 1000 dicke Bolzen und unzählige Schrauben verbinden das Holz mit den drei Stämmen an den Ecken und untereinander.Langsam füllt sich die Steineberger Ley mit Zuschauern. "Das ist einmalig, das werden wir hier nicht mehr sehen", ist der Tenor der vielen Rentner, die mit guten Tipps zum Aufstellen aufwarten.Ortsbürgermeister Heinz Bohr steht dabei und beobachtet die Arbeiten. Die vergangenen Monate waren anstrengend, denn es war vieles zu organisieren. "Wir haben die Internetseite erstellt, die Rad- und Wanderwege abgefahren und die Punkte für die Beschilderung festgelegt, und der neue Flyer in einer Auflage von 5000 Stück ist auch fertig", berichtet er.Die nächste Aufgabe steht an, denn bis 1. Oktober müssen alle Rechnungen für die Plattform vorliegen: "Das ist für mich der größte Druck. Hoffentlich haben alle Firmen ihre Rechnungen dabei, die wir noch nachprüfen, zur Verbandsgemeinde nach Daun bringen und dann per Fax nach Mainz senden müssen."Unterschiedliche Auffassungen

Bislang haben sich die Steineberger Bürger wenig für das Projekt interessiert, aber am Tag, als die Plattform aufgebaut wird, wollen doch viele das Spektakel sehen. Fast 100 Zuschauer stehen rund um die Baustelle, dabei auch alle Familien der Zimmermänner aus dem Hunsrück. Es wird fotografiert und gefachsimpelt über das Projekt. "Manche Leute haben gesagt, das ist eine tolle Sache, und andere sagen, was macht ihr da für einen Quatsch", erzählt Heinz Bohr.Paul Kiefer aus Steineberg findet den Turmbau "schon positiv, denn er ist mal was Neues für unser Dorf". Rentner Ferdinand Saxler hat gemerkt, dass allein die Baustelle schon viele Besucher anzieht. "Ich werde zwar auch hinaufsteigen, aber unbedingt nötig war der Turm nach meiner Meinung nicht", findet er. Um 13 Uhr beginnt die Aktion. Oben am Turm werden an den Douglasienstämmen an einer Traverse zwei Seile befestigt, ein weiteres Seil am dritten Stamm.Der Kran hält den Turm am unteren Ende. Langsam hebt sich das Bauwerk. Doch als es fast senkrecht steht, gibt es ein Problem. Die Traverse behindert das Aufstellen. Deshalb muss der Turm weggeschwenkt werden, um ihn zu drehen. Kurz nach 14 Uhr steht der Turm und es gibt Beifall. Sofort schweißen Fachkräfte einer Firma aus Speicher auf dem Fundament den Turm mit den Eisenplatten im Beton zusammen. Architekt Hans Zosel aus Weinsheim steigt als Erster hoch und kontrolliert, ob es Beschädigungen gegeben hat. In Boos wird bald eine weitere Aussichtsplattform gleichen Typs gebaut.Die Gemeinde Steineberg lädt ein zur offiziellen Einweihung der Vulcano-Infoplattform am Freitag, 3. Oktober, 11 Uhr (Treffpunkt: Schutzhütte Steineberg).