Einsparungen? Unsinn! Es gibt für alles eine Lösung

Einsparungen? Unsinn! Es gibt für alles eine Lösung

Voll besetztes Dauner Forum zum Thema "Energiepreise: Mit den richtigen Maßnahmen die Kostenlawine ausbremsen". Experten haben beim Energiespar-Forum referiert.

Daun. (vog) Die große Besucherresonanz bestätigt, dass die Veranstalter Kreissparkasse (KSK) Vulkaneifel und Landesbausparkasse (LBS) den Zeitnerv getroffen haben. Immerhin sind die Energiekosten seit Frühsommer von 41 auf 57 Prozent gestiegen. Das Barrel Heizöl kostete 1999 zwölf Euro, heute 102 Euro. Das "heiße Eisen" Energiesparen hat viele Facetten. LBS-Vorstand Max Aigner erklärte: "Mit energetischer Sanierung lassen sich bis zu 85 Prozent Kosten einsparen." Mit etlichen Praxisbeispielen wurde dem Publikum das Machbare vor Augen geführt. Hendrik Eltze, Chef des Gerolsteiner Architekturbüros Planquadrat, beeindruckte mit Beispielen, wobei moderne Architektur bei Anbauten und Niedrigenergiehaus-Standard beim gesamten Gebäude umgesetzt wurde. Seine Faustformel: "In zehn Jahren hat sich jede Investition in energetische Modernisierung amortisiert." Bei seinen Praxisbeispielen wurde in einem Eigenheim mit 40 000 Euro Investition 40 Prozent Energiekosten reduziert. "Doch wir müssen jeden Fall für sich sehen", meinten die Experten. Stefan Musil, Präsident der Landes-Architektenkammer, riet: "Vor dem Kauf einer Immobilie sollte vom Fachmann das Potenzial des Anwesens abgeklärt werden. Die Kammer berät gerne, ohne direkt einen Vertrag zu haben." In die gleiche Kerbe schlugen Obermeister Alois Schmitz und Rudi Müller, Präsident der Trierer Handwerkskammer. Schmitz versprach: "Es gibt für alles eine Lösung. Egal ob Wärmepumpe, Solar oder andere Heizsysteme." Müller ergänzte: "Meisterbetriebe sind qualifiziert zum gewerksübergreifenden Denken. Dabei beachten sie auch das Budget des Bauherrn."Im Dschungel der Fördermöglichkeiten

Apropos Geld: Die Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten gleichen für die Endverbraucher einem Dschungel. Dieter Grau, KSK-Vorstandsvorsitzender, erklärte, es gelte, die Angebote "vernünftig zu kombinieren". Auch die öffentliche Hand macht mit. Herbert Sommer vom Mainzer Finanzministerium: "2007 wurde kein Antrag wegen fehlender Mittel abgelehnt. So verfahren wir auch in diesem Jahr." Mittels interner Umstrukturierungen seien die Fördertöpfe stets gefüllt gewesen. Das Land gab 2007 56 Millionen Euro für Wohnungsbauförderung aus. Doch auch die gesetzlichen Vorgaben greifen beim Energieverbrauch. Hans Weinreuter von der Landesverbraucherzentrale stellte den ab Juli (für Immobilien bis zum Baujahr 1965, ab 1966 gilt der Stichtag 1. 1. 2008) verpflichtenden Energiepass vor. Landrat Heinz Onnertz und Dauns Stadtbürgermeister Wolfgang Jenssen beleuchteten die regionale Situation. Jenssen forderte: "Geld, das durch die Nichtausweisung von Neubaugebieten gespart wird, sollte Investoren für Altbauten zugute kommen." Onnertz sah beim Altbaubestand in den Ortskernen einen hohen Werbebedarf, um sie effektiv vermarkten zu können. Die KSK Vulkaneifel und LBS Rheinland-Pfalz verschenken 100 Gebäudethermografieaufnahmen. Damit werden die energetischen Lücken am Haus oder in der Mietwohnung entlarvt. Die Gewinner werden im Losverfahren ermittelt. Die Teilnahme ist via Internet www.ksk-vulkaneifel.de oder über Karten in jeder KSK-Filiale möglich. Daun. (vog) 68 Prozent der Bürger im Landkreis Vulkaneifel leben in Wohnungseigentum - eine Spitzenplatzierung in Deutschland. Dem steht die Negativseite gegenüber: Private Haushalte in der Vulkaneifel verbrauchen zehn Prozent mehr Energie als der Bundesdurchschnitt. Experten prognostizieren ein Einsparpotenzial von 85 Prozent. Max Aigner, Vorstandsvorsitzender der Landesbausparkasse, rechnet vor: "Sieben Prozent sind mit Solaranlagen machbar, je elf Prozent mit Dachdämmung und Isolierfenster, zwölf Prozent durch Modernisierung der Heizung, 30 Prozent durch Dämmung der Außenwände und acht Prozent durch Isolierung der Kellerdecke. Lediglich sechs Prozent macht das Nutzerverhalten aus." Von den Energiekosten entfallen 78 Prozent auf Heizkosten, elf Prozent auf Wasseraufbereitung und nur ein Prozent aufs Licht. Aigner sagt: "Die Werbeaussage, mit stromsparenden Geräten große Einsparungen erzielen zu können, ist Unsinn."

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